Interview Apotheker Gunther Böttrich 

Mehr Zeit für unsere Kunden

Stuttgart - 06.06.2018, 07:00 Uhr

Nach Gunther Böttrichs Erfahrung sind Amortisationszeiten für die Kombi „Lagerautomat plus virtuelle Sichtwahl“ von unter fünf Jahren machbar. (Alle Fotos: Böttrich)

Nach Gunther Böttrichs Erfahrung sind Amortisationszeiten für die Kombi „Lagerautomat plus virtuelle Sichtwahl“ von unter fünf Jahren machbar. (Alle Fotos: Böttrich)


Und die Freiwahl?

Haben Sie auch eine virtuelle Freiwahl? Touchscreens für die Kunden? 

Wir konzentrieren uns in meiner Apotheke und bei promosi aktuell auf die virtuelle Sichtwahl und das „digitale Schaufenster“. Freiwahlterminals haben wir in Erprobung, da tut sich was. Zur Unterstützung der Freiwahlsortimente bietet Monitortechnik mit ausgefallen Formaten (wie z. B. ein Zwei-Meter-Stretch) schon heute viele Möglichkeiten. Es braucht aber sicher noch etwas Zeit, bis Apothekenkunden (ähnlich wie die Kunden bei McDonalds) sich selbst „Pillen-Menüs“ zusammenstellen und Touch-Terminals selbst bedienen.

Einzelne Packungen lassen sich auch übergroß darstellen, spezielle Themen besonders hervorheben – alles ist möglich.

Was bedeutet für Sie Digitalisierung der Apotheke? Hört das bei der virtuellen Sichtwahl auf?

Digitalisierung ist „allumfassend“ und für mich sehr wichtig, eine Chance! Aber doch nur ein Werkzeug, das uns in der Apotheke hilft, unsere Kernkompetenzen weiter auszuspielen. Übergeordnet ist für mich die persönliche, pharmazeutische Beratung und das, was ich mit der Technik mache, nämlich Prozessoptimierung und Change-Management. Ich denke in Prozessketten, z. B. vollautomatisiertes Management des Warenstroms mit Hilfe von Lagerautomatisierung und intelligenter Sortimentssteuerung über die Warenwirtschaft. Oder virtuelle Präsentationskonzepte an mehreren „Touchpoints“ (Schaufenster, Freiwahl, Sichtwahl) der Apotheke. Diese sind „intelligent“ vernetzt mit der Warenwirtschaft – dort liegt ein bisher wenig genutzter Schatz der Apotheke: umfassende Daten zu Abläufen und Kunden.

Haben Sie weitere oder andere Beispiele aus Ihrer Apotheke?

Einen großen Nutzen sehe ich in unserer intelligenten Sortimentssteuerung. Neuanlagen und Retouren im Rx-Bereich laufen bei uns vollautomatisch.

Das „digitale Schaufenster“ sendet lichtstarke Signale nach draußen und muss nicht zeitaufwendig dekoriert werden. Die Apotheke der Zukunft betreibt „Multi-Channeling“. Es gibt eine Abfolge von Kontaktpunkten in der Apotheke und im Netz zu den „Usern“, um die wir mit Versendern kämpfen. Apotheken-App, Homepage, Social-Media, digitales Schaufenster, Virtuelle Sicht- und Freiwahl und mobile Beratungs-Tablets helfen dem lokalen „Einzelhändler“ Apotheker, sich als zukunftsorientierter Dienstleister zu positionieren und effizient zu wirtschaften. Die Gestaltung dieser Prozesskette steht bei mir ganz oben auf der To-do-Liste.

Herr Böttrich, vielen Dank für das Gespräch! 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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