Erektile Dysfunktion

Cialis-Patent läuft am 15.November ab – in allen Wirkstärken

Stuttgart - 27.10.2017, 11:00 Uhr

Tadalafil als Generikum: Ab dem 15. November 2017 kann es das Präparat zur Behandlung der erektilen Dysfunktion als Generikum geben. (Foto: dpa)

Tadalafil als Generikum: Ab dem 15. November 2017 kann es das Präparat zur Behandlung der erektilen Dysfunktion als Generikum geben. (Foto: dpa)


Der Viagra-Boom im Jahr 2013

Nach dem Patentablauf des PDE-5-Hemmer-„Prototyps“ Viagra® 2013 jedenfalls kam es zu einem wahren Sildenafil-Generika-Boom, insgesamt hatte das BfArM 28 Herstellern eine Zulassung erteilt. Und einige dieser Firmen waren äußerst schnell. So berichtete bild.de, dass in der Nacht zum 24. Juni 2013 – dem ersten Tag, an dem die Sildenafil-Generika in Deutschland verkauft werden durften – um 0.05 Uhr der erste Lastwagen der Firma Ratiopharm mit „Volks-Viagra im Wert von 4,5 Millionen Euro“ (bild.de) die Grenze von Österreich nach Deutschland überquert habe. Die Preise der Generika lagen – je nach Wirkstärke und Packungsgröße – bei rund einem Viertel bis einem Drittel des Originals.

In der Folge der niedrigeren Preise und eines erheblichen Werbeaufwands der Hersteller wuchs der Markt sprunghaft: Waren im Mai 2013, dem letzten vollständig patentgeschützten Monat, noch 52.000 Packungen Sildenafil abgegeben worden, waren es im Juli 2013 bereits 120.000 Packungen. Bis April 2015 war die Zahl der abgegebenen Packungen dann auf rund 149.000 Packungen gestiegen.

Auch der Viagra®-Hersteller selbst mischte dabei mit. Schon drei Wochen vor dem Patentablauf brachte Pfizer ein eigenes Sildenafil-Generikum auf den Markt. Durchaus mit Erfolg: Nach Umsatz blieb Pfizer Marktführer bei Sildenafil, wenn man Viagra und das Pfizer-Generikum zusammen betrachtet. Das dürfte aber nicht unwesentlich auf den weiterhin höheren Viagra-Preis zurückzuführen sein. Denn nach Packungszahlen war 2015 das 1A-Generikum die Nummer Eins. Diese Strategie schließt Lilly für Cialis® allerdings aus: „Die Einführung eines Lilly-eigenen Generikums von Tadalafil ist derzeit nicht geplant“, teilt der Hersteller mit.

Generikum Tadalafil Lilly bereits EMA-zugelassen

Auch wenn Lilly akute Pläne zur Vermarktung eines eigenen Tadalafil-Generikums von sich weist – ganz tatenlos war der Bad Homburger Konzern nicht: Lilly hat die EMA-Zulassung für Tadalafil Lilly bereits in der Tasche. Die europäische Zulassungsbehörde hatte bereits im März dieses Jahres ihren „authorised“-Stempel unter die EU-weite Vermarktung von Tadalfil Lilly gesetzt.

Dabei geht es für Lilly um viel Geld, wie die kürzlich vorgestellten Zahlen für das dritte Quartal 2017 zeigen: Alleine von Juli bis September hat das Unternehmen mit dem PDE5-Hemmer weltweit 565 Mio. US-Dollar umgesetzt, über die Hälfte davon in den USA. Hier ist das Original aber noch einige Zeit sicher: Im Juli hatte Lilly mit verschiedenen Generikaherstellern vereinbart, dass das US-Patent für Cialis®  erst im September 2018 endet.



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