Bundestagswahl – Wer bleibt, wer geht, wer kommt? (Union)

Wer macht Gesundheitspolitik für die Union?

Berlin - 20.09.2017, 15:25 Uhr

Wer kommt, wer bleibt, wer geht? Wer macht Gesundheitspolitik für CDU und CSU in der nächsten Legislaturperiode? (Foto: Külker)

Wer kommt, wer bleibt, wer geht? Wer macht Gesundheitspolitik für CDU und CSU in der nächsten Legislaturperiode? (Foto: Külker)


Wer wird gesundheitspolitischer Sprecher?

Obmann ist derzeit Michael Hennrich, der den Apothekern aufgrund seiner Funktion als Berichterstatter für Arzneimittelthemen, bestens bekannt ist. Hennrich ist seit 2002 Mitglied des Bundestages und gewann seinen Wahlkreis Nürtingen stets direkt. Sollte er wiedergewählt werden, will Hennrich sich erneut um Arzneimittelthemen kümmern – das hatte er im Interview mit DAZ.online bereits angekündigt.

Bewegung dürfte es aber an der Spitze der AG Gesundheit der Union geben: Der stellvertretende Vorsitzende, Rudolf Henke aus NRW, der auch gleichzeitig Chef des Ärzteverbandes Marburger Bund ist, kandidiert zwar erneut. Die Sächsin Maria Michalk hingegen tritt ab. Über die Neubesetzung der wichtigen Funktion des gesundheitspolitischen Sprechers gibt es die wildesten Gerüchte. Immer wieder wird der Name Michael Hennrich genannt, weil Hennrich durch seine lange Ausschusszugehörigkeit gesundheitspolitische Erfahrungen aufweist. Hennrich selbst lehnt aber ab. Auch im Gespräch ist Karin Maag, die als Direktkandidatin erneut ins Parlament einziehen dürfte. Möglich wäre auch eine „junge“ Besetzung des Sprecher-Postens: Dem Vernehmen nach sollen insbesondere Tino Sorge aus Magdeburg und Roy Kühne aus Niedersachsen Lust auf das Amt haben.

Wer sind die Wackelkandidaten?

Unter den derzeitigen Mitgliedern des Gesundheitsausschusses von CDU/CSU gibt es allerdings auch einige Wackelkandidaten, bei denen ein Wiedereinzug zumindest auf der Kippe steht. Rainer Hajek, der erst im vergangenen Jahr als Nachrücker in den Bundestag kam, hat in Niedersachsen mit Listenplatz 33 keine goldigen Aussichten. Aber auch Roy Kühne würde mit Platz 23 auf der Liste wahrscheinlich nicht erneut in den Bundestag einziehen. Einzige Möglichkeit für den auf Heil- und Hilfsmittel spezialisierten Kühne: Ein Sieg im Wahlkreis – den er 2013 allerdings denkbar knapp verlor.

Einer der vehementesten Unterstützer des Rx-Versandverbotes war in der nun endenden Legislaturperiode Reiner Meier aus Bayern. Der CSU-Politiker zog 2013 über die Landesliste in den Bundestag ein. Listenplatz 30 dürfte für einen Wiedereinzug aber nicht reichen. Ein ähnliches Schicksal droht Thomas Stritzl aus Schleswig-Holstein. 2013 zogen lediglich zwei Politiker über die Landesliste ins Parlament ein – Stritzl liegt dieses Jahr auf Listenplatz Nummer 7. In seinem Wahlkreis unterlag er vor vier Jahren dem SPD-Kandidaten.

Wer könnte nachrücken?

Wer könnte also nachrücken? Gibt es neue CDU- oder CSU-Kandidaten, die sich mit gesundheitspolitischen Themen befassen? Gesundheitspolitische Vorkenntnisse hat beispielsweise der sächsische CDU-Kandidat Alexander Krauß, der im Wahlkreis Erzgebirge beste Chancen auf ein Direktmandat hat. Krauß ist für die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag jetzt schon zuständig für die Gesundheitspolitik.

Einen noch deutlicheren Kurs auf den Gesundheitsausschuss hat der CSU-Kandidat aus München Stephan Pilsinger eingeschlagen. Pilsinger ist Arzt und wirbt auf seiner Homepage ausdrücklich damit, dass er „Gesunde Politik für München und Deutschland“ machen will. Im Wahlkreis München West/Mitte hat Pilsinger – mit Blick auf das Resultat aus dem Jahr 2013 – auch gute Chancen, das Direktmandat zu holen. Der 30-jährige Mediziner hat 2015 sein Studium beendet und arbeitet derzeit in einem kommunalen Krankenhaus.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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