CDU-Arzneimittelexperte Michael Hennrich

„Wir müssen beim Rx-Versandverbot umdenken und neue Wege finden“

Berlin - 24.04.2018, 07:00 Uhr

Der CDU-Arzneimittelexperte Michael Hennrich denkt um: Aus seiner Sicht müssen statt dem Rx-Versandverbot nun neue Wege her. (Foto: Külker)

Der CDU-Arzneimittelexperte Michael Hennrich denkt um: Aus seiner Sicht müssen statt dem Rx-Versandverbot nun neue Wege her. (Foto: Külker)


Vor ziemlich genau anderthalb Jahren sprach der Europäische Gerichtshof ein Urteil, über das sich der Apothekenmarkt bis heute streitet. Als einer der ersten forderte damals der CDU-Arzneimittelexperte Michael Hennrich sofort das Rx-Versandverbot als Reaktion. Nun schwenkt Hennrich aber um: Im Interview mit DAZ.online erklärt er, warum er den Stillstand beenden will und welche Lösung er als Alternative bereits entwickelt hat.

Wenn es neben Ex-Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) jemanden gab, der in den vergangenen anderthalb Jahren an der Seite der Apothekerschaft für das Rx-Versandverbot kämpfte, war es Michael Hennrich. Der stellvertretende gesundheitspolitische Sprecher und Arzneimittelexperte der Unionsfraktion ist selbst Jurist und hielt seinen Koalitionskollegen aus der SPD in der vergangenen Legislaturperiode immer wieder entgegen, dass das Verbot europa- und verfassungsrechtlich sehr wohl machbar sei.

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Immer wieder warnte Hennrich aber vor einem politischen Stillstand – schließlich könnten die EU-Versender ihre Marktanteile in dieser Zeit quasi unkontrolliert ausbauen. Auch aus diesem Grund meint der CDU-Politiker nun, dass andere Lösungen als das Verbot hermüssen. Im Gespräch mit DAZ.online fordert er alle Beteiligten auf, die Schützengräben zu verlassen, um nach Alternativen zu suchen. Dabei hat Hennrich sogar selbst eine Lösung im Gepäck, mit der er den Zustand von vor dem EuGH-Urteil wiederherstellen möchte.

DAZ.online: Herr Hennrich, das EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung ist nun ziemlich genau anderthalb Jahre alt. DocMorris wächst und wächst, die deutschen Versender beschweren sich über Ungleichbehandlung und die Apotheker warten auf das Rx-Versandverbot. Wann holt uns die Politik aus dieser Dauerschleife heraus?

Hennrich: Sie haben recht, die Situation ist untragbar. Alle Beteiligten müssen jetzt aus ihren Schützengräben und beim Arzneimittel-Versandhandel darüber nachdenken, wie wir zu einer vernünftigen Lösung kommen. Ein Aussitzen hilft uns nicht weiter. Wir müssen umdenken und neue Wege finden.

DAZ.online: Ach, dabei waren Sie doch gefühlte zehn Minuten nach dem Urteil einer der Ersten, die nach dem Verbot gerufen haben. Werden Sie sich also fortan nicht mehr für das Verbot einsetzen?

Hennrich: Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es juristisch machbar wäre und auch eine gute Lösung ist. Ich sehe aber auch, wie kontrovers das Thema diskutiert wird und wie sich viele schwer tun mit dem Versandhandelsverbot. Ich glaube, wir müssen jetzt schauen, wie wir die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen, so dass alle Beteiligten damit leben können.

Hennrich: Wir kommen nicht weiter

DAZ.online: Welche Interessen meinen Sie?

Hennrich: Es ist nun einmal so, dass das Problem der Spezial-Versender und der Botendienste, das von der SPD angesprochen wird, eine gewisse Gültigkeit hat. Wir können nicht wegreden, dass es für die Versorgung wichtige Versender gibt, die sehr spezialisierte Arzneimittel von A nach B in Deutschland schicken. Außerdem sehe ich auch in der flächendeckenden Versorgung Handlungsbedarf: Die digitale Rezeptsammelstelle in meiner Heimat ist ein toller Ansatz; ich bin mir aber nicht sicher, ob wir damit alle Probleme in der flächendeckenden Versorgung lösen.

DAZ.online: Heißt das, dass Sie sich für neue Modelle öffnen wollen, wie etwa den Automaten von DocMorris?

Hennrich: Nein, überhaupt nicht. Wir müssen gemeinsam mit den Apothekern Lösungen finden, wie die Apotheke vor Ort die Landbevölkerung auch in Zukunft so hochwertig versorgen kann, wie es jetzt schon gegeben ist. Ich bleibe dabei: Die Apotheke vor Ort ist für die Arzneimittelversorgung unverzichtbar. Aber wir können den Ist-Zustand auch nicht noch weiter ausdehnen und wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Probleme bei der flächendeckenden Versorgung eher zunehmen werden.

Zur Person

Der CDU-Politiker Michael Hennrich (52) studierte Rechtswissenschaften in Passau und Bonn. 1995 erhielt er seine Zulassung als Rechtsanwalt. Seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestags. Dort vertritt er als direkt gewählter Abgeordneter seinen Wahlkreis Nürtingen. Hennrich gehört dem Gesundheitsausschuss des Bundestages an, dort ist er Obmann seiner Fraktion. Innerhalb seiner Fraktion ist er Berichterstatter für die Bereiche Arzneimittelversorgung, Apotheken und IQWiG und gilt damit als Experte der Union für alle Arzneimittel- und Apothekenfragen. Zudem ist er stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Arbeit und Soziales sowie für Recht und Verbraucherschutz. Ferner ist Hennrich Vorsitzender der deutsch-arabischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags.

DAZ.online: Warum lohnt sich das Kämpfen aus Ihrer Sicht nun nicht mehr?

Hennrich: Wir können nicht taktieren und hoffen, dass das Verbot irgendwie in zwei oder drei Jahren kommt. Dafür bewegt sich im Markt zu viel, die EU-Versender wachsen. Dass weiterhin gar nichts passiert, will ich vermeiden. Das wäre die schlechteste aller Lösungen. Wir haben ja auch noch ein paar andere Themen im Apothekenbereich wie Dienstleistungsverträge etc., die einer Lösung bedürfen. Alles starrt auf das Rx-Versandhandelsverbot, ohne dass wir weiterkommen.

DAZ.online: Wenn Sie sagen, dass Sie „neue Wege“ gehen möchten, haben Sie denn auch konkrete Ideen im Gepäck, oder wissen Sie nur, dass es das Verbot nicht geben kann?

Hennrich: Doch, ich arbeite schon länger an einer Lösung, die eng mit dem Paragrafen 140e im Sozialgesetzbuch V verbunden ist. Dort steht, dass Krankenkassen für die Versorgung ihrer Versicherten Einzelverträge mit Leistungserbringern aus EU-Staaten und der Schweiz abschließen dürfen.

Das ist Hennrichs Alternativ-Lösung

DAZ.online: DocMorris soll Verträge mit den Kassen abschließen? Das würde die Situation ja torpedieren – hunderttausende Barmer-Versicherte würden Briefe bekommen, in denen Sie aufgefordert werden, zu DocMorris zu wechseln…

Hennrich: Nein, genau das müssen wir verhindern. Wir müssen gleichzeitig sicherstellen, dass solche Verträge nicht weiter beworben werden dürfen von den Kassen. Außerdem müssten die EU-Versender solche Verträge künftig verpflichtend abschließen, um überhaupt an der Versorgung teilzunehmen. Die Erstattungspflicht der Krankenkassen würde ich mit dem Zustandekommen solcher Verträge verknüpfen. Auch sollten die Boni weitestgehend der Solidargemeinschaft zugutekommen. Da die ausländischen Versender nicht an der Notfallversorgung teilnehmen und viele andere Leistungen, die Apotheker wie selbstverständlich erbringen, nicht übernehmen, müsste dann der Fixzuschlag deutlich reduziert werden. Darüber hinaus könnte ich mir vorstellen, mit den Einsparungen der Kassen die Apothekenstruktur zu unterstützen.

Kassen sollen Boni-Einsparungen in Apotheken investieren

DAZ.online: Das müssen Sie erklären.

Hennrich: Man könnte die Kassen ja dazu verpflichten, die Einsparungen, die sie durch das günstigere Apothekenhonorar bei DocMorris haben, in die Unterstützung kleiner oder ländlicher Apotheken beziehungsweise innovative Versorgungsmodelle wie Armin oder ähnliches  zu investieren. Wenn DocMorris beispielsweise zwei Euro Rabatt gewährt, müssten die Kassen diese zwei Euro an die Apotheken abführen. Somit wäre eines gewährleistet: Je stärker der Anteil des Versandhandels, desto mehr Geld fließt in die Apothekenstruktur. Und die Kassen hätten kein Interesse, die Versorgung Richtung Versandhandel zu lenken.

DAZ.online: Was meinen Sie, wie dieser Vorschlag bei der Apothekerschaft ankommt?

Hennrich: Das weiß ich nicht; aber wir sollten einfach mal ergebnisoffen darüber diskutieren, ob man einen solchen Weg einschlagen könnte. Ich werde insbesondere auf dem DAV-Wirtschaftsforum dafür werben. Wir müssen alle verstehen, dass uns die festgefahrene Diskussion um das Verbot nicht mehr weiterbringt und jetzt nach vorne schauen. Das Ziel muss es sein, ein System zu etablieren, dass dem Zustand vor dem EuGH-Urteil möglichst nahe kommt.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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17 Kommentare

Reine Loyalitätsfrage !

von gabriela aures am 24.04.2018 um 22:32 Uhr

Leute, was habt ihr denn erwartet ?
Minister Gröhe ist emotional, voreilig und vielleicht ohne vorherige parteiinterne Absprache mit dem RX-VV „vorgesprescht“.
Was sollten seine Parteikollegen denn machen ?
Ihn öffentlich und offiziell demontieren ?
Die sich mehrenden Stimmen pro Versand , oftmals unter der Hand und mit ziemlich abstrusen Begründungen (Spezialversender usw.) plus die Erklärung (auch von Herrn Hennrich soweit ich mich erinnere), daß die CDU nicht zusammen mit der Linken das Gesetz durchbringen wolle, weil man sich ja seinem Koalitionspartner so in Liebe verbunden fühle. Daß die so sehr verehrte SPD kurz danach den scheinbar nicht ganz so geliebten Regierungspartner mit einer einsamen Entscheidung düpert hat und mal wieder „die Koalition vor einer Zerreißprobe stand“ - shit happens auch in den besten Familien.

Jetzt ist Herr Gröhe Geschichte und die Gegner bekommen Oberwasser.
Ob aus wirklicher Überzeugung oder reinem Opportunismus ist individuell unterschiedlich ausgeprägt, sicher auch oft ein bunte Mischung aus beidem.
Viel schlimmer ist aber, daß satte 18 Monate NICHTS, aber auch ÜBERHAUPT NICHTS passiert ist, weil ja dauernd diese nebulöse Hoffnung, dieses nicht greifbare Versprechen durch den Berufsstand wabern durfte.
Von Anfang an eine Herz-Lungen-Maschine für eine Totgeburt.

SPD, FDP und GrünInnen wollten grundsätzlich nicht, CDU/CSU hatten ein willkommenes Feigenblatt.
Also hat niemand irgendwas SINNVOLLES produzieren müssen.
Realitätsfremde , historisch dämliche Vorschläge gab (und gibt) es allerdings in geradezu inflationärer Anzahl :-((

Interessant ist in diesem Zusammenhang natürlich auch, welche geheimen Pläne B bis ? unsere Standesvertretung im Geheimen ausbaldowert hat, die die staunenden Nicht -Mitglieder (also alle ApothekerInnen) als „finanzielles Trostpflaster“ aufgeklebt bekommen sollen.
Als sensationelles Verhandlungsergebnis mit der Politik ....

Davor habe ich fast die größte Angst....



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Überraschung ?

von Kassensklave am 24.04.2018 um 21:14 Uhr

Ich bin überrascht, wie viele Kollegen überrascht sind....
Haben Sie das RxVV tatsächlich geglaubt....? Spätestens als DocMorris-Freund Jens Spahn zum Minister ernannt wurde, war doch klar, dass die Sache gestorben ist.....
Kann sich noch irgend jemand daran erinnern: "wir wollen die Auswüchse des Versandhandels bekämpfen ("Pick-up")". Stand auch mal in einem Koalitionsvertrag....

Ich prophezeie mal die Reaktion unserer Standesvertretung: "Stillhalten, ruhig bleiben, bloss nicht aufmucken....es könnte sonst noch schlimmer kommen".

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Hennrich

von Conny am 24.04.2018 um 17:19 Uhr

Da lobe ich mir doch Frau Leikert, sie war auch schon vor der Wahl naiv und Doc Morris Fan. Herr Hennrich ist verarsche pur !

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Super Vorschlag

von S. Haese am 24.04.2018 um 13:28 Uhr

Das ist doch eingeflüstert!

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Auswirkung Spahnscher Politik auf die Deutsche Apotheke

von Heiko Barz am 24.04.2018 um 11:54 Uhr

Der Kurzkommentar von "Gender"-Conny ist in dieser breiten Diskussionsrunde der entscheidende.
Der direkte mediale Abwärtstrend bei der Verwirklichung des RXVV ist so was von offensichtlich und die kann eigentlich nur von "Oben" verordnet sein.
Solange niemand in die Hirnschale des Herrn Spahn sehen kann, ist auch die Verknüpfung seiner Neuronen nicht offenbar.
Eins aber wird deutlich, dass eine Vielzahl der neuen, jungen Politprotagonisten mit medizinischen Prozessen nur wenig Kontakt haben und offensichtlich thematisch völlig überfordert sind. Alles soll digital geschehen, jetzt auch noch ( Neuste Spahnsche Initiative )die Internetmedizin. Ich bin gespannt, wie sich die Ärzte diese Internetversorgung von den KKASSEN bezahlen lassen wollen.
Werden die Mediziner für diese Beratungsleistung dann auch mit einem Rabattsatz ähnlich des unseren belastet?
Wo bleibt die immer wieder öffentlich beschimpfte LobbyAbteilung der Apotheker, um all die, in den Kommentaren auch in den unterstehenden, geforderten Änderungen nach "Oben" zur Kenntnisnahme durchzudrücken?
Ich bin mal "gespahnt" was jetzt unser Frontmann Friedemann mit dem GM Spahn ergebnisorientiert zu besprechen hat und was davon in die Niederungen der einfachen Vor Ort Apotheken argumentativ gelangen wird.

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Hennrich

von Michael Zeimke am 24.04.2018 um 10:42 Uhr

Er ist halt Jurist .

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Wer vertritt die Interessen der Bürger und Wähler im Land?

von Karl Friedrich Müller am 24.04.2018 um 10:08 Uhr

die niederländische Regierung regt sich auf, dass bei einem Rx Versand Verbot so ca 3,5, Arbeitsplätze gefährdet wären in den NL.
Verständlich, sie vertreten ihre Bevölkerung.
dass in DTld dafür ein paar Tausend und die Infrastruktur auf der Strecke bleiben, braucht sie nicht zu interessieren.

Von wem genau wurde unsere regierung und Politiker gewählt? Nein, nicht von den Niederländern!

Wann genau haben Regierung und Politiker mal vor, die Interessen ihrer Wähler und Bürger zu vertreten?

Nicht von Konzernen, dazu ausländischen?
Das ist kein "weiter so", sondern: "schlimmer gehts immer"

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AW: Wer vertritt die Interessen der Bürger

von Landapotheker am 24.04.2018 um 10:33 Uhr

Die Bundesregierung vertritt nur in 4 Bereichen die Interressen der deutschen Konzerne ohne Rücksicht auf EU, Gesetze, NAchbarländer, egene Bürger:

-Agrarkonzerne, Gülleverpester, Wurstpanscher
-Automobilindustrie
-Rüstungsindustrie
-Großbanken/ Versicherungen

alles andere ist wurscht.
-Hebammen, Apotheken, Landärzte, Umwelttechnik, Mittelstand, Taxifahrer, Einzelhändler, ... wird völlig überschätzt .

Zuzahlung

von Kleiner Apotheker am 24.04.2018 um 9:46 Uhr

Warum so umständlich?

Zuzahlung für z.B. chronisch Kranke streichen, fertig.
Herr Spahn freut sich: Die Krankenkassen bekommen ihre Rücklagen abgebaut
Versicherte freuen sich: Geld gespart
Für Krankenkassen wird der Verwaltungsaufwand deutlich geringer.
Natürlich könnte der Krankenkassenabschlag für Apotheken dann auch gestrichen werden.

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Hennrichs

von Conny am 24.04.2018 um 9:01 Uhr

Die Gehirnwäsche eines Jens Spahn scheint zu funktionieren. Unglaublich. Wenn wunderts das manche Partei 13 Prozent bekommt.

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p.s.

von Michael Weigand am 24.04.2018 um 8:58 Uhr

natürlich vertraue ich auf die Vernunft der CDU und dass diese mit den Krankenkassen eine ähnlich gute Lösung wie bei der Pflege (hier seien die Betrügereien bei den 40 Euro Pauschale im Monat genannt) oder noch besser bei Inkontinenz oder anderen Hilfsmitteln....Wildwest bei der Preisbildung (und da muss man die Barmer ja noch loben (haha), die glaube ich bei einem Anbieter selbst Skrupel bekam)....

Wenn Herr Hennrichs denkt, hier den Krankenkassen, wenn die Dämme erstmal gebrochen sind, irgendwie Einhalt gebieten zu können, dann hat er einfach keine Ahnung. Da er aber Ahnung hat....mir graut es immer mehr....

Und Herr Hennrich, nur damit Sie später nicht sagen, dass das keiner hat kommen sehen können. Wir reden hier nicht mehr von docmorris...wenn da der Damm bricht, steht uns das Wasser zwar auch bis zum Hals (und wenn man zu klein als Apotheke ist, dann wars das dann)...wir reden von den großen Playern a la Amazon...docmorris ist dagegen dann die Pfütze zur Nordsee im Größenvergleich....da kann die Krankenkasse gern ein paar Boni verteilen...fragt sich nur an wen?
DIe Steuerparadiesler in Holland sind doch nur die erste Welle...Amazon wird der Sturm, der uns vernichtet....und Sie Herr Hennrich sind sicher nicht der Seenotretter...Sie sind der Deichbauer, der sagt, dass der man mit warmen Worten die Flut aufhalten kann und der sich daran macht die Erden vom Deich zu baggern....

ich weiß alles pathetisch...aber mir fällt nichts mehr zu soviel Kurzsichtigkeit ein...

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Journalismus

von Karl Friedrich Müller am 24.04.2018 um 8:54 Uhr

ich hab einen Fehler gemacht: DocMorris hält sich naturlich ! umgehend NICHT an den Vertrag, dessen Beitritt erzwungen wurde.

Dann wäre es doch eines Journalisten auch mal zuzumuten, dass man nicht einfach nur nett abfragt, sondern die Antworten auch mal kritisch hinterfragt!

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nur Stuss

von Karl Friedrich Müller am 24.04.2018 um 8:44 Uhr

1. Es gibt einen Vertrag mit den KK, den Rahmenvertrag. DocMorris hat sogar darum prozessiert, damit sie beitreten können. DocMorris hält sich umgehend, von den KK nicht sanktioniert, an den Vertrag. DocMorris hat in der Vergangenheit viele Gesetze und Verträge gebrochen und noch nicht mal Strafen bezahlt.
2. Rezeptsammelstellen und Botengänge ändern an der wetbewerbsverzerrung überhaupt nichts.
3. Einzelverträge werden die Vormachtstellung der Versender weiter ausbauen.
4. Boni werden mit Sicherheit nicht abgeführt, und wenn, gibt es immer noch keine Chancengleichheit.
5. KK werden nie ! im Leben Apotheken unterstützen und wege finden, uns weiter zu schaden. Erst müsste mal das ganze Führungspersonal ausgetauscht werden.

Wenn die Politik etwas will, geht es ruck zuck. Ohne rechtliche Bedenken. Haben wir im Wahlkampf und danach gesehen, als mehr oder weniger heimlich einiges durchgesetzt wurde. Nur bei Apotheken hat man Bauchschmerzen. Lächerlich!!
Wir werden verkauft.
Die Politik fügt dem Land (nicht nur hier) massiven Schaden zu.
Gesunde Betriebe werden zerstört. Ausländische Konzerne bevorzugt,Arbeitsplätze vernichtet oder in wertlose Minijobs umgewandelt. Steuern gehen verloren. Die ländliche Struktur weiter zerstört, alte Leute und ihre Bedürfnisse ignoriert, die Bevölkerung gefährdet und schließlich die Kosten im Gesundheitswesen gesteigert, weil vollkommen ignoriert wird, dass wir hier durch Beratung Arztbesuche vermeiden helfen.

Ich nenne das feige, abenteuerlich und nicht nachvollziehbar. Lobbyismus. für DocMorris.
so sind Politiker heute. Vorne rum angeblich fürs Volk, hintenrum und heimlich zählen nur die Konzerne. Und denken noch, niemand merkt es.

Eine Schande!

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Verraten und verkauft...

von Michael Weigand am 24.04.2018 um 8:32 Uhr

...da freue ich mich doch auf die nächsten Landtagswahlen für die CDU/CSU...also ich geh sicher wählen und mein Personal hat auch Angst um die Arbeitsplätze. Kein Wunder, dass Herr Gröhe und Frau Widmann-Mauz "weg" mussten....
Und ich danke auch Herrn Hennrich für den Lacher der Woche...die Krankenkassen dazu bringen, nicht für docmorris zu werben....auf welchen Planeten lebt der Mann. Seit Jahren trommeln durchweg fast alle Krankenkassen für die Versender...das ist dann nicht Werbung, sondern Patienteninformation. Oder noch besser...docmorris zeigt sich großzügig und schaltet ganzseitig Anzeigen in den Patientenratgebern der Krankenkasse oder sponsert (um nicht ein anderes Wort zu verwenden) die Krankenkassen auf andere Weise...Geld stinkt ja nicht, wenn es aus den Steuerschlupflöchern dieser Welt überwiesen wird.
Und Herr Hennrich ....Botendienste und Spezielversender sind die faulsten Ausreden, die man sich nur vorstellen kann. Wie machen denn das andere Länder mit Verbot...sterben da die Leute auf der Strasse??? Und nein...die Apotheken in diesen Ländern haben auch keine andere Einrichtung (Sterilherstellung) als deutsche Apotheken.
Es ist geradezu pervers, dass man sich an sowas hochzieht, wohl wissend, dass man eben keine Argumente mehr hat....
Schade, dass die CDU sich zu so einem Schmierentheater hinreißen lässt...dann sagt doch offen....Liebe Apotheker, wir haben Euch verarscht (und das ist normalerweise nicht meine Wortwahl, aber hier passt es einfach wegen der Direktheit), Eure Wählerstimme war für uns wichtig, aber ansonsten...
Wenn dieses Gesetz nicht kommt, dann war es das letzte Mal, dass ich der Union meine Stimme gegeben habe, ist ja eigentlich dann egal wen man von denen da oben wählt....

einfach nur Wahnsinn

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Kann man wirklich so blauäugig sein?

von Hendrik Scheer am 24.04.2018 um 8:30 Uhr

Wie kann man als ja wohl einigermaßen gebildeter Politiker so einen Vorschlag machen? Auch Herr Hennrich sollte wissen, dass Konzerne mit ausreichend Kapital im Hintergrund jahrelange Verluste einkalkulieren, wenn denn am Horizont Gewinne winken.
Selbst wenn die Versandapotheken eine kleinere Vergütung bekommen würden; die Umsteuerung weg von der Apotheke vor Ort würde noch intensiver weitergehen und damit auch das Apothekensterben. Darüber hinaus hätten wir eine Diskussion über den einheitlichen Abgabepreis, der den Krankenkassen nur recht sein wird.

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CDU

von Landapotheker am 24.04.2018 um 8:24 Uhr

Huch was ist denn da passiert.
Vor der Wahl wird uns erzählt das das RxVV fertig in der Schublade liegt.
Nach der Wahl erzählt uns Frau Maag das es im Herbst kommt.
Die SPD-Leute erzählen uns das sie es mittragen, da es im Koalitionsvertrag steht.
Herr Spahn sagt das er dabei es es rechtlich anzupassen und es kommt.
Nun äußert sich ein Verfechter der ersten Stunde des RxVV
der CDU zu Alternativen ? Diese Alternativen klingen so ähnlich wie die Vorschläge der Grünen und der SPD.

Hatte man das nicht schon alles diskutiert ?
Ist das rechtlich machbar ?
Ein Punkt der mir hier massive Bauchschmerzen macht : Wer in der Politik zwingt dauerhaft Krankenkassen zu etwas ! Wenn die Insolvenzverschleppung der BRD und der EU mal wieder als "Krise" durchbricht, dann sehe ich schon die armen Krankenkassen schreien das sie die "Subventionen" für die Apothekenstruktur dringend selber brauchen. Ich sage nur Bundeszuschuss wegen versicherungsfremden Leistungen, der nach Kassenlage fließt.
Die Krankenkassen dürften jetzt schon nicht die Ausladnsversender beliefern, da sie den Rahmenvertrag verletzen.
Die Krankenkassen haben die Auslandsversender auch bezahlt als diese illegal ohne Rahmenvertrag lieferten.
Woher kommt der Glaube das die Krankenkassen und die Auslandsversender sich an irgendwelche Gesetze halten ?
Gesetze sind nur für Selbständige und nur für Inländer gültig (nur so ein subjektives Gefühl) .

Also nichts gegen Herrn Hennrichs. Er wird seine Gründe haben und man kann sie erahnen. Sollten die Gründe die sein die ich denke, dann hätte uns eine Partei richtig verarscht. Aber vielleicht werden wir ja noch positiv überrascht .

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Sie hatte Recht

von Anita Peter am 24.04.2018 um 7:51 Uhr

Man kann über Frau Kordula Schulz-Asche denken was man will, aber in einem hatte sie Recht. Die CDU verkauft die Apotheker für dumm. Sich in den Koaltitionsvertrag das RXVV schreiben und ein paar Wochen später zu beerdigen spottet jeder Beschreibung.

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