Kostenerstattung

TK lehnt zwei von fünf Cannabis-Anträgen ab

Stuttgart - 14.07.2017, 07:00 Uhr

Seit März ist Cannabis bei manchen Patienten rezept- und erstattungsfähig. (Foto: Michael / Fotolia)

Seit März ist Cannabis bei manchen Patienten rezept- und erstattungsfähig. (Foto: Michael / Fotolia)


Wie viele Patienten können weiterhin Cannabis konsumieren?

Bei den AOKs würde in „fast allen Fällen“ der MDK eingeschaltet, erklärte die Pressesprecherin des AOK-Bundesverbands. Nicht bekannt sei, wie die Genehmigungsquote bei Patienten aussieht, die zuvor eine Ausnahmeregelung für den Bezug von Cannabis zu medizinischen Zwecken hatten – Mitte März handelte es sich bundesweit um rund 1100 Patienten. Auch dem Sprecher der Techniker Krankenkasse lagen hierzu keine Informationen vor. Laut „Deutschen Ärzteblatt“ berücksichtigt der MDK bei seiner Bewertung nicht, inwiefern zuvor eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden war.

Einige Ärzte hatten berichtet, dass Kassen die Kostenerstattung bei diesen Patienten nur sehr zögerlich bewilligen – laut dem Münchener Unternehmensgründer Vaclav Cerveny, der im Herbst in der bayerischen Hauptstadt ein Cannabis-Zentrum zur Beratung und Behandlung von Patienten aufbauen will, ist dies nur bei 20 bis 30 Prozent der Patienten der Fall.

Wie die ABDA im Juni bekannt gegeben hatte, haben Apotheken in den letzten drei Märzwochen mehr als 500 Mal Cannabisblüten auf Rezept abgegeben. Von Anfang 2011 bis Ende Juni 2016 wurden in Deutschland laut Bundesregierung 233,3 Kilogramm Medizinal-Cannabis-Blüten abgegeben, von Juli 2016 bis April 2017 waren es sogar insgesamt 148,6 Kilogramm, wie aus einer Anfrage der Linken hervorgeht. Dabei wurde im Dezember 2016 mit 17,3 Kilogramm die größte Menge in Apotheken abgegeben, während es in den ersten Monaten dieses Jahres etwas weniger war. Im April 2017 sank die Zahl auf 11,4 Kilogramm – wobei diese Menge nur die früheren Ausnahmegenehmigungen und nicht die Verschreibungen auf Betäubungsmittel-Rezept erfasst.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

TK lehnt zwei von fünf Anträgen ab

Kassen zögern bei Cannabis

Medizinalhanf-Versorgung

Mehr Cannabis-Rezepte als erwartet

Antragswelle überrollt Krankenkassen – und führt zur Ablehnung in jedem dritten Fall

„Das Thema Cannabis beschäftigt uns jeden Tag“

Medizinalhanf-Entwicklung 2014

BfArM erlaubt 109 Patienten Cannabis-Erwerb

Kassen lehnen rund ein Drittel der Anträge ab

Hohe Cannabis-Nachfrage

Kostenerstattung für Medizinalhanf

Bayern ist Spitzenreiter bei Cannabis-Anträgen

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.