Geschäftsjahr 2017 

Bionorica mit kräftigem Umsatzplus

Neumarkt / München - 02.03.2018, 14:05 Uhr

Dr. Uwe Baumann (links), Leiter Global Business und Vorstandsmitglied von
Bionorica, und der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Michael A. Popp freuen sich über gute Zahlen. ( Foto: BIonorica)

Dr. Uwe Baumann (links), Leiter Global Business und Vorstandsmitglied von Bionorica, und der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Michael A. Popp freuen sich über gute Zahlen. ( Foto: BIonorica)


Das Oberpfälzer Pharmaunternehmen Bionorica hat seinen Umsatz dank eines gut laufenden OTC-Geschäftes im vergangenen Jahr erneut deutlich gesteigert. Für 2018 peilt der Phytopharmakahersteller kräftige Investitionen in seine Standorte an. 

Der auf Phytopharmaka spezialisierte Arzneimittelhersteller Bionorica blickt auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück. Wie das Unternehmen anlässlich der Vorlage des Jahresberichtes mitteilte, stieg der Umsatz gegenüber 2016 um 17,6 Prozent auf 297,6 Millionen Euro. Dabei sei das Wachstum im Bereich der apothekenpflichtigen, nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel (OTC), aus allen relevanten Segmenten gekommen. Der weltweite OTC-Umsatz sei um 14,4 Prozent auf 272 Millionen Euro gestiegen, wovon 112 Millionen Euro in Deutschland und 160 Millionen Euro im Ausland erwirtschaftet worden seien. Als stärkste Märkte hätten sich erneut Deutschland und Russland erwiesen. Angaben zum Ergebnis machte das Unternehmen nicht.

Mit einer Eigenkapitalquote von 79 Prozent (2016: 77 Prozent) verfügte der Neumarkter Naturarzneihersteller nach eigener Einschätzung über eine gesunde Grundlage für weiteres Wachstum. „Die Kapitalstärke von Bionorica ist wichtig für die Finanzierung unseres Wachstums aus eigener Kraft“, sagte Michael A. Popp, Inhaber und Vorstandsvorsitzender der Bionorica SE. 

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Bionorica sieht sich als führender Hersteller auf dem deutschen Phytopharmakamarkt. „Nach Absatz in Packungen haben wir unsere Marktführerschaft in Deutschland weiter ausgebaut“, sagte Uwe Baumann, Leiter Global Business und Vorstandsmitglied von Bionorica. Dies sei besonders vor dem Hintergrund des schwer umkämpften Marktes erfreulich.

Bei allen Kernmarken habe das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzplus verzeichnet. Sinupret, das stärkste Produkt von Bionorica auf dem deutschen Markt, verbuchte demnach trotz starker Marktoffensiven des Wettbewerbs ein Umsatzplus von 16,4 Prozent und hat den Marktanteil weiter ausgebaut. Gleiches gelte für Canephron, das um 16,2 Prozent zulegte. Der Umsatz von Bronchipret sei um 15,2 Prozent gestiegen, der von Imupret um 14,5 Prozent,

Positive Entwicklung bei Cannabinoiden

Eine positive Entwicklung sahen Popp und Baumann auch bei der Verschreibung des Wirkstoffs Dronabinol seit der Gesetzesnovellierung in Deutschland zur Erstattung von Cannabis-Arzneimitteln im März 2017. So seien im vergangenen Jahr 11.000 Patienten mit Dronabinol versorgt worden, fast drei Mal mehr als noch 2016. Mit rund 13,6 Millionen Euro habe der Umsatz 2017 über dem Doppelten des Vorjahres (2016: 5,76 Mio. Euro) gelegen. Popp zeigte sich zuversichtlich, dass die Zahl der behandelten Patienten noch steigen wird. „Die aktuelle Genehmigungsrate seitens der gesetzlichen Krankenkassen liegt laut Medienberichten bei zirka 60 Prozent“, so Popp. „Wir hoffen auf eine sich weiterhin positiv entwickelnde Genehmigungssituation. Dies würde die Lebensqualität vieler darauf angewiesener Patienten deutlich verbessern.“ 

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Geografisch hat sich Bionorica im vergangenen Jahr breiter aufgestellt und nach eigenen Angaben weltweit die Entwicklung neuer Märkte vorangetrieben. Erfolgreich gestartet sei Bionorica auch im iranischen Markt, wo seit November 2017 sieben Medikamente des Unternehmens zugelassen worden und verfügbar seien. In Mexiko sei der Markteintritt für 2019 geplant.

Darüber hinaus will das Unternehmen kräftig in den Ausbau der internationalen Forschungskapazitäten investieren. Aktuell würden mehr als 50 Mitarbeiter am Standort Neumarkt und rund 30 Wissenschaftler bei Bionorica Research in Innsbruck Pflanzenwirkstoffe erforschen. Vor allem in den österreichischen Standort solle weiter investiert werden, um die Vision des „Phytovalley Tirol“ voranzutreiben, das die Forschung rund um die medizinische Nutzung von Pflanzenwirkstoffen bündeln soll. In Innbruck, in der Neumarkter Unternehmenszentrale sowie im neuen Werk im russischen Woronesch will Bionorica im laufenden Jahr 40,5 Millionen Euro investieren, mehr als doppelt soviel wie 2017. Damit werde Bionorica von 2012 bis Ende 2018 insgesamt 160,5 Millionen Euro in seine Standorte investiert haben.

Gestiegen ist auch die Zahl der Mitarbeiter, die 2017 in Deutschland erstmals bei über 1000 lag. Weltweit zählte Bionorica mehr als 1600 Beschäftigte. 



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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