FDP-Antrag auf Fristverlängerung

Telematik-Deadline: Für Ärzte unrealistisch - für Apotheken erst recht?

Berlin - 14.06.2018, 16:35 Uhr

Bevor die Daten auf der Gesundheitskarte geteilt werden können, muss die Telematikinfrastruktur als Datenautobahn ausgebaut sein. Doch bisher scheint noch keine Apotheke an das Spezialnetz angeschlossen zu sein, die Nutzung des Medikationsplanes rückt weiter in die Ferne.  (Foto: Imago)

Bevor die Daten auf der Gesundheitskarte geteilt werden können, muss die Telematikinfrastruktur als Datenautobahn ausgebaut sein. Doch bisher scheint noch keine Apotheke an das Spezialnetz angeschlossen zu sein, die Nutzung des Medikationsplanes rückt weiter in die Ferne.  (Foto: Imago)


Wie weit ist die Telematik in Apotheken?

Den Pharmazeuten drohen glücklicherweise keine Sanktionen, sollten sie ab dem 1. Januar 2019 den elektronischen Medikationsplan ihrer Kunden noch nicht einsehen können. Doch wann ist mit der Einbindung der Apotheker zu rechnen?

Für die Koordination der Telematikanwendungen ist die Gematik verantwortlich, in der auch die Apotheker sitzen. Der Gematik ist derzeit nicht bekannt, ob es bundesweit Apotheken gibt, die bereits an die Telematikinfrastruktur angeschlossen sind, da die Anbindung von den jeweiligen Landes- und Mitgliedsorganisationen der Gesellschafter begleitet werde. Zudem liege der aktuelle Fokus auf der ersten Anwendung, dem Online-Abgleich der Versichertenstammdaten, der von Apotheken nicht vorgenommen wird, hieß es aus der Gematik.

Dem Vernehmen nach ist noch keine Apotheke mit einem Hardwarekonnektor an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Zudem bestehen für Apotheken noch keine Finanzierungsvereinbarungen für den Konnektor.

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Der elektronische Medikationsplan wäre wohl die erste Telematik-Anwendung, die für Versicherte einen echten, spürbaren Mehrwert darstellen würde. Wann diese zur Verfügung steht, ist allerdings fraglich. Denn abgesehen davon, dass die Bereitstellung der Hardware dem Zeitplan hinterher hinkt, scheint es auch bei der Software für den elektronischen Medikationsplan Verzögerungen zu geben: So geht das BMG derzeit davon aus, dass erst ab Mitte 2019 die entsprechenden Softwareprodukte am Markt kommen.

Eine weitere Voraussetzung, dass Apotheken auf den Medikationsplan zugreifen können, sind die Heilberufsausweise. Diese sollen Ende dieses Jahres ausgegeben werden.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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