Insektizid

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Fipronil-Eiern

Berlin - 07.08.2017, 15:10 Uhr

Eier unter Verdacht - jetzt ermittelt auch in Deutschland die Staatsanwaltschaft. (Foto: Markus Mainka / Fotolia)

Eier unter Verdacht - jetzt ermittelt auch in Deutschland die Staatsanwaltschaft. (Foto: Markus Mainka / Fotolia)


Der Skandal um Fipronil im Ei sorgt noch immer für tägliche Schlagzeilen. Nach wie vor ist vieles offen. Bundesweit untersuchen Prüflabore Eier auf das Insektizid. Nun hat sich auch die Justiz eingeschaltet.

Der Skandal um mit Fipronil belastete Eier beschäftigt nun auch die Justiz in Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg leitete gegen niedersächsische Landwirte ein Ermittlungsverfahren ein, sagte Sprecherin Gesa Weiß am heutigen Montag. Es bestehe der Verdacht, gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen zu haben. Betroffen seien die Verantwortlichen niedersächsischer Eierbetriebe, in denen Eier positiv auf Fipronil getestet wurden. Weitere Details nannte die Sprecherin zunächst nicht.

Bislang waren Ermittlungsverfahren in Belgien und den Niederlanden bekannt. In Belgien wurde unterdessen Kritik am Vorgehen der nationalen Lebensmittelbehörde laut. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) wollte am heutigen Montag mit seinem belgischen Kollegen telefonieren.

Bislang ist von drei Legehennen-Betrieben im niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim bekannt, dass ihre Eier mit Fipronil belastet waren. Hinzugekommen ist inzwischen ein Betrieb mit 25.000 Legehennen im Landkreis Leer. Alle Betriebe wurden von den Behörden gesperrt und die Eier aus dem Verkehr gezogen. Im Landkreis Emsland wurde eine Junghennenaufzucht gesperrt.

Zudem wurde bekannt, dass auch im Saarland mit Fipronil belastete Eier in den Handel gelangt sind. „Es ist sicher, dass wir beliefert wurden“, sagte eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums in Saarbrücken der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Damit sind nach Zählung der Deutschen Presse-Agentur mittlerweile alle Bundesländer – mit Ausnahme Sachsens – betroffen.

Die Verwendung von Fipronil bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist in der EU verboten. Derzeit wird angenommen, dass ein belgischer Hersteller einem gängigen Reinigungsmittel verbotenerweise Fipronil beimengte und die Mischung an Betriebe in Belgien, den Niederlanden und Deutschland verkaufte. Das Insektizid soll Tiere vor Flöhen, Läusen und Zecken schützen.



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