Verkauf an GSK abgeschlossen

GSK und Novartis: OTC- Gemeinschaftsunternehmen ist Geschichte

Basel - 01.06.2018, 15:30 Uhr

Novartis hat bekannt gegeben, dass der Verkauf der Anteile am OTC- Gemeinschaftsunternehmen an GSK abgeschlossen ist. (Foto:imago)

Novartis hat bekannt gegeben, dass der Verkauf der Anteile am OTC- Gemeinschaftsunternehmen an GSK abgeschlossen ist. (Foto:imago)


Wie bereits im März dieses Jahres angekündigt hat Novartis seine Anteile an dem OTC- Gemeinschaftsunternehmen mit GlaxoSmithKline verkauft. Wie das Unternehmen am heutigen Freitag mitteilt, ist der Deal nun abgeschlossen. Das Joint Venture war erst im Jahr 2015 gegründet worden. 

Der Pharmakonzern Novartis hat den im vergangenen März angekündigten Verkauf seines Anteils am Joint-Venture mit GlaxoSmithKline (GSK) abgeschlossen. Der Verkauf des Anteils am Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Consumer Healthcare für 13 Milliarden US-Dollar sei vollzogen worden, teilt das Unternehmen am heutigen Freitag in Basel mit. 36,5 Prozent hielten die Schweizer an dem Zusammenschluss. 

Die Verkaufssumme entspricht damit der Ankündigung von Novartis im März. Das Joint Venture wurde im Jahr 2015 im Zuge der Portfolio-Transformation von Novartis gegründet. Diese umfasste eine aus drei sich gegenseitig bedingenden Teilen bestehende Transaktion mit GSK: Novartis übernahm die Krebs-Sparte des britischen Unternehmens, GSK wiederum das Impfstoffgeschäft von Novartis – mit Ausnahme der Grippeimpfstoffe. Zudem gründeten beide ein gemeinsames OTC-Unternehmen mit dem Namen GSK Consumer Healthcare. Dessen Zusammenarbeit mit den Apothekern war stellenweise problembehaftet. So teilte zum Beispiel im Frühjahr 2016 das OTC-Joint Venture seinen Kunden mit, dass es aufgrund einer technischen Systemumstellung für zwei Wochen einen Auftragsstopp geben müsse. In den letzten beiden Märzwochen in 2016 konnten Apotheker also keine OTC-Produkte bei GSK bestellen. Zudem gab es Probleme mit Rechnungsdarstellungen bei Direktbestellungen an Novartis, die vor dem 1. April 2016 verschickt worden waren. Dort war es nicht möglich, die jeweilige Rabatthöhe der einzelnen Rechnungspositionen korrekt auszuweisen.

Warum dieser Schritt?

Novartis will sich mit diesem Schritt auf strategische Prioritäten konzentrieren, wie es bereits im März hieß. Den Preis, den die Briten Novartis für den Anteil am Joint-Venture für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente boten, nannte Novartis zudem attraktiv. Bei der Vorlage der Jahreszahlen im Januar hatte Novartis-Chef Vas Narasimhan noch erklärt, man werde am Joint-Venture festhalten, solange es für die Novartis-Aktionäre einen Mehrwert schaffe. Spekulationen, dass sich der Pharmakonzern in absehbarer Zukunft von seinem Anteil trennen könne, gab es aber bereits seit vergangenem Frühjahr.

GSK setzt auf rezeptfreie Medikamente und Mundhygiene

Die Briten rechnen damit, dass die Komplettübernahme schon im laufenden Jahr zu ihrem bereinigten Gewinn beiträgt. GSK will sich stärker auf rezeptfreie Medikamente und Mundhygiene-Produkte konzentrieren. Dabei war der Konzern erst Anfang des Jahres als Kaufinteressent für die entsprechende Sparte des US-Konkurrenten Pfizer abgesprungen. Dort galten die Briten als letzter verbliebener Bieter. Am Markt war von einer Bewertung von mindestens 20 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Doch offenbar war es schwierig, überhaupt Bieter für eine solche Summe zu finden.

Für GSK ist selbst die Komplettübernahme des Joint Ventures mit Novartis kein Pappenstiel. Um das Vorhaben zu finanzieren, stellt das GSK-Management Teile des Nahrungsmittel-Geschäfts wie dem Malzdrink Horlicks sowie die 72,5-prozentige Beteiligung an der indischen Tochter GlaxoSmithKline Consumer Healthcare auf den Prüfstand. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen etwa Ende des Jahres vorliegen.



dpa-afx / jb
redaktion@daz.online


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