Neue Leitlinien bei heuschnupfen

Nasales Cortison, ohne orales Antihistaminikum 

Stuttgart - 05.01.2018, 10:45 Uhr

Nach der Allergiesaison ist vor der Allergiesaison. (Foto:
henrik_a / stock.adobe.com)

Nach der Allergiesaison ist vor der Allergiesaison. (Foto: henrik_a / stock.adobe.com)


So unterstützen Sie Patienten bei der Entscheidung

Bei der Frage "nasales oder orales Antihistaminikum" siegt nicht unbedingt die Effektivität über den Patientenwunsch. Bei Nasenobstruktion wirken die nasalen Antihistaminika zwar besser als die oralen, sie sind aber teurer, schmecken bitter, müssen öfter angewendet werden und können auch sedierend wirken. Wenn der Patient die orale Einnahme also bevorzugt, kann mit einem oralen Antihistaminikum begonnen werden. Werden die Symptome anschließend nicht ausreichend kontrolliert, können stattdessen sowohl nasale Antihistaminika als auch nasale Corticoide versucht werden.

Eine Entscheidungshilfe findet man in der amerikanischen Leitlinie aus dem Jahr 2015 in Tabelle zwölf (hier ein Ausschnitt):

Nasale Gluco-corticoide Orale Anti-histaminika Nasale Anti-histaminika Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten
Obstruktion +++ + ++ +
Rhinorrhö +++ ++ ++ +
Niesen +++ ++ ++ +
Nasaler Juckreiz +++ ++ ++ +
Milde Symptome ++ + ++ ja
Schwere Symptome ++ Nein + Nicht als Mono-therapie


Wenn die Monotherapie nicht ausreicht

Im Unterschied zur Leitlinie von 2015 bezieht sich die neue Leitlinie speziell auf die saisonale allergische Rhinitis (vgl. ganzjährige oder episodische allergische Rhinitis). Klar ist zwar, dass die Kombination aus nasalem Corticoid und nasalem Antihistaminikum effektiver ist; die Autoren der neusten Leitlinie stufen die Empfehlung zur Kombination aber dennoch als schwach ein, weil sich mit der Wirkung auch das Nebenwirkunsrisiko erhöht. Deshalb sprechen sie von einer „patient by patient decision“. 

Auch die Leitlinie von 2015 kam schon zu dem Schluss, dass ein nasales Antihistaminikum die Therapie mit einem nasalen Corticoid am effektivsten verstärkt. Wenn gerade die Obstruktion besonders ausgeprägt ist, könne aber über wenige Tage auch mit nasalem Oxymetazolin kombiniert werden.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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