BAH-Gesundeitsmonitor

Große Vorbehalte gegen Impfungen

Berlin - 18.04.2018, 14:40 Uhr

Viele Bürger sind sich unsicher, wie es um ihren Impfstatus bestellt ist. (Foto: M. Rosenwirth / stock.adobe.com)

Viele Bürger sind sich unsicher, wie es um ihren Impfstatus bestellt ist. (Foto: M. Rosenwirth / stock.adobe.com)


BAH: Mehr Aufklärung nötig

„Diese Auffassungen widersprechen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen“, kommentiert Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim BAH, die Umfrageergebnisse. „Bei manchen Erregern gleicht ein Verzicht auf Impfschutz gar einem Spiel mit dem Feuer. Zum Beispiel können Masern-Viren eine Hirnhautentzündung auslösen, die eventuell auch Jahre nach der Ansteckung noch zum Tode führt. Von der Ansteckungsgefahr für andere gar nicht zu reden“.

Das Wissen um den eigenen Impfschutz ist offenbar ebenfalls lückenhaft. Laut Gesundheitsmonitor glaubt nur jeder Zweite in Deutschland, einen aktuellen Impfschutz gegen Masern zu haben, und nur etwa jeder Dritte gegen Keuchhusten. Am verbreitetsten sind Impfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf). Drei von vier Befragten gaben an, hiergegen geschützt zu sein. Häufig sind sie allerdings unsicher, ob der Impfschutz noch aktuell ist oder nicht.

Und es gibt noch weitere Vorbehalte: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist davon überzeugt, dass Impfungen ständig wiederholt werden müssen, sollen sie wirklich schützen. Vier von zehn halten die Nebenwirkungen und Risiken für nicht kalkulierbar. Und jeder Vierte denkt, dass Impfungen die Erkrankungen erst verursachen, gegen die sie schützen sollen.

Kroth hält mehr Aufklärungsarbeit für dringend notwendig – und denkt dabei in erster Linie an Ärzte und Apotheker. „Wenn sich über eine bessere Aufklärung dann auch die Durchimpfraten steigern lassen, profitiert der am meisten, um den es vor allem geht: nämlich der Patient“. 



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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