Beratungsleistung für Apotheken

BKK steigt aus Homöopathie-Vertrag aus

Minden - 28.11.2017, 09:15 Uhr

Die BKK Melitta Plus kündigt ihren Homöopathie-Vertrag zum Jahresende. (Foto: dpa)

Die BKK Melitta Plus kündigt ihren Homöopathie-Vertrag zum Jahresende. (Foto: dpa)


Apotheker und Ärzte können für Versicherte von vielen Krankenkassen Beratungsleistungen zur Homöopathie abrechnen. Doch Kunden der BKK Melitta Plus gehören bald nicht mehr dazu: Die Versicherung steigt zum Jahresende aus dem Vertrag aus.

Während die Kassen-Erstattung homöopathischer Therapien im Rahmen von Satzungsleistungen nicht erst seit einem Shitstorm um die Techniker Kasse heiß umstritten ist, war ein anderes Vertragsmodell bislang nicht im Rampenlicht: Viele Kassen gewähren Ärzten und auch teilnehmenden Apothekern Beratungshonorare. Bei Apothekern ist dies der Fall, wenn sie mit einem Arzt über eine homöopathische Behandlung eines Patienten sprechen. Dies betrifft laut ABDA unter anderem „die Beratung über die Anwendung der homöopathischen Präparate, die Versorgung mit Arzneimitteln seltener Potenzen und Darreichungsformen sowie die Kommunikation mit dem homöopathischen Arzt“. Teilnehmende Apotheken müssen spezielle Fort- und Weiterbildungen nachweisen.

Wie die BKK Melitta Plus gegenüber DAZ.online bestätigt, hat sie den Vertrag zur Erstattung vieler homöopathischer Leistungen zum Jahresende gekündigt. „Die wesentlichen Ziele des Vertrages sind, dass die Behandlung der Versicherten qualitativ verbessert sowie die Wirtschaftlichkeit der ärztlichen Versorgung gestärkt und erhöht wird“, heißt es in einer Stellungnahme. Die BKK habe besonders interessiert, ob Versicherte die Homöopathie mit einem ganzheitlichen Therapieansatz wahrnehmen und nutzen. „Diese Ziele wurden nicht erreicht“, begründet die Kasse ihren Schritt.

Die am Vertrag teilnehmenden Versicherten wurden überwiegend von Hausärzten oder Allgemeinmedizinern mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie oder „Homöopathie-Diplom“ des Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte (DZVHÄ) betreut, heißt es in der Stellungnahme. Patienten könnten „sich weiterhin von ihrem Arzt behandeln lassen“, betont die Kasse. Lediglich die zusätzlichen Kosten der homöopathischen Behandlung würden durch die BKK Melitta Plus nicht mehr übernommen. „Eine Erstattung von apothekenpflichtigen alternativen Arzneimitteln von maximal 100 Euro pro Kalenderjahr je Versicherten ist weiterhin möglich“, erklärt die Krankenkasse. Die Bewertung dieser Satzungsleistungen sei noch nicht abgeschlossen, betont sie.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Redakteur DAZ.online
hfeldwisch@daz.online


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