Datenklau-Affäre im BMG

Bellartz-Prozess beginnt im Januar

Berlin - 06.11.2017, 14:00 Uhr

Im Kriminalgericht Berlin-Moabit geht es ab dem 4. Januar 2018 um die Frage, ob für Apotheken interessante Dateien aus dem BMG gegen Geld an Thomas Bellartz „geklaut” wurden. (Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten)

Im Kriminalgericht Berlin-Moabit geht es ab dem 4. Januar 2018 um die Frage, ob für Apotheken interessante Dateien aus dem BMG gegen Geld an Thomas Bellartz „geklaut” wurden. (Foto: picture alliance / Ulrich Baumgarten)


Am 4. Januar geht es los – bislang zehn Verhandlungstage angesetzt

Daniel Bahr (FDP) war zu diesem Zeitpunkt Philipp Rösler als Bundesgesundheitsminister nachgerückt. Er reagierte „stinksauer“ auf den bekannt gewordenen Verdacht. „Das war kein Zufall, sondern gezieltes Vorgehen“, erklärte er damals. Bahr sorgte selbst für die Strafanzeige und den Strafantrag. Auch andere Politiker zeigten sich empört .

Ebenfalls erschüttert gab sich seinerzeit die ABDA. Heinz Günter Wolf, der zu der Zeit, um die sich die Ermittlungen ranken, ABDA-Präsident war, konnte recht leise abtauchen. Genau zu dieser Zeit stand nämlich der Wechsel an der ABDA-Spitze bevor: Der bisherige Vize Friedemann Schmidt übernahm das Ruder bei der ABDA. Er versprach schon als noch designierter ABDA-Präsident  „maximale Transparenz“ bei der Aufklärung. Insbesondere sollte ein Sonderbericht über die Verbindungen der ABDA mit El Pato erstellt werden. Als dieser im Frühjahr 2013 vorgestellt wurde, traten einige Unregelmäßigkeiten zutage, die letztlich dazu führten, dass die ABDA sich Compliance-Regeln verordnete.

Dann hieß es vor allem warten. Was würden die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft bringen? Würde das Material für eine Anklageerhebung genügen? Anfang 2014 hieß es, ja, die Staatsanwaltschaft will Anklage erheben. Ende 2015 – also rund drei Jahre, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen Bellartz und den IT-ler zu ermitteln begann – beschloss das Landgericht Berlin-Moabit, die Hauptverhandlung zu eröffnen. Dann geschah lange Zeit wieder nichts. Doch nun sind die Beteiligten und eine Reihe von Zeugen zum Prozess geladen. Am 4. Januar 2018 ist es so weit. Wie eine Gerichtssprecherin bestätigte, ist dies der Starttag für die Hauptverhandlung, für die bislang insgesamt zehn Verhandlungstage angesetzt sind.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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1 Kommentar

Maulwurf

von Frank Ebert am 06.11.2017 um 14:31 Uhr

War ja unheimlich erfolgreich der Maulwurf ! Na egal, ich habe jetzt andere Sorgen---Paradies Paper

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