Arbeitskreis „Digitalisierung / Neue Medien“ beim LAV BaWü

„Wir möchten mit der Digitalisierung in der Apotheke schneller vorankommen“

Berlin - 28.07.2017, 11:48 Uhr

Apotheker Patrick Kwik, der den Arbeitskreis „Digitalisierung / Neue Medien“ mit leitet, in seiner Apotheke. (Foto: Eickmann / LAV BaWü)

Apotheker Patrick Kwik, der den Arbeitskreis „Digitalisierung / Neue Medien“ mit leitet, in seiner Apotheke. (Foto: Eickmann / LAV BaWü)


Verpennen Apotheker die Digitalisierung?

DAZ.online: Sie sprachen auch die Vereinfachung interner Apotheken-Prozesse durch digitale Lösungen an. Was will der Arbeitskreis hier aufgreifen und besprechen?

Kwik: Was wir in unserer ersten Sitzung in diesem Bereich als Thema festgelegt haben, ist die Papierreduktion durch digitale Werkzeuge. Beim Thema „beleglose Apotheke“ schwebt uns vor, den Apothekern Tipps zu geben, wie sie ihre Papiernutzung durch neuartige Technologien verringern können. Ein anderes großes Thema ist die Umwandlung der ISDN-Anschlüsse in Voice-over-IP. Hier gibt es mehrere Wege – wir wollen den Apothekern Ratschläge geben, wie sie diesen Prozess beschreiten können. Auch möchten wir Empfehlungen zu einem digitalen Einsatzplan erarbeiten und den Kollegen zeigen, wie sie die Arbeit mit ihren Mitarbeitern effizienter gestalten können. Grundsätzlich möchten wir die Team-Arbeit aufgreifen und schauen, welche digitalen Lösungen dem Apothekenteam weiterhelfen können, etwa bei der Kalendernutzung oder der Arbeit am HV-Tisch.

DAZ.online: Im Versandhandels-Konflikt werfen einige Politiker und die Versand-Branche den Apothekern vor, die Digitalisierung zu verpennen. Inwiefern möchten Sie mit ihrem Arbeitskreis ein Zeichen setzen und sagen: „Wir können Digitalisierung“?


„Der Vorwurf, Apotheker würden die Digitalisierung verpennen, ist für mich komplett haltlos.“

Patrick Kwik, LAV BaWü


Kwik: Eigentlich überhaupt nicht, weil der Vorwurf für mich komplett haltlos ist. Wir waren die ersten im Gesundheitswesen, die alle Prozesse in der Lieferkette digitalisiert haben. Wir können aufgrund digitaler Technologien dem Kunden sehr genau sagen, wann sein Arzneimitteln in der Apotheke eintrifft, ob es Lieferprobleme gibt und welche Alternativen eventuell bestehen. Wichtig ist auch darauf hinzuweisen, dass der Arbeitskreis kein operatives Gremium des Verbandes ist, wie etwa das Vorstandsressort IT und Neue Medien. Aber ganz klar ist uns auch: Wenn unsere Arbeit eine positive, politische Botschaft für die Apotheker in die Gesundheitspolitik schickt, hätten wir sicherlich nichts dagegen.

DAZ.online: Wie ist der Arbeitskreis denn eigentlich vom Fachwissen her aufgestellt? Was qualifiziert die Mitglieder für diese spannende Frage?

Kwik: Uns alle treibt die Idee, die Digitalisierung in der Apotheke voran zu treiben. Einige von uns kennen sich sogar mit Programmiersprachen gut aus, und kennen auch den IT-Markt für Apotheker gut. Natürlich werden wir uns bei einigen Themen aber auch gerne externes Wissen hinzuholen oder die Experten des Verbandes befragen.

DAZ.online: Vielen Dank für das Gespräch!



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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