Apothekenpflicht und Erstattung

So regeln andere Länder die Homöopathie

Stuttgart - 08.08.2017, 13:08 Uhr

Bei der Apothekenpflicht und Kostenerstattung von Homöopathika gibt es innerhalb Europas erhebliche Unterschiede. (Grafik: DAZ.online)

Bei der Apothekenpflicht und Kostenerstattung von Homöopathika gibt es innerhalb Europas erhebliche Unterschiede. (Grafik: DAZ.online)


In Deutschland kommt es regelmäßig zu Debatten um homöopathische Präparate – wie die Frage der Apothekenpflicht, welche unlängst von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aufgeworfen wurde. Wie sieht es in anderen Ländern aus? DAZ.online hat recherchiert –und Überraschendes gefunden.

Nicht erst der Vorschlag aus der Unionsfraktion im Bundestag, die Apothekenpflicht von Homöopathika abzuschaffen und deutsche Namen für diese einzuführen, hat die Debatte um Globuli und Co. wieder angeheizt. Aufgrund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises forderte die SPD Bremen oder auch Kritiker wie der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, dass Krankenkassen Homöopathie zukünftig nicht mehr erstatten sollen: Aktuell tragen sie bei Kindern unter 12 Jahren und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen die Kosten, sowie im Rahmen von Satzungsleistungen.

Doch wie gehen andere Länder mit der über 200 Jahre alten Lehre Samuel Hahnemanns um? Sehr unterschiedlich, wie eine Recherche von DAZ.online zeigt. Auf Nachfragen bei Apothekerverbänden aller EU-Mitgliedstaaten sowie einiger weiterer Länder zeigt sich ein sehr heterogenes Bild – obwohl es aufgrund vereinheitlichter Gesetzgebung bei der Zulassung und Registrierung der Präparate innerhalb Europas kaum Unterschiede gibt. 

Doch jedes Land kann beispielsweise selbst entscheiden, inwiefern Homöopathie apothekenpflichtig ist. Sieben der 15 Länder, aus denen es eine Rückmeldung auf die Fragen gibt, hält es wie Deutschland: Globuli oder andere Homöopathika dürfen bis auf einige Ausnahmen nur unter Aufsicht von Apothekern verkauft werden. So beispielsweise in Frankreich, Österreich oder Belgien. In Italien dürfen seit einem Dekret des früheren Wirtschaftsministers Pier Luigi Bersani zwar alle OTC-Arzneimittel – und so auch Homöopathika – außerhalb von Apotheken verkauft werden, doch bedarf es weiterhin der Anwesenheit eines Apothekers, erklärt der Apothekerverband Federfarma. Ähnlich sieht es in Griechenland, Estland und Kroatien aus. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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