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Was ist das SFTS-Virus?

Stuttgart - 27.07.2017, 07:00 Uhr

Wenn in China der Tee geerntet wird, treten die meisten SFTS-Fälle auf. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Wenn in China der Tee geerntet wird, treten die meisten SFTS-Fälle auf. (Foto: picture alliance / Photoshot)


Wie hoch ist die Mortalität?

Die Mortalität von SFTS wird im Schnitt auf etwa 7 Prozent beziffert, wobei die Angaben schwanken und je nach Quelle sogar mit bis zu 30 Prozent angegeben werden. Grundsätzlich scheinen Ältere gefährdeter zu sein. Die meisten Fälle treten in den Monaten April und Mai auf – wenn in China der Tee geerntet wird. Klinisch äußert sich die Erkrankung durch plötzliches Fieber sowie respiratorische oder gastrointestinale Symptome. In der Folge kommt es dann zu einem kontinuierlichen Abfall der Thromobyzyten- und der Leukozytenzahl.

Verlauf in vier Phasen

Bei einem typischen Verlauf werden vier Phasen beschrieben: Inkubation, Fieber, Multi-Organversagen und Genesung. Die Inkubationszeit beträgt im Schnitt zehn Tage, kann aber in Abhängigkeit der aufgenommenen Virusmenge und des Infektionsweges variieren. In der Fieberphase zeigen sich dann typischerweise grippeähnliche Symptome begleitet von Thrombopenie und Leukopenie sowie Lymphknotenschwellungen. In dieser Phase ist die Viruslast hoch. Sie ist ein wichtiger Marker in der Diagnostik. Die nächste Phase ist dann charakterisiert durch – in den tödlichen Fällen – fortschreitendes Organversagen. Es entwickelt sich schnell. Zuerst sind Leber und Herz betroffen, später die Lunge und die Nieren. Der Organbefall tritt etwa fünf Tage nach Krankheitsbeginn auf und dauert sieben bis 14 Tage an. Bei den Überlebenden ist die Krankheit selbstlimitierend, bei ihnen fällt die Viruslast dann auch ab. In den tödlich endenden Fällen bleibt sie jedoch hoch, das Gleiche gilt für andere Biomarker wie Aspartat-Aminotransferase, Creatinkinase und Lactatdehydrogenase. Klinisch sind in dieser Phase unter anderem hämorrhagische und neurologische Symptome zu beobachten. Verbrauchskoagulopathie, Multi-Organversagen und eine anhaltende Thrombopenie sind die größten Risikofaktoren für einen tödlichen Verlauf. Im Durchschnitt versterben Patienten innerhalb von neun Tagen nach Krankheitsbeginn. Alle Patienten, die diese Phase überstehen, erholen sich aber wieder – etwa elf bis 19 Tage nach Auftreten der ersten Symptome ist das der Fall. 



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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