Hepatitis E

Können Mettbrötchen wirklich tödlich sein? 

Stuttgart - 21.07.2017, 13:10 Uhr

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt vor dem Verzehr von rohem Schweinefleisch. (Foto: rdnzl / Fotolia)

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit warnt vor dem Verzehr von rohem Schweinefleisch. (Foto: rdnzl / Fotolia)


Wie viele Menschen sterben an Hepatits E?

In der Regel ist die Hepatitis E selbstlimitierend. Die Inkubationszeit beträgt 15 bis 64 Tage. Wenn überhaupt Symptome auftreten, verläuft die Infektion häufig ohne Ikterus mit milden gastrointestinalen oder allgemeinen Symptomen. Grundsätzlich ist jedoch ein breites Symptom-Spektrum möglich. Im Extremfall kann es aber auch zu fulminanten Hepatitiden kommen. Es werden die typischen Symptome infektiöser Hepatitiden, also Ikterus, Dunkelfärbung des Urins, Entfärbung des Stuhls, Fieber, Oberbauchbeschwerden, Müdigkeit und Verlust des Appetits beschreiben, aber wurden auch atypische Krankheitszeichen, zum Beispiel neurologische Beschwerden. Besonders gefährdetet für schwere Verläufe sind Personen mit vorgeschädigter Leber oder Immunsupprimierte. Bei Letzteren kann es auch zu chronischen Verläufen kommen, die zwar oft lange asymptomatisch bleiben, aber wie andere chronische Hepatitiden, zur Leberzirrhose führen.

Die Letalität bei den gemeldeten Fällen liegt laut RKI deutlich unter 1 Prozent. EU-weit wurden 21.000 Hepatits-E-Fälle in den letzten zehn Jahren gemeldet. 28 Menschen sind an der Krankheit gestorben. Zum Vergleich: Bei Salmonellen liegt Gesamtletalität bei unter 0,1 Prozent. 

Wie wird der Erreger nachgewiesen?

Die Diagnostik erfolgt in der Regel bei frischen Infektionen mit entsprechenden Symptomen und Laborwerten (Erhöhung der Transaminasen) über dem Nachweis von Anti-HEV-IgM im Serum. Bei immunsupprimierten Patienten funktioniert die serologische Diagnostik der Hepatitis E nicht. In diesen Fällen muss gegebenenfalls der Erreger nachgewiesen werden, zum Beispiel mittel PCR. 

Im Stuhl ist das Virus etwa eine Woche vor bis vier Wochen nach Beginn des Ikterus nachweisbar. Wie lange infizierte Personen infektiös sind ist laut RKI noch nicht abschließend geklärt. Wobei sich diese Frage, wie bereits erwähnt, ohnehin nur bei den reiseassoziierten Varianten stellt. Ob nach einer durchgemachten Infektion lebenslange Immunität besteht, ist unklar. 



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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