LAK Hessen führt Praxistag ein

Mehr Praxisnähe im begleitenden Unterricht 

Frankfurt - 16.08.2017, 13:30 Uhr

In der Apotheke muss man Patienten Darreichungsformen erklären, daher wird das in Hessen jetzt im begleitenden Unterricht geübt (Foto: ABDA)

In der Apotheke muss man Patienten Darreichungsformen erklären, daher wird das in Hessen jetzt im begleitenden Unterricht geübt (Foto: ABDA)


Die begleitenden Unterrichtsveranstaltungen im dritten Ausbildungsabschnitt – zweimal 14 Tage mit großen qualitativen Schwankungen und in der Regel Frontalunterricht. So oder so ähnlich erleben das wohl einige Kollegen. Die Landesapothekerkammer Hessen hat das Konzept nun überarbeitet. DAZ.online hat mit den Verantwortlichen gesprochen. 

DAZ.online: Was genau ist an den begleitenden Unterrichtveranstaltungen in Hessen jetzt anders als vorher? 

LAK Hessen: Um die hessischen Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum noch besser auf die Praxis in der öffentlichen Apotheke vorzubereiten haben wir die begleitenden Unterrichtsveranstaltungen noch deutlich praxisnäher gestaltet. Schaut man in den Leitfaden für die Ausbildung im Dritten Ausbildungsabschnitt der BAK (Musterausbildungsplan) ist zum Beispiel für die Praktikumszeit in der öffentlichen Apotheke das  Thema „Darreichungsformen“ vorgesehen. Hier soll im Praktischen Jahr erlernt werden, dem Patienten zu erklären, wie die einzelnen Darreichungsformen funktionieren. Jedoch sind nicht immer alle verfügbaren Darreichungsformen als Muster in jedem Praktikumsbetrieb vorhanden. Daher wollen wir die PhiPs in den begleitenden Unterrichtveranstaltungen unterstützen und haben den Praxistag eingeführt, an dem nicht nur Frontalunterricht zu Darreichungsformen und deren Anwendung durch den Patienten gehalten wird, sondern die PhiP bekommen auch die Möglichkeit, viele davon selbst kennenzulernen und auszuprobieren.

DAZ.online: Wie genau läuft  das dann konkret ab?

LAK Hessen: Die PhiPs wurden  in sechs verschiedene Gruppen aufgeteilt und durchliefen zwischen halb neun und achtzehn Uhr fünf verschiedene Stationen. Gestartet wurde mit Vorlesungen zu den Themen COPD/Asthma (Inhalatoren), Erklärungsbedürftige Arzneiformen und zum Praxisthema Medikationsmanagement/Medikationsanalyse mit Fallbeispielen. Angeschlossen waren jeweils Gruppenphasen, in denen die PhiPs abwechselnd die Stationen mit Insulinpens, Inhalatoren beziehungsweise sonstigen Devices wie Ausblisterhilfen, Fertigspritzen, MedCoat®-Mustern und ähnlichem durchliefen. Hier  stand das „Ausprobieren“ an erster Stelle.  Die PhiP sollten ein Gespür dafür bekommen, wie schwierig es oft auch für den Patienten sein kann, mit mehr oder weniger bekannten Devices umzugehen. Informationsmaterial, Fach- und Gebrauchsinformationen sowie nicht zuletzt fachkundige Hilfe durch die Betreuer standen natürlich an jeder Station zur Verfügung. Dank der Unterstützung zahlreicher Hersteller von Devices (Insulinpens, Inhalatoren, Fertigspritzen etc.) hatten wir ausreichend Material zur Verfügung, um den vielen PhiP die in Hessen ihre BU absolvieren den Praxistag zu ermöglichen.

Grundlage für ATHINA kann gelegt werden

DAZ.online: Wie kam das bei den PhiP an?

LAK Hessen: 99 Prozent der PhiP empfehlen die Wiederholung des Praxistages. Diese Empfehlung greifen wir gerne auf und werden für kommendes Jahr erneut planen, viele Devices und Gruppenbetreuer aus der Praxis zu bekommen, um unsere PhiP gut für eben diese vorzubereiten. 

DAZ.online: Bleibt es erst einmal dabei oder gibt es bereits konkrete Pläne zur Weiterentwicklung?

LAK Hessen: Auch patientennahe Dienstleistungen und die Durchführung von Medikationsanalysen und das sich anschließende Medikationsmanagement stehen immer mehr im Zentrum der pharmazeutischen Arbeit in öffentlichen Apotheken. Und auch darauf müssen wir unsere angehenden Kollegen intensiv vorbereiten. Medikationsmanagement und Medikationsanalyse (MM/MA) war – wie von der BAK in ihrem Leitfaden empfohlen – schon länger ein Thema unseres begleitenden Unterrichts.

Ab Herbst 2017 werden nun viele für Medikationsmanagement und Medikationsanalyse relevanten Themen des begleitenden Unterrichts zusammengefasst und an eineinhalb Tagen mit zugehörigen praktischen Übungen an Fallbeispielen gelehrt. Neu ist hierbei auch, dass die PhiP die optionale Möglichkeit haben, die Grundlage zu legen für den Erwerb des Athina Zertifikates der LAK Hessen. Mit dem Besuch zusätzlicher fakultativer Vorlesungen und praktischen Übungen an zwei Nachmittagen während der BU werden die Inhalte des Curriculums der ATHINA-Schulung der LAK Hessen absolviert. Sobald die PhiP ihre Approbation erhalten und die notwendigen durchgeführten Patientenfälle und Webinar-Teilnahmen vorweisen, können sie als Mitglied der LAK Hessen das ATHINA-Zertifikat in Hessen beantragen.

DAZ.online: Vielen Dank für das Gespräch!

Die besten Adressen für Praktische Jahr

Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland befragt jedes Jahr die Pharmazeuten im Praktikum zu ihrer Ausbildung in der öffentlichen Apotheke oder Krankenhausapotheke. Aus allen bewerteten Ausbildungsapotheken werden die besten gekürt – drei öffentliche und drei Krankenhausapotheken. Einige davon haben wir bereits vorgestellt.

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