Myokarditis durch Influenza

Wie gefährlich ist die aktuelle Grippe fürs Herz?

Stuttgart - 05.03.2018, 14:20 Uhr

 Die Grippewelle ist dieses Jahr besonders schlimm – auch fürs Herz? (Foto: imago)

 Die Grippewelle ist dieses Jahr besonders schlimm – auch fürs Herz? (Foto: imago)


RKI: „Dass B-Yamagata besonders kardiotrop ist, wäre uns neu“

Das Robert-Koch-Institut bringt Influenza-B-Yamagata nicht unbedingt in direkte Verbindung mit Myokarditiden. Laut RKI hat Influenza-B-Yamagata vielmehr den Skelettmuskel als den Herzmuskel im Visier: „Influenza B scheint eher eine Affinität zur Skelettmuskulatur, insbesondere der Wadenmuskulatur, zu haben“, erklärt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts. Diese Myositiden untersuchte unter anderem Dr. Udo Buchholz, Arzt und Infektionsepidemiologe am RKI, in der Grippesaison 2007/08. Wie in der aktuellen Grippewelle zirkulierten 2007/08 ebenfalls verstärkt Influenza-B-Viren des Subtyps Yamagata. Die B-Viren machten in der damaligen Grippesaison jedoch insgesamt nur 46 Prozent aller Influenzaviren aus, innerhalb der B-Linien dominierte Yamagata jedoch eindeutig mit 99 Prozent. Nochmals zum Vergleich: Die gegenwärtige Grippesaison beherrscht Yamagata zu fast 75 Prozent aller Infektionen. Damit ist er für nahezu alle nachgewiesenen, durch B-Stämme verursachten Fälle verantwortlich. 

Influenza B Yamagata verursacht Myositis bei Kindern

Was Bucholz in der damaligen Grippesaison beobachtete, war eine bundesweite Zunahme der benignen akuten Myositis im Kindesalter (BACM, benign acute childhood myositis). Als entzündliche Erkrankung der Skelettmuskulatur wird BACM mit verschiedenen Virusinfektionen in Verbindung gebracht – auch mir Influenza.
Buchholz untersuchte damals 219 Kinder, die an Influenza-assoziierter benigner akuter kindlicher Myositis litten. Die erkrankten Kinder waren durchschnittlich sieben Jahre alt und zu drei Viertel männlich. Im Mittel lagen drei Tage zwischen dem Auftreten von Fieber und der Myositis, die Beschwerden dauerten durchschnittlich vier Tage. Die RKI-ler kamen in dieser Grippesaison 2007/08 zu dem Schluss, dass eine benigne Influenza-assoziierte Myositis im Kindesalter stark mit dem männlichen Geschlecht, dem Alter von sechs bis neun Jahren und dem damals dominierenden Influenza-B-Stamm korreliere.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Grippe Influenza B

von Ute Urban am 18.03.2018 um 20:57 Uhr

Toll dass sich mal jemand äussert. Wenn man auch nicht viel ausrichten kann. Ich bin jetzt auch schon die dritte Woche zu Hause. Und wenn man noch mal beim Arzt anrufen muss weil es einen noch nicht besser geht, kommt man sich ehrlich gesagt verarscht vor. Man hat den Eindruck dass die Ärzte einen nicht ernst nehmen. So als wollte man nur mal etwas krank machen. Bloß das auch schon Leute daran gestorben sind ist doch eigentlich sehr traurig. Ich wünsche mir auch diesbezüglich mehr Aufklärung. Kann ja nun nicht jeder die Notaufnahme nutzen. Die haben ja schon allerhand andere Patienten zu versorgen.

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Infuenza B

von Müller Dieter am 09.03.2018 um 16:42 Uhr

Ich werde im Mai 80 Jahre , habe mein lebenlang gearbeitet
und habe 46 Jahre gutes Geld in die Krankenkassen eingezahlt und glaubte ich werde entsprechen behandelt.
Jedes Jahr Grippeschutzimpfun auch Winter 2017/18.
leider wurde wir nur die DreifachschutzImpfung zugesproche. Nun hat mich die Influenza B erwischt und ich habe schwer zu kämpfen. Ich finde es gelassen gesagt
eine Sauerei da ich jetzt schon durch Notdiest und Krankenhausbehandlung ein vielfaches an Mehrkosten Verursacht habe als die vierfach Schutzimpfung gekostet hatte. . Ich glaube nicht das mei kleiner Beitrag etwas endert,
aber ich mußte mir mal Luft machen

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