Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

27.05.2018, 08:00 Uhr

Nichts tut sich beim Rx-Versandverbot – und die FDP will Apothekenketten. Wohin steuert unser System eigentlich? (Foto: Andi Dalferth) 

Nichts tut sich beim Rx-Versandverbot – und die FDP will Apothekenketten. Wohin steuert unser System eigentlich? (Foto: Andi Dalferth) 


24. Mai 2018 

Hallo, SPD-, Grüne- und FDP-, ja, und mittlerweile auch CDU-Gesundheitspolitiker, schaut doch bitte mal genau hin, was sich da im deutschen Apothekenmarkt tut. Vielleicht merkt ihr dann alle mal, dass die Sorgen und die Befürchtungen von uns Vor-Ort-Apothekers kein Fake und keine Mache sind, sondern bitterer Ernst. Nennen wir’s beim Namen: Der Arzneimittelversand von den niederländischen Versendern an der deutschen Grenze nach Deutschland wächst und wächst. Allen voran der DocMorris-Päckchenpacker, der zur Schweizerischen Zur-Rose-Gruppe gehört und mit seinen Umsätzen wohl schon bald an der 1 Milliarden-Grenze kratzt. Er liefert sich mit der niederländischen Shop-Apotheke ein Kopf-an-Kopf-Rennen, beide scheinen sich mit Übernahmen und Kooperationen übertreffen zu wollen. Kein Wunder, Größe dürfte in diesem Markt ein und alles sein, je größer, desto lukrativer. Konsolidierung nennt man das. Jüngster Coup von DocMorris auf diesem Weg: die Übernahme des Versandgeschäftes der Apo-Rot-Apotheke. Diese Hamburger Versandapotheke soll eine der fünf erfolgreichsten deutschen Online-Apotheken sein. Mein liebes Tagebuch, erfolgreich, aber wohl nicht erfolgreich genug. Die Inhaberin streicht vor dem erheblichen Wettbewerbsdruck und der Gesetzeslage (u. a. die unterschiedliche Preisgestaltung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln) die Segel. Die Logistik für Apo-Rot wird also gegen Ende des Jahres DocMorris von den Niederlanden aus übernehmen. Apo-Rot schließt sein Logistikzentrum in Hamburg, nicht für jeden der 370 Mitarbeiter wird eine neue Beschäftigung gefunden werden. Frage an die deutschen Gesundheitspolitiker: Seht ihr eigentlich, was da abläuft? Warum tut ihr alles, um ausländische Versender immer noch stärker zu machen, indem ihr nichts tut? 

Ups, sorry, wir haben da so ein paar kleine „Fehlkonfigurationen“ bei unserer Webshop-Software für den Versandhandel, so ein paar klitzekleine Sicherheitslücken – musste das Apotheken-IT-Haus Awinta eingestehen, nachdem Informatiker der Bamberger Uni eklatante Sicherheitslücken in vielen Online-Shops gefunden hatten, die von Awinta gepflegt werden. Journalisten von NDR und WDR hatten über die Sicherheitslücken berichtet. Oh, mein Tagebuch, besser können solche Entdeckungen und Veröffentlichungen vor dem Tag der Datenschutzgrundverordnung nicht platziert werden, das ist eine Punktlandung. In der Haut von Awinta möchte ich nicht stecken. Das IT-Haus hat natürlich umgehend reagiert und „die kurzzeitige Sicherheitslücke geschlossen“. Nach Awinta-Angaben soll es zu keinem kriminellen Missbrauch mit Daten gekommen sein. Das Sicherheitsdebakel ist damit natürlich nicht vom Tisch. Denn auch die Shopbetreiber, also die Online-Versender, die Awinta-Software benutzen, sind in der Pflicht, ihre Kunden darüber zu informieren, dass es hier für eine gewisse Zeit Schwachstellen gegeben habe. Wie viele Webshops von Apotheken betroffen waren, ist unklar. Laut Awinta sei es nur eine sehr kleine Anzahl gewesen, laut den Analysen der Informatiker sollen es dagegen 177 Versandapotheken gewesen sein, unter ihnen die Versender Sanicare und Apotal. Was lehrt uns das, mein liebes Tagebuch? Im Internet ist nichts sicher, es gibt nichts, was nicht geknackt werden könnte. Jeder Shop auf der Welt könnte geknackt werden, meint selbst ein Versandapotheker. Da stellen wir uns die Gretchenfrage: Brauchen wir wirklich all die Arzneimittelshops? 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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15 Kommentare

eGK-Reset

von Christian Becker am 28.05.2018 um 11:35 Uhr

Ich halte den Vorstoß, die eGK - so vermurkst die Entwicklung auch bisher war - von einer physischen Karte zu einer Smartphoneapp hin zu entwickeln für hirnrissig. Komplett und 100%.
Nicht nur einige Senioren haben keine Smartphones (und wollen auch keine), auch in meinem Bekanntenkreis gibt es jüngere Leute, die da einfach nicht mitmachen wollen.

Von der Datensicherheit mal ganz zu schweigen (was ja auch einer der Gründe dafür ist, dass die eGK noch nicht fertig ist - weil es selbst da nicht so einfach ist, die Sicherheit zu gewährleisten) - während sich in Europa Betriebe in Rechtsunsicherheit wähnen ob der DSGVO, sollen jetzt die Kunden auf ihren Smartphones diese sensiblen Daten zugänglich machen, ohne so ganz genau zu wissen ob Google, Apple oder sonstwer da ebenfalls einsicht hat bzw. ob nicht ein kleiner Konfigurationsfehler nach Awintamanier diese Daten einfach abgreifbar macht.
Da scheint mir eine eGK, die aus der Ferne nicht erreichbar ist und bei den Heilberuflern dann über eine ebenfalls gesicherte Anbindung (VPN) eingelesen werden kann, deutlich besser; wenn auch vielleicht etwas altmodischer.

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Kollege Barz

von Dr.Diefenbach am 27.05.2018 um 13:09 Uhr

Lieber Herr Barz,ich nehme an Sie wollen den Sonntag mit Prosa verbringen.Da liegen wir mit 2030 richtig.Eine wie auch immer geartete VORGABE täte allerdings allen gut.NUR :Ich gewinne (als langsamer Hesse braucht man mehr Zeit) den bleibenden Eindruck,dass es keine Perspektivenstruktur zu geben scheint.Wir geben uns so fortschrittlich ,sind/gerade was die Organisationsform betrifft/vor Jahren hängen geblieben.immer wieder:Wir brauchen neue (!!!!) Organisationsformen,die uns wirtschaftlich weiterbringen.Dazu findet man in 2030 Thesen,die leider durch Zahlen(!) anderer Marktteilnehmer ad absurdum geführt werden.Und da schweigt man lieber.ich finde es einfach saublöd.Es gibt nichts Auszusitzen.Es muss die Stärke der KollegInnen in der Praxis ,wie oben vom Kollegen angesprochen,genutzt (!!!)werden.So aber stelle ich auch bei den anderen SchreibteilnehmerInnen fest.Die Entfernung Basis zur Spitze hat den K2 längst überschritten.Marktwirtschafller müssen her.Gleichberechtigt mit dem DAV Vorsitzer.Die Kammern gehen extra.Das aktuelle Gebilde ist mehr als angestaubt!!

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AW: Kollege Barz

von Mart in Didunyk am 27.05.2018 um 13:51 Uhr

genauso so ist es.
Sie sprechen mir aus der Seele.

Wir können es alles sehr "freundlich" formulieren, haben aber zunehmend Konsens darüber, daß die aktuellen Strukturen weder organisatorisch, noch personell ausreichend sind.

Ergo, wir verbrennen Energie, Geld, Zeit ......und verschenken jeden Tag die Zukunft des Berufsstandes.

AW: Kollege Barz

von Bernd Jas am 27.05.2018 um 16:46 Uhr

Ja, das ist genau das was mir persönlich am aller-, aller meisten auf Dingens geht. Was machen wir eigentlich die ganze Zeit? Das ist nicht nur der elektronische Wahn. Wir verwalten, erstens mittlerweile (das hab ich mal für das Finanzamt ausgerechnet) fast 80 meter Aktenordner. Wir betreiben, zweitens einen wahnsinnigen Aufwand für das KK-Inkasso, für nix und wieder nix, und müssen, drittens für jeden Vorgang noch 1,77 abdrücken.
Ich will jetzt nicht alles aufzählen, denn der endlose Bullshit wie, viertens Doku, fünftens Qms und so weiter ist ja jedem hier hinlänglich bekannt.
Als neuste Jakobs-Dröhnung jetzt auch noch DS-GVO.

Ich hab´s so richtig satt,...wenn das so gewollt war ist das in allen Maßen und weit darüber hinaus gelungen.

Ich KÜNDIGE! Und zwar zuerst unserer "Regierung".

Wie können die nur flächendeckend durch den gesamten Mittelstand hindurch so viel Wirtschaftskraft verballern. Das ist alles unser mühselig erarbeiteter Wohlstand, der auf diversen Umwegen von den Seychellen wieder verteilt wird. Da wird einem, wenn man sich das mal vor Augen führt, so richtig bewusst, warum wir als Schlusslicht eines der ärmsten Staaten Europas sind. (Siehe EZB-Studie).

Wenn es Sisyphos nicht schon gäbe, wir würden ihn wegen deutscher Systemrelevanz immer wieder neu erfinden.

AW: Kollege Diefenbach und Kollege Didunyk

von Wolfgang Müller am 27.05.2018 um 18:08 Uhr

Die ABDA ist nicht gebaut, den Selbständigen Apothekern wirklich eine wirtschaftliche Perspektive zu geben. Sie vertritt strukturgemäß beflissen irgendwie fachliche und berufs-schöne Dinge für ALLE Apotheker, und für Avoxa und Wepa und viele "Dienstleister", that´s it. Aber das nützt uns (finanzierenden) Leistungserbringern vielleicht dann doch nix ....

Als auf dem Apothekertag 2013 das erschreckend monothematische "Perspektivpapier 2030 für die Öffentliche Apotheke" (damals noch "Leitbild", glaube ich) vorgestellt wurde, wurde es durchaus kritisch diskutiert. Natürlich gerade von Kollegen, die sicher niemals den Un-Satz von sich geben würden "Den Apotheker als Kaufmann braucht keiner!!!". Und die zwar Medikationsmanagement etc. als fachliche Bereicherung sehr begrüßen, aber bezweifeln, ob das Ganze wirtschaftlich besonders hilfreich sein wird, wenn das z. B. dann dazu führt (der nächste Un-Satz, und was ja wohl gerade mit Spahn diskutiert wird): "Honorierung weg von der Packung!"

Ein Aha-Erlebnis für mich war, als auf eine solide Einlassung dazu von einem älteren, besonders erfolgreichen Kollegen (mit zig berufspolitischen Funktionen und Zusatzqualifikationen) von gaaaaaanz oben in der ABDA geantwortet wurde: "Aber die Jungen wollen das!"

Jau. Eine hervorragende, solide Basis für die wirtschaftliche Zukunft der Freiberuflichen Selbständigen in unserem Stand: "Die Jungen wollen das!" (auch wenn ich mich irgendwo tief in meinem Herzen ja schon auch als ewig junger Alt-68er oder besser 78er sehe ...., und klar, vollkommen IGNORIEREN sollte man "Die Jungen" auch nicht, zugegeben).

Kurz und krumm: So ein "Perspektivpapier für die ÖFFENTLICHE APOTHEKE" wäre niemals von einer normalen Interessenvertretung der Inhaber dieser Öffentlichen Apotheken gekommen. Für mich der beste Beweis, dass die ABDA als Verständigungsgremium zwischen den verschiedenen Apothekergruppen vielleicht was Feines sein mag, aber für die Existenzsicherung der Freiberuflichen Apotheker nicht taugt. Und wegen der Struktur mit - sagen wir mal - "Erzieherischer Kammer-Dominanz" auch nicht legitimiert ist. Das ist (wäre) nur der DAV, der muss es dann jetzt aber langsam auch mal WOLLEN.

Aber vielleicht und hoffentlich ist das schon passiert, und der DAV hat in den Gesprächen mit Spahn schon die Führung übernommen. Und Alles wird für uns kleine, flächendeckende Selbständige vernünftig und kaufmännisch gut enden. Dann nehme ich Alles zurück und behaupte das Gegenteil.

Elektronik und oder pharmazeutische Zukunft?

von Heiko Barz am 27.05.2018 um 13:06 Uhr

Bei aller Dikussionsfreudigkeit, Seite für Seite und von Woche zu Woche, muß erkannt werden, dass wir z.B als Apothekerschaft existenziell abhängig geworden sind von ein paar ignoranten Siliconvalley Juppies. Diese Leute zwingen uns Ihren gewinnbringenden elektronischen Wahn auf und wir laufen bedingungslos wie die Schafe hinter unseren großen Hirten her, wie Zuckerberg und Co!
Wo bleibt eigentlich unser pharmazeutisches Rückgrat?

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AW: "Elektronik" das Problem?

von Wolfgang Müller am 27.05.2018 um 18:33 Uhr

Nein. Die fast immer völlig falsch bewertete und eingeordnete Digitalisierung ("Elektronik") ist nicht wirklich das Problem der traditionellen freiberuflich geführten Apotheke und ihrer "Pharmazeutischen Verantwortung".

Es ist erstens: der EuGH.

Und zweitens, genauso scheiße (sorry, aber es geht gerade für Drittparteien-Leser nicht besser auszudrücken), die Überfrachtung der traditionellen freiberuflich geführten und damit meist eher KLEINEREN Apotheken mit vollkommen bescheuerten, sowohl erbärmlich obsoleten als auch neu-bürokratischen Quatsch-Aufgaben.

Aufgaben, die diesen Apotheken jede Möglichkeit und Fokussierung blockieren, mit den von den Ken und Barbies der großen Politik (die gibt es leider nicht nur in der FDP) hofierten "Internet-Unternehmen" (eigentlich voll trutschig, "Internet-Unternehmen", oder?) da zu konkurrieren, wo sie es eigentlich KÖNNTEN: In der Wirtschaftlichkeit vor Ort und vor Allem dem unschlagbaren persönlichen Kunden-Service inklusive begeisternder Beratung.

eGK

von Andreas P. Schenkel am 27.05.2018 um 11:35 Uhr

eGK ist die Abkürzung für "eine Gestrige Karte". Leider ist sie ein sehr gutes Beispiel dafür, dass Entscheidungsträger an einem lahm gewordenen Projekt festhalten und keinen Seitenblick auf Alternativen sich gestatten wollen. Es könnte ja sein, dass das jahrelang oder jahrzehntelang gehegte berufspolitische Denkmal urplötzlich ganz ärmlich erscheint, wenn man den Vergleich hat. Wobei natürlich die eGK mit allerlei weiteren Organisationen wie Ärzteschaft, Krankenkassen etc. verwoben ist, was eine Umkehr gewiss nicht leichter macht.

Um so zukunftsweisender wäre es gewesen oder (man gibt die Hoffnung ja nie auf) könnte es werden, wenn man eine eigene Apotheker-IT aufbaute, die vernetzbar mit anderen Heilberufen wäre (z.B. Notdienst-Arzt [und nur dieser!] sieht, welcher der indikationsbezogen infragekommenden Antibiotika rasch verfügbar wären), die auch die eGK integrieren könnte, so sie denn noch käme. Ich will hier keiner "Künstlichen Intelligenz" das Wort reden (nebenbei: Da ja einige den rechnenden Blechkisten nun Intelligenz zumessen [und das bei einer weltweit ungenügenden Definition von Intelligenz], kann man auch Pflanzen und dem Pilzmyzel im Walboden Intelligenz zuschreiben. Das ist dann auch das Ausmaß an Intelligenz, das den Big-Data-Experten-Systemen aus dem Silicon Valley innewohnt!), aber maßgeschneiderte Lösungen und Vernetzungen könnten unseren Arbeitsalltag (egal wo) voranbringen und zusätzliche Leistungen (hoffentlich honorierter Art) ermöglichen. Als zusätzliches "Feature" (um dem Neudeutsch mal die Ehre zu geben) neben unseren bisherigen Fertigkeiten (u.a. Fachwissen, Sachkunde, Handwerk, Kommunikation ...) könnte es zu all den fabelhaften Leistungen der Apothekerschaft noch so viel mehr hinzufügen.
Dies wäre eine originäre Aufgabe einer bundesweiten Standesorganisation und hätte gegenüber der Gesundheitspolitik einen weitaus repräsentativeren Charakter als ein neues Apothekerhaus: Es würde sagen: Wir sind noch da, unsere gesamte Apothekerei nutzt sinnvolle Neuerungen und bietet dadurch dem Gesundheitswesen neue, neuartige Leistungen zum Nutzen aller. BÄK-Präsident Dr. Montgomery hat das klarsichtig erkannt, womöglich wäre es nützlich, wenn man sich zusammensetzte?

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AW: eGK

von Martin Didunyk am 27.05.2018 um 12:35 Uhr

das ist alles vollkommen richtig.
Dazu wäre es aber nötig, daß unsere Verbände und Spitzenverbände überhaupt fokussieren welche Kompetenzen wir benötigen und in welchen Bereichen der Politik wir uns neu oder darüberhinaus engagieren wollen.

Das aber geschieht nicht.
Wir fahren einen Kurs wie in den letzten 40 Jahren .... mit gleichen Begriffen ...gleichen Strukturen...

Die Politik hatte sich verändert, anderer Zeitgeist und einen andere Art des "politischen Processing" haben den Alltag erobert.

Wir sind aber in der politischen Ära "Helmut Kohl" stecken geblieben....

ABDA und Verbände ----- Staat im Staat ....

von Martin Didunyk am 27.05.2018 um 11:21 Uhr

Während 20000 Selbständige im Finish der DSGVO Vorbereitungen sind, wird in Berlin gefeiert. Das allein zeigt, wie nah Basis und Verbände aneinander sind. Eine größere Ignoranz der Bedürfnisse der Mitglieder kann es kaum geben.

Der ABDA fehlt in der Zwischenzeit vollkommen eine zeitgemäße, politisch und gesellschaftskonforme Strategie ....und leider mittlerweile auch das Vertrauen der zahlenden Basis. ABDA und die meisten Landesverbände sind nur noch Schatten seiner selbst. Leider ist die Basis nicht emanzipiert genug um die Landesverbände zur Aktion zu zwingen. Also sind wir alle unzufrieden und hoffen..... Unsere Organisationen in denen es sich viele Funktionäre sehr gemütlich eingerichtet haben, können mit diesem Zustand aber sehr gut leben....

Denn was ist besser als eine Basis, die regelmäßig, zuverlässig per Lastschrifteinzug zahlt und eigentlich nichts mehr wirklich erwartet....
Es zeichnet sich immer mehr ab, daß sowohl die Arzneimittelpreisverordnung, FixPreise, Verbote der Rabattierung, Fremdbesitzverbot zur Makulatur werden. Umgehungstatbestände werden in der Zwischenzeit nicht nur umgesetzt sondern auch bei Apo Adhoc oder DAZ gefeiert.

Ein Hinweis von Verbänden, ABDA Fehlanzeige. Die Kompetenz unserer "Genossen" ist in dieser neuen Welt am Ende angekommen.

An den relevanten Stellen der Politik sowie C-Levels der neuen Player wäre man heute eher überrascht, etwas von Apothekern zu hören....Schweigen ist man gewohnt !


Zu unserem aktuellen politischen Auftritt und "Lobbying strategy" gehört eben präsidiales Schweigen, Kommunikation aus dem Lehrbuch der Ecóle diplomatique der vornehmen 1920er Jahre und das alles aus der Belle Etage von Berlin Mitte.

Und natürlich zeichnen wir uns durch Komplete Inkompetenz in Sachen eHealth, Digitalisierung ..... aus.

KnowHow hätten wir in unseren Reihen, lassen es aber liegen....denn die Ämter sind ja vergeben.

Es dürfte zunehmen klar sein, daß sich auch in diesem Jahr 2018 mit unserer Spitzencrew genauso viel bewegt wie in den Vorjahren.

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Reset-Knopf, transpar-/permanentes Schweigen, DSGVO und andere Fehlsteuerungen

von Gunnar Müller, Detmold am 27.05.2018 um 11:18 Uhr

Richtfest
Von wegen „Apotheker“–Haus. Also, mich hat keiner eingeladen. Und auch nicht informiert. Nicht mal in einem der berüchtigten Newsletter.
Und zum Thema „Einigkeit der Mitglieder“ – Keine Sorge: Fritz Becker dachte da wohl lediglich an die Mitglieder der ABDA - und das sind m. E. doch immer noch lediglich die 34 Kammern und Verbände :-)
Die ABDA hat den Kontakt zur Basis komplett verloren und macht auch keine Anstalten, ihn zurück zu gewinnen.
DSGVO und dazonline -
Seiten über Seiten und links über links! Geht es nicht einfacher??! Sorry, aber die ABDA mit ihrem Newsroom macht’s diesmal positiv vor. Ein einfacher Button „Ich bin nicht einverstanden“. Geht auch mit 1 % Akku...
Und zum Thema „Reset-Knopf“:
DEN wünsche ich mir das ein ums andere Mal auch bei anderen bürokratischen, administrativen und organisatorischen Monstern und Berufszertretungen...
Wo sind die jungen „Diefenbachs“??
Wo sind die jungen Kräfte, die das verkrustete System aufbrechen UND dennoch die Grundwerte der Apothekerschaft erhalten?

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Das Schweigen der Lämmer

von Dr.Diefenbach am 27.05.2018 um 10:36 Uhr

Das ist je schön mit dem Richtfest.Ich bin auf die jährlichen Kosten gespannt.Es war ja lange diskutabel,ob Dauermieten oder Selberbauen der richtige Weg wäre.Ich insistiere hier auf den Haushalt 2019 und folgende.Wie ich hörte,wurde der einstimmig verabschiedet.Einstimmig !!!!Also -da muss sich die Basis nicht beschweren,wenn diverse Vorhaben wie abermals ggf.neue Stellen,neue Vorhaben usw. .komplett umgesetzt werden,ohne dass Widerstand zu erwarten ist.Denn die Versammlungen der einzelnen Bundesländer hatten ja "Kenntnis"dieser Tatsache.Oder??-Dann :Die Unterstützung für Herrn Spahn.WIE sieht sie aus .Die Gespräche mit der FDP:WiE laufen die.Die Gespräche mit Herrn Hennrich.Was tut sich da?Was ist mit der HonorarAG?Wo bleibt das Statement zur Gesundheitskarte für die Zukunft??ich erinnere an Unsummen die hier in den Sand gesetzt wurden.Offensichtlich.Es Fehlt.Eine RICHTUNGSVORGABE.Auf so vielen Ebenen.Daher ein Vorschlag an dieser Stelle schon mal :Begrenzung von Amtszeiten auf maximal zwei Perioden a vier Jahren.Dann müssten eigentlich die vor Ort tätigen Gremien intensiver auf Vorwärtsdenker achten.Und zum Schluss :WAS sagte die ABDA Verantwortlichkeit zu dem Datenleck der Versender ???Übrigens:Die Aktie der Shop-Apo läuft nicht schlecht.Derartige Zeichen sprechen auch für sich.Usw.usw.Fragen und Vorstellungen gibts viele.Vielleicht darf man sie im Haus der Begegnung vorstellen,auf Gängen mit Widerhall.Weil sicher nicht Tausende von KollegInnen gleichzeitig dort auftauchen(können!!!)

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AW: Das Schweigen der Lämmer

von Heiko Barz am 27.05.2018 um 12:41 Uhr

"Es fehlt eine RICHTUNGSVORGABE"
Wir haben doch eine SOLCHE, Herr Kollege Diefenbach.
Mit unserem Traktat: Zukunft 2030 ist doch unsere Zukunft greifbar, oder?

Geld

von conny am 27.05.2018 um 9:25 Uhr

Es sollte mich wundern ,wenn es bei der FDP mit Doc Morris anders laufen würde wie damals mit Heckler und Koch. Und Spahn? Max Müller ist sein Kumpel, seine Zukunft ist nach diesem Amt gesichert. Seit umschlungen ihr lieben Millionen. Irgendwann wird alles rauskommen.

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Passt das?

von Ulrich Ströh am 27.05.2018 um 8:35 Uhr

Ich gönne ja jedem sein eigenes schönes Richtfest .

Aber passt die Bemerkung unseres Apothekerverbandsvorsitzenden Becker auf die aktuelle Situation von uns Apothekers ?
Ein repräsentatives Haus mit schlichter Eleganz...
Für 35 Millionen Euro in Toplage mit Dachterrasse...

Kann man machen.
Ist aber der aktuellen Schweigespirale zu unseren Zukunftsaussichten nicht angemessen.

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