GroKo-Personalien

Spahn wird Gesundheitsminister – das sagt die Presse 

Stuttgart - 26.02.2018, 12:00 Uhr


 „Höllenjob am Kabinettstisch“ für Spahn

Die Westfalen Post spricht gar vom „Höllenjob am Kabinettstisch“, eine Formulierung, die unter anderem von der Bild-Zeitung aufgegriffen wurde. 


„Und mit der Berufung ihres härtesten Kritikers Jens Spahn gibt die Kanzlerin den Merkel-Gegnern Raum für Profilierung. Auch das ist taktisch geschickt. Denn für Spahn ist der Höllenjob am Kabinettstisch reserviert.
Pflegenotstand, Kassenkrise, Ärzteflucht. Damit wird Jens Spahn künftig zu kämpfen haben. Dazu hat er die mächtigsten Lobbygruppen aus Ärzteschaft und Pharmaindustrie im Genick, die alle an die Milliarden-Töpfe drängen. Das Amt hat schon die Erfahrensten zerrieben, Ulla Schmidt könnte ein Lied davon singen. Merkels Kalkül: Da bleibt wenig Zeit für Macht-Ränkespiele und die Gefahr des Scheiterns ist groß.“


Die Stuttgarter Zeitung hält Spahns neuen Job  auch nicht für den angenehmsten und stellt dies als Karikatur dar. 

Die FAZ bringt Spahn als potenziellen Nachfolger Merkels ins Spiel. 


„Auf Spahn und Kramp-Karrenbauer ruhen nun alle Blicke, wenn es um die Nachfolge Merkels geht. Zumindest im Falle Spahns ist das voreilig. Kramp-Karrenbauer hat schon gezeigt, dass sie etwas kann“


In einer FAZ-Glosse, die mit Merkels Fallstricke überschrieben ist, heißt es dann noch: 


„Es gibt begehrtere Posten in Angela Merkels neuem Kabinett als die Leitung des Gesundheitsministeriums. Nach dem Ressort hat es selbst die SPD nicht verlangt, die im Wahlkampf mit der Bürgerversicherung großspurig einen Systemwechsel in der Krankenversicherung propagiert hatte, dazu gleich noch einen Neustart der Pflegestruktur. [...] Spahn hat so inner- und außerhalb der CDU die Erwartung geweckt, dass hier einer sein könnte, der einen guten ordnungspolitischen Kompass hat - und auch bereit ist, für seine marktwirtschaftliche Überzeugung zu kämpfen. Beides täte im Gesundheitsressort not. Dort braucht es dringlich einen starken Minister, der die wegen aktuell voller Kassen uferlosen Wünsche nach höheren Leistungen der Gesundheits- und Pflegeversicherung mit den langfristigen Finanzierungsmöglichkeiten einer alternden Gesellschaft zusammenbringt." 


Das Ärzteblatt, das offizielle Organ der Ärztekammer schreibt:


„CDU-Chefin Angela Merkel will Finanzstaatssekretär Jens Spahn zum Bundes­gesundheitsminister machen. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag offiziell mit. Er wird damit Nachfolger von Hermann Gröhe (CDU), der dem künftigen Bundeskabinett nicht mehr angehören wird. ‚Ich halte Jens Spahn gerade als Vertreter der jüngeren Generation für sehr, sehr gut geeignet, im Sinne der Generationengerechtigkeit diese Themen anzugehen‘, sagte Merkel. Das Ressort Gesundheit und Pflege sei von allergrößter Bedeutung für den Zusammenhalt in der Gesellschaft.  Zudem habe er als gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CDU-Bundestagsfraktion von 2009 und 2015 Erfahrungen im Gesundheits­wesen gesammelt“ 


Die Bild-Zeitung lies sich von der Personalie Spahn zu Wortspielen hinreißen: 

Foto: Screenshot Bild.de


jb / DAZ.online
redaktion@daz.online


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