Die letzte Woche 

Mein liebes Tagebuch

04.03.2018, 07:35 Uhr

Mein liebes Tagebuch, sie lieben uns, sie lieben uns nicht, sie lieben uns, ... (Foto: Andi Dalferth)

Mein liebes Tagebuch, sie lieben uns, sie lieben uns nicht, sie lieben uns, ... (Foto: Andi Dalferth)


27. Februar 2018 

Apotheke und Großhandel – nicht immer oder nicht mehr nur eine Liebesbeziehung. Früher, viel früher war das mal anders. Früher, als die Spannen noch üppig waren, als es ordentliche Aufschläge und fette Rabatte gab und der Großhandelsvertreter noch ab und zu ein Geschenk vorbeibrachte. Das alles ist Geschichte. Die Politik begann 2004, die Spielregeln der Beziehung Apotheke – Großhandel neu zu ordnen. Die Rabatte, die Skonti sind überschaubar geworden, selbst das unlängst ergangene Skonto-Urteil löste wider Erwarten keine Riesen-Rabattschlacht aus. Der finanzielle Spielraum des Großhandels wurde enger, das kontinuierlich steigende Direktgeschäft, die Hochpreis-Arzneimittel und dazu mehr und mehr gesetzliche Anforderungen (z. B. gekühlte Transportautos und die Vorbereitungen auf Securpharm) zehren an dem, was übrig bleibt. In dieser Situation wird der Großhandel schon mal erfinderisch: Servicebeitrag heißt das Zauberwort, um die Apotheke zur Kasse zu bitten dafür, dass er sie beliefert, vor allem, wenn sie zu wenig Umsatz macht. Mein liebes Tagebuch, wehren kann man sich dagegen kaum. Man kann versuchen, die Anzahl der Touren zu beschränken, was entweder zu einer schlechteren Lieferfähigkeit oder notgedrungen zu einem größeren Warenlager führt. Oder man kann versuchen, mit seinem Großhändler zu reden, über Konditionen, über Servicebeiträge – denn nichts ist in Stein gemeißelt, alles ist individuell. Ein Ärgernis sind  allerdings – und das ist schon legendär – die Großhandelsrechnungen. Mit einem hochkomplexen und anspruchsvollen Pharmaziestudium allein kann man noch lange keine Großhandelsrechnung lesen geschweige denn verstehen. Was man mit dem Großhandel am Konditionen vereinbarte und was dann auf dem Papier steht, das lässt sich für Otto-Normal-Apotheker nicht nachvollziehen. Zeilenrabatte, Abschläge, Boni, Mali, Spannenausgleich, Servicegebühren und vieles mehr – der Erfindungsreichtum des Großhandels ist schier unendlich. Mein liebes Tagebuch, man fühlt sich über den Tisch gezogen. Der Großhandel, der eine Rechnung ausstellt, die auf den ersten Blick zeigt, woran man ist, hätte einen Preis verdient. 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche 

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Rückblick auf das letzte Jahr

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Rückblick auf das Jahr 2017

Mein liebes Tagebuch

4 Kommentare

Zum Kollegen Küsgens

von Dr.Diefenbach am 04.03.2018 um 14:17 Uhr

Meines Wissens nach ist Bzgl.Securpharm Deutschland in der Vorreiterrolle.Begründung ;Es kommt auf jeden Fall eine Richtlinie (!)aus Europa.Da übernehmen "wir"lieber die "Führung" und gehen davon aus ,dass die anderen dann uns folgen.Wie weit das in der EU bereits gegriffen hat,müsste ja feststellbar sein.Man kann nur hoffen,dass es dann ordentlicher zugeht als mit der schlampigen Auslegung so vieler Sachverhalte in anderen Sparten ,wie man es in der "Union"häufig sieht.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Ab jetzt gibt es kein Verstecken mehr!

von Gunnar Müller, Detmold am 04.03.2018 um 13:21 Uhr

Für Euch Politiker.
WIR Apotheken sind der Kitt, der das Gesundheitssystem vor Ort in den Kommunen und Quartieren für die Bevölkerung zusammmenhält.
WIR sind bereits jetzt die ersten Ansprechpartner für alle möglichen (und unmöglichen) Fragen, wo andere sich für eine neuerdings wieder zuhörende und dann auch sprechende Medizin einsetzen.
WIR sind bereits jetzt auch als Studierte jederzeit barrierefrei erreichbare Coaches durch das immer komplizierter werdende Gesundheits- und Sozialwesen.
Und letztlich: WIR mit unseren Bemühungen sorgen dafür, dass die KrankenKassen pro Jahr über 4 Mrd. € von den Herstellern zurückbekommen und sich über eine Reduzierung der Arzneimittelausgaben freuen können.
WIR Apotheken sind UNSER Geld also mehr als wert!

Ab jetzt gibt es kein Verstecken mehr!
Auch nicht für Euch „Berufs“–Standespolitiker bei ABDA, Kammern und Verbänden!
IHR habt uns nach all den Flops der letzten 15 Jahre jetzt endlich (!) so zu vertreten, dass WIR vor Ort endlich wieder in Ruhe und wirtschaftlich gesichert das tun können, wofür wir uns - nicht per Eid aber im Gegenzug zu unserer Betriebserlaubnis - verpflichtet haben: Als Apotheker zu arbeiten!
Also, sorgt gescheit für uns - und nicht für immer neue Scheinaktivitäten (Agenda, AMTS, Impfen, Einschreibemodell...), die die Zukunft der Apotheken vermeintlich sichern sollen.
Und:
Falls Euch das wieder einmal nicht gelingen sollte, fürchtet Euch jetzt schon vor der Apothekerbasis. Denn:
Der designierte BmG Jens Spahn ist nur einen Mouseclick von uns entfernt ...
spahnaktuell@jensspahn.de

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Großer Kollaps

von Bernd Jas am 04.03.2018 um 12:34 Uhr

Pschhhht, wir werden wieder regiert.
Jetzt müssen wir uns trotz schwindendem Frost warm anziehen , bekommen jedoch öfter mal ein Spahn zum Einheizen nachgelegt.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Secupharm

von Bernd Küsgens am 04.03.2018 um 12:26 Uhr

In welchen Ländern der EU wird ein System wie Secupharm oder ähnliches eingeführt? Oder sind wir mal wieder ddie Musterknaben.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.