Welt MS Tag 2018

„Unheilbar optimistisch“

Remagen - 30.05.2018, 10:10 Uhr

Bei etwa 10 Prozent der MS-Patienten schreitet die Erkrankung von Beginn an unaufhaltsam fort . (foto: MinervaStudo / stock.adobe.com)

Bei etwa 10 Prozent der MS-Patienten schreitet die Erkrankung von Beginn an unaufhaltsam fort . (foto: MinervaStudo / stock.adobe.com)


„Krankheit mit den 1000 Gesichtern"

Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg sind von Patient zu Patient so unterschiedlich, dass sie auch als „Krankheit mit den 1000 Gesichtern" bezeichnet wird. Zu Beginn treten häufig motorische Störungen und Sehstörungen mit Verschwommen- oder Nebelsehen auf. Daneben kommen oft Gefühlsstörungen der Haut, meist in Form von Kribbeln, (schmerzhaften) Missempfindungen oder Taubheitsgefühl vor. Außerdem werden unterschiedlichste Beschwerden wie Blasenstörungen, Unsicherheit beim Gehen oder beim Greifen und „verwaschenes“ Sprechen beobachtet. Im weiteren Verlauf sind die Lähmungserscheinungen häufig mit einem Steifigkeitsgefühl („wie Blei an den Beinen“) verbunden. Unspezifische Beschwerden wie eine abnorme, vorzeitige Erschöpfbarkeit, kognitive Störungen, Einschränkungen bei Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Konzentration, depressive Verstimmungen, Schmerzen, Schwindel ergänzen das Bild. 

Akut- und Basistherapie

Die Multiple Sklerose ist bislang nicht ursächlich heilbar, aber die Therapie-Möglichkeiten sind erheblich besser, seit Mitte der 1990er Jahre die Basistherapeutika auf den Markt kamen. Gemäß den aktuell gültigen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) wird die MS mit einer Stufentherapie behandelt, die zwischen milden/moderaten und (hoch)aktiven Verlaufsformen unterscheidet

Die Therapie zielt darauf ab,

  • die akute Entzündungs-Reaktion eines Schubes zu hemmen (Schubtherapie),
  • das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten,
  • die beschwerdefreie/-arme Zeit zu verlängern (verlaufsmodifizierende Therapie),
  • die MS-Symptome zu lindern und möglichen Komplikationen vorzubeugen (Symptomatische Therapie).

Die DGN / KKNMS Leitlinie zur Diagnose und Therapie der MS wird derzeit im Lichte neuerer Entwicklungen aktualisiert. Schwerpunkt der Überarbeitung sind die neuen MS-Diagnosekriterien sowie die Immuntherapie der MS unter Einbeziehung neu zugelassener und vor der Zulassung stehender Medikamente. Erstmals werden auch Patientenvertreter an der Erstellung der Leitlinie mitarbeiten. Die Fertigstellung wird für 2018 erwartet. 



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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