„Kostenlos“ erhältlich

Frauenärzte werben für „Pille danach“ auf Rezept

Stuttgart - 16.04.2018, 17:20 Uhr

Nicht für alle Frauen jeden Alters ist die Pille danach „kostenlos“. (Foto: imago / sepp spiegl)

Nicht für alle Frauen jeden Alters ist die Pille danach „kostenlos“. (Foto: imago / sepp spiegl)


Rezepte nachreichen ist kein Thema

Was Albring allerdings nicht erwähnt ist, dass viele Apotheken junge Frauen durchaus darauf hinweisen, dass sie das Rezept nachreichen können. Gegen Vorlage der Verordnung und des Kassenbons ist es in der Regel kein Problem, dass Patientinnen ihr Geld wieder ausgezahlt bekommen.

Dass immer weniger Notfallkontrazeptiva auf Rezept abgegeben werden, ist allerdings Fakt – auch bei den Frauen, die das Präparat von der Kasse erstattet bekommen. Vor der Entlassung aus der Rezeptpflicht, reichten 20 Prozent der Frauen der gesetzlichen (GKV) und 80 Prozent der Frauen der privaten Krankenversicherung (PKV) ein Rezept ein. Direkt nach der Freigabe waren es nur noch 13 Prozent PKV- und 6 Prozent GKV-Rezepte. 81 Prozent der Frauen kamen ohne Rezept. Und die Zahlen fielen weiter: Im letzten Quartal 2015 lag die Verteilung sogar bei 85 Prozent Selbstmedikation sowie bei 10 Prozent PKV- und 4 Prozent GKV-Rezepten. Laut Arzneiverordnungsreport wurden 2015 nur noch 0,03 Millionen durchschnittliche Tagesdosen (DDD) Ella One® zulasten der GKV verordnet, also 30.000 Packungen. Pidana® hingegen war 2015 nicht mehr unter den meist verordneten Arzneimitteln gelistet.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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