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Bei Verstopfung gleich zum Facharzt?

Stuttgart - 30.11.2017, 17:30 Uhr

Zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr leiden fünf Prozent aller Kinder an chronischer Obstipation. (Foto: EvgeniiAnd / stock.adobe.com)

Zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr leiden fünf Prozent aller Kinder an chronischer Obstipation. (Foto: EvgeniiAnd / stock.adobe.com)


Die „Ausscheidungssprechstunde“

Beim Arzt wird es für das Kind zwar ein wenig unangenehm, aber organische Ursachen werden so ausgeschlossen: Sehr vorsichtig tastet der Arzt den After ab. Anschließend erhält das Kind orales Macrogol, das zur vollständigen Entleerung des Darmes führt. Das Kind wird erleichtert sein, weil der Stuhlgang endlich nicht mehr schmerzt. Bei schwierigen Fällen rät die Fachgesellschaft zu einer „Ausscheidungssprechstunde“, in der ein multiprofessionelles Team für Besserung sorgt.

Werden Ballaststoffe überschätzt? 

Die GPGE empfiehlt eine normale Mischkost und ausreichende körperliche Bewegung. Wie die Ballaststoffe, werde auch die Trinkmenge überschätzt. Wenn die Obstipation früh beginnt, sollte durch einen Diätversuch eine Kuhmilchallergie ausgeschlossen werden. Außerdem sollten Eltern den Ernährungsplan kritisch auf Banane, Kakao und Fast-Food prüfen.

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Im Oktober 2014 berichtete die  Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) von teilweise letal verlaufenen Fällen von schwerer Hyperphosphatämie und  Elektrolytveränderungen: Trotz Anwendungsbeschränkung waren immer wieder phosphathaltige Klistiere bei kleinen Kindern eingesetzt worden.
Zur ersten Wahl bei kindlicher Obstipation gehören Macrogol-Präparate zum Trinken. So steht es auch in der gemeinsamen Leitlinie der europäischen und nordamerikanischen Fachgesellschaften ESPGHAN (European Society for Pedia­tric Gastroenterology, Hepatology, and Nutrition) und NASPGHAN (North American Society for Pediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition). Sollte Macrogol nicht verfügbar sein, empfehlen die Leitlinien Lactulose. Eine zusätzliche Anwendung von Klistieren, bei chronischer Macrogol-Anwendung, wird nicht empfohlen.

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Diana Moll, Apothekerin und Redakteurin, Deutsche Apotheker Zeitung (dm)
redaktion@daz.online


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