Erstes Halbjahr 2017

Homöopathie-Absatz in Apotheken ist rückläufig

Stuttgart - 12.10.2017, 16:00 Uhr

Nach Jahren des Wachstums wurden im ersten Halbjahr 2017 deutlich weniger Homöopathika verkauft als im Vorjahreszeitraum. (Foto: Wolfilser / Fotolia)

Nach Jahren des Wachstums wurden im ersten Halbjahr 2017 deutlich weniger Homöopathika verkauft als im Vorjahreszeitraum. (Foto: Wolfilser / Fotolia)


In den vergangenen Jahren konnten die deutschen Homöopathie-Hersteller ihre Absätze und Umsätze teilweise um mehr als 10 Prozent steigern. Während die Zahl der abgegebenen Packungen 2016 fast konstant blieb, stieg der Umsatz laut QuintilesIMS noch um 4,5 Prozent. Dieser Trend scheint nun aber vorerst gestoppt zu sein: Im ersten Halbjahr 2017 wurden nach DAZ.online vorliegenden Zahlen 3,6 Prozent weniger Packungen als im Vorjahr verkauft.

Viele Kunden kauften in den vergangenen Jahren homöopathische Präparate, der Umsatz kletterte überdurchschnittlich stark. Jedes 15. OTC-Präparat, das in deutschen Apotheken über den Ladentisch geht, ist nach Zahlen der  Beratungsfirma QuintilesIMS inzwischen ein homöopathisches – im Vergleich: Jedes siebte gehört zu den Phytopharmaka. Dabei werden rund 83 Prozent in Vor-Ort-Apotheken und 17 Prozent im Versand gekauft.

Doch Zahlen, die DAZ.online exklusiv aus der Studie „IMS PharmaScope“ vorliegen, könnten einen Umschwung andeuten. Schon 2016 stieg der Umsatz nur noch um 4,5 Prozent, doch offenbar kam das Wachstum nur durch Steigerungen der offiziellen Abgabepreise zustande. Denn die Zahl der abgegebenen Packungen blieb mit einem Wachstum von nur noch 0,3 Prozent praktisch konstant, während zuvor von Jahr zu Jahr jeweils mehrere Millionen Packungen mehr verkauft wurden. 

Statt zweistelligem Wachstum nun ein Rückgang

Bei Homöopathika, die auf Rezept zulasten privater Versicherungen verschrieben wurden, sank die Zahl der Packungen im Jahr 2016 um 3,9 Prozent auf 6,7 Millionen, wie die Ärztezeitung im Juni berichtete. Die Zahl der Homöopathika auf Kassenrezept sank um 5,7 Prozent auf 1,5 Millionen Packungen. 

Nach den aktuellen Zahlen breitete sich dieser Negativ-Trend im ersten Halbjahr 2017 auf den gesamten Homöopathika-Absatz aus: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brach die Zahl der abgegebenen Packungen nach Angaben von QuintilesIMS um 3,6 Prozent ein – auf nun 27,4 Millionen. Der Umsatz mit homöopathischen Arzneimitteln stieg im gleichen Zeitraum nur noch leicht: Bezogen auf die Listenpreise legte er um rund 1 Prozent auf 370 Millionen Euro zu. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Redakteur DAZ.online
hfeldwisch@daz.online


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1 Kommentar

Homöopathika auch für Christen?

von Claus F. Dieterle am 13.10.2017 um 10:59 Uhr

Häufig kommt es vor, dass Christen die Homöopathie ablehnen, weil sie unqualifizierte sekundäre Literatur lesen, statt primäre Quellen zu studieren. Hilfreich ist dabei die Dissertation von Jörg Große-Onnebrink: Der Gottesbegriff bei Samuel Hahnemann. Hahnemann bezeichnet Gott als Weltschöpfer, Schöpfer der Menschen, Schöpfer des Guten, gütiger Vater im Himmel usw. Hahnemann war davon überzeugt, dass Gott ihm die Einsicht für seine Homöopathie verlieh, er bezeichnete die Homöopathie als die große Gabe Gottes. Übrigens: In der Rezension eines Buches über Kindererziehung hält Hahnemann es für enorm wichtig, die Jugend auf die wahre Bestimmung des Menschen...die Annäherung an die Gottheit kräftig und innig aufmerksam zu machen und hinzuleiten. Auch der Dissertation entnommen. Die Diss. ist übrigens auch als Buch veröffentlicht worden.

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