Apothekerkammer Westfalen-Lippe

52 Prozent unzufrieden mit „Beiträge-Leistungs-Bilanz“ der ABDA

Berlin - 14.06.2018, 17:45 Uhr

Die Delegierten der AKWL erklärten sich mehrheitlich unzufrieden mit dem Haushaltsentwurf der ABDA. (Foto: AK Westfalen-Lippe/Sokolowski)

Die Delegierten der AKWL erklärten sich mehrheitlich unzufrieden mit dem Haushaltsentwurf der ABDA. (Foto: AK Westfalen-Lippe/Sokolowski)


Noch 1954 Apotheken in Westfalen-Lippe

Kammerpräsidentin Overwiening führte zudem drei hauptsächliche Forderungen an, die sie in ihrem Lagebericht verdeutlichte. Den aktuellen strukturpolitischen und pharmazeutischen Herausforderungen müsse mit Maßnahmen zur Stärkung der Apotheken vor allem in strukturschwachen Regionen begegnet werden. Vor allem Anreize für junge Apotheker, sich mit eigener Apotheke selbstständig zu machen, müssten geschaffen werden. Ferner wünschte sich Overwiening mehr innovative Modellprojekte für eine erfolgreiche Apotheke der Zukunft in Zeiten der Digitalisierung.

Resolution zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken

Die Absicht, die Freiberuflichkeit und die Vor-Ort-Apotheken im Interesse der Patienten zu stärken, führte zu einer einstimmig verabschiedeten Resolution der Mitglieder der Kammerversammlung. Befürchtet wird, dass der Einstieg von Fremdkapitalgebern in die Arzneimittelversorgung angesichts der Renditeinteressen der Konzerne zu einer Situation führe, die den Bedürfnissen der Patienten entgegenstehe. Die Resolution stellt klar: „Konzerne betreiben „Rosinenpickerei“ und locken die Patientinnen und Patienten mit hohen Boni, ohne sich an den vielfältigen Gemeinwohlpflichten zu beteiligen und sind anders als die inhabergeführten Apotheken vor Ort nicht zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen flächendeckenden Arzneimittelversorgung verpflichtet.“

Mehr Arbeitsplätze, weniger Apotheken

Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Walter unterfütterte die Forderungen mit aktuellen Zahlen aus dem Jahre 2017: Die Zahl der Arbeitsplätze in den Apotheken habe sich in Westfalen-Lippe von 15.777 auf 16.469 erhöht. Allerdings sei auch ein klarer Trend zu mehr Teilzeitarbeit zu beobachten. Zum Jahresende 2017 sei zudem erneut die Zahl der Apotheken in Westfalen-Lippe gesunken, von 1998 auf nur noch 1973. Zum 30. Juni 2018 werden es dann nur noch 1954 Apotheken sein, ergänzt Walter. Zu diesem Stichtag seien weitere 20 Schließungen zu verzeichnen – bei nur einer Neueröffnung. In dieser Zahl seien 484 Apotheken enthalten, die als Filiale betrieben würden. „In Westfalen-Lippe gibt es aktuell also nur noch 1.470 Hauptapotheken. Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 1972“, so Walter.



Inken Rutz, Apothekerin, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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Kritische Diskussion zum ABDA-Bauprojekt

3 Kommentare

52 ?

von Conny am 15.06.2018 um 14:23 Uhr

Gibt es denn immer noch soviele Lemmerlinge ? Was sind das denn für 48 Prozent ? Ich glaube es nicht

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Dann sind

von Edzard Lueg am 14.06.2018 um 18:18 Uhr

48% zufrieden mit der Arbeit der ABDA?
Es gibt wohl zwei parallele Apothekenwelten

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Es ist sogar noch schlimmer

von DrCK am 18.06.2018 um 13:57 Uhr

Bezogen auf die 92 "Abgeordneten" sind es nur 34 Unzufriedene gewesen, Aber bezogen auf die noch anwesenden und stimmberechtigten 66 Peoples kommen halt die 52% heraus. Die ABDA kann also bezüglich ihres berufspolitischen Tiefschlafs das Schnarchen fortsetzen.
Es ist übrigens ein Unding: Überall in unserer Gesellschaft werden Verstöße, mangelnde Pflichterfüllung oder Leistungsvorgaben finanziell bestraft. Nur gegen die ABDA haben wir kein finanzielles Druckmittel. In was für einem Paradies leben die? Ich habe diesen Verträgen nicht zugestimmt.
Wir brauchen dringend Satzungsänderungen. Ehrenamtliche rausschmeißen, Hauptamtliche einsetzen... die kann man entlassen, wenn sie nicht spuren. Oder man greift meine anträge von 2012 wieder auf.

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