Merck in Frankreich

Levothyrox-Nebenwirkungen lösen Polizei-Einsatz aus

Stuttgart / Lyon - 04.10.2017, 17:55 Uhr

Frankreich: Der Euthyrox-Nachfolger Levothyrox sorgt für Razzia bei Merck in Lyon. (Foto: dpa)

Frankreich: Der Euthyrox-Nachfolger Levothyrox sorgt für Razzia bei Merck in Lyon. (Foto: dpa)


Zulassungsbehörde wollte neue Rezeptur, jetzt rudert Gesundheitsministerin zurück

Rund drei Millionen Patienten nehmen in Frankreich Levothyrox® ein. Merck betont, dass für den Großteil der rund drei Millionen Patienten die Umstellung von Euthyrox® auf das neu formulierte Schilddrüsenmedikament Levothyrox® problemlos und erfolgreich verlaufen sei. Im Juni haben jedoch französische Patienten, die über anhaltende Nebenwirkungen unter der Therapie mit dem neuen Levothyrox® klagten, eine Online-Petition gestartet: Sie verlangten, dass Levothyrox® wieder auf die alte Zusammensetzung umgestellt werden solle.

Diese Online-Aktion der Patienten hat offensichtlich enormes Interesse seitens der Medien und der Öffentlichkeit erhalten: Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn wurde am 15. September 2017 aktiv und forderte Merck auf, innerhalb von 15 Tagen die ursprüngliche Levothyroxin-Formulierung wie in Euthyrox® wieder einzuführen – allerdings nur temporär, nur unter ärztlicher Verordnung und auch nur für Patienten, die unter dem neuen Levothyrox® an persistierenden Nebenwirkungen litten. Die Forderung von Agnès Buzyn hat Merck zum 2. Oktober 2017 umgesetzt.

Welche Nebenwirkungen macht das neue Levothyrox von Merck?

Die unerwünschten Arzneimittelwirkungen unter Levothyrox® sind keine völlig neuen. Wie Merck betont, stimmten die Nebenwirkungen unter Levothyrox® mit den bekannten unter Euthyrox®-Therapie überein. Die unerwünschten Wirkungen seien vor allem Symptome, die im Zusammenhang mit einer Über- und Unterfunktion der Schilddrüse auftreten würden: Müdigkeit, gastrointestinale Beschwerden wie Obstipation und Durchfall, Gewichtsveränderungen, Haarausfall, Schlafstörungen, Palpitationen und Flush.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
cmueller@daz.online


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1 Kommentar

Neue Rezptur Euthyrox/levothyrox

von Sabine Vermorel am 02.11.2017 um 7:02 Uhr

Ich möchte gerne etwas in diesem Artikel berichtigen:
In Frankreich gab es dieses Medikament schon immer mit dem Namen Levothyrox. Im März dieses Jahres wurde der Verbraucher dieses Rezeptes in den Apotheken lediglich darauf hingewiesen, dass Levothyrox ab sofort mit einer geringfügig geänderten Formel geben wird und man vielleicht eine Untersuchung der TSH-Werte machen sollte nach ca 4 Wochen. Das heißt der Verbraucher wurde überhaupt nicht über mögliche Nebenwirkungen informiert. Ich persönlich lebe in Frankreich, seit 2008 ohne Schilddrüse, bin also von diesem Skandal betroffen, da meine Werte sich rapide verschlechtert haben, ich mit Magenproblemen und starker Müdigkeit zu kämpfen habe.

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