Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

02.07.2017, 08:00 Uhr

 "Abarbeiten der Punkte" – macht man so Politik für die Zukunft? (Foto: Andi Dalferth)

 "Abarbeiten der Punkte" – macht man so Politik für die Zukunft? (Foto: Andi Dalferth)


Während Krankenkassen den Apothekenmarkt disruptiv aus den Angeln heben wollen, hat die ABDA-Mitgliederversammlung die Ruhe weg, fast wie bei einem Anglerverein. Und die Bearbeitung der Apothekertagsanträge aus 2016 reißt uns nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Hauptsache wir haben einen Newsroom mit Filmchen, netten Texten und Klangwolken. Ein Lichtblick: Die ABDA will U40-Apothekers verstehen – wird auch Zeit. Und in NRW: ein freundliches Hallo für Laumann und ein wehmütiges Tschüss für Steffens. Ach ja, ich hatte noch einen Traum...

26. Juni 2017 

Welche Note würde man unserer ABDA für ihre Bearbeitung der Apothekertagsanträge aus 2016 geben? Mein liebes Tagebuch, vielleicht sagen wir’s mal so: Sie hat sich stets bemüht… – in der Zeugnissprache ist das wohl ein dickes „ausreichend“, oder? Also, es ist ja nicht so, dass da nicht gearbeitet wurde, aber echter Erfolg buchstabiert sich anders. Freilich, man muss auch berücksichtigen, was politisch überhaupt ging. Manche Bretter sind einfach zu dick zum Bohren – wenn die Gesellschaft, die Politik nicht will, können wir uns nur die Zähne dran ausbeißen, Beispiel Honorar. Dennoch, wenn von 31 Anträgen, die auf dem vergangenen Apothekertag angenommen worden waren, nur drei erfolgreich beendet werden konnten und alle anderen noch irgendwie in Bearbeitung oder in einem Schwebezustand hängen, dann reißt das natürlich nicht zu Begeisterungsstürmen hin. Und was wird dann aus diesen Anträgen? Das können wir in Zukunft endlich transparent in der neuen Antrags-Datenbank nachverfolgen, die Ende Juni, Anfang Juli allen Kammermitgliedern zur Verfügung stehen soll. Fast unglaublich, dass eine solche Übersicht erst 2017 realisiert wurde! Mein liebes Tagebuch, stell dir mal vor, dieser Antrag wäre abgelehnt oder noch nicht bearbeitet worden… 

Nichts Genaues weiß man nicht, wie sich die FDP zum EuGH-Urteil, zum Mehrbesitz und zum ausländischen Versandhandel positionieren wird. Auch nicht nach dem Treffen von FDP-Vize Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit Apothekern und Versandapothekern. Ausgeschlossen haben soll sie, sich für Apothekenketten einzusetzen – vielleicht bis zum nächsten Tweet. Ziemlich klar ist nur: Die FDP will ein „verlässlicher Partner“ der lokalen Apotheken sein und gleichzeitig das EuGH-Urteil nicht außer Kraft setzen. Und sie begrüßt den Versandhandel. Was jetzt? Bizarrer geht’s nicht, mein liebes Tagebuch, was soll man davon halten? Vielleicht nur so viel: Wenn ich glaube, eine leckere Berliner Currywurst bestellt zu haben und dann eine fette Münchner Weißwurst mit süßem Senf kriege – für die FDP ist Wurst eben Wurst. 

Sanacorp-Chef Herbert Lang sieht einen dramatischen Marktumbruch voraus: ein wachsendes Direktgeschäft der Pharmahersteller mit schon „besorgniserregendem Niveau“, damit verbunden die Kontingentierung der Arzneimittel durch die Hersteller, ein Trend zu hochpreisigen Arzneimitteln und dann natürlich die Folgen des EuGH-Urteils. Mein liebes Tagebuch, so isses. Und zu alledem noch die zunehmende Digitalisierung des Arzneimittelhandels. Lang plädiert dafür, aus dem Siegeszug von Amazon zu lernen: Für ihn heißt das Erfolgsgeheimnis Multi- oder Omni-Store-Channel-Strategie. Im Klartext: Den Kunden über mehrere Kanäle erreichen, Präsenz und Versand kombinieren. Äh, ja, mein liebes Tagebuch, mag zwar irgendwie richtig sein, aber ist da unsere Berufspolitik schon auf diesen Trichter gekommen? Vielleicht sollten wir mal so gaaaaanz langsam anfangen, uns über eine zeitgemäßere Definition des Botendienstes und unserer Rezeptsammelstellen zu unterhalten. 

My dear diary, I had a dream: Merkel plaudert mit einer Frauenzeitschrift und macht die Abstimmung über die „Ehe für alle“ zur Gewissensentscheidung. Endlich tut sich da was. Ist aber wie ein Geschenk für die SPD – und das sollte sie nur kriegen, wenn die Sozen im Gegenzug Ja sagen zum Rx-Versandverbot. Und das hat Merkel beim Plausch mit einer anderen Frauenzeitschrift, der DAZ versprochen. Hab ich geträumt, mein liebes Tagebuch! Okay, ich träum weiter. 

Er ist da! Endlich! Darauf haben wir alle schon so sehnsüchtig gewartet! Der ABDA-Newsroom. Wow! Stell dir vor, mein liebes Tagebuch, ein eigenes Nachrichtenportal, ein Nachrichtenkanal, quasi ein eigener Nachrichtensender. Da sprudeln die Nachrichten aus dem Lindencorso nur so heraus. Und wir sehen, was uns früher so entgangen ist an wichtigen Informationen, also bevor es den Newsroom gab. Alles total transparent. Wie haben wir nur ohne ihn leben können? Das waren noch Zeiten, als ein früherer ABDA-Sprecher seinen eigenen Nachrichtenkanal exklusiv mit ABDA-Infos versorgen konnte. Und heute? Ab heute holen sich die verfasste Standespresse samt PZ und alle dazugehörigen Online-Kanäle ihre Infos aus dem Newsroom, oder? Nee, machen sie nicht. Denn Nachrichten, die schon veröffentlicht sind, sind nicht mehr ganz so spannend. Und außerdem: Es sind natürlich Nachrichten eines Verbands, offizielle Statements. Verlautbarungen, Beschlüsse. Nichts Hintergründiges. Da geht nur raus, was raus darf, gefiltert und weichgespült. Eine freie Presse wird daher auch weiterhin immer hinter die offiziellen Presseverlautbarungen schauen und nachfragen, nachhaken. Also, im Prinzip ist der Newsroom nichts Besonderes, man hätte auch weiterhin nur einen Newsletter oder Pressemeldungen verschicken können. So ein Newsroom klingt aber irgendwie weltoffener, kostet halt ein bisschen mehr, und natürlich ist alles schön auf einer Seite zu finden. Also, was will er nun, der Newsroom? Allen, die es wollen, die Verbandsarbeit oder das, was darüber veröffentlicht werden darf, näherbringen. Und er soll die aktuellen Infos der ABDA bündeln: eine übersichtliche tagesaktuelle Darstellung der Aktivitäten der ABDA, mit Texten, Filmchen und Verlinkungen zu Twitter, Facebook und einer Soundcloud mit Podcasts. Mein liebes Tagebuch, geben wir ihm eine Chance – er wird nur so gut wie seine Inhalte. Und die echten News, die spannenden, die gibt’s auch weiterhin auf anderen Wegen. In anderen Räumen. Zum Beispiel auf DAZ.online.

27. Juni 2017 

Wann darf eine Apotheke ihren Kunden entgegenkommen, einen Briefkasten aufhängen und Rezeptsammelstelle draufschreiben? Wenn es die zuständige Kammer genehmigt hat. Und das darf sie nur tun, wenn zwischen Briefkasten und Apotheke mindestens ein Abstand von 6 km liegt. Die 6-km-Grenze geht auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 1974 (!) zurück (damals sah die Welt noch anders aus, vor allem: es gab keinen Versandhandel). Unter der 6-km-Grenze geht’s nur in gut begründeten Ausnahmefällen. Mein liebes Tagebuch, diese Grenze erscheint uns heute in Zeiten von Automaten, Amazon und ausländischen Versendern anachronistisch zu sein und begünstigt, dass sich die anonymen Arzneimittellieferanten zwischen die persönliche Vor-Ort-Apotheke und den Patienten drängen. Das Problem: Der Kunde ist es heute Leid, mindestens 6 km oder weiter zurückzulegen, wenn er zu Hause am PC seine Arzneimittel mit einem Klick bestellen kann und der Postbriefkasten um die Ecke hängt. Mein liebes Tagebuch, da muss etwas passieren, immerhin ist die flächendeckende Arzneiversorgung unsere Aufgabe – und ins Perspektivpapier haben wir’s auch geschrieben. Vielleicht wird ja auch der elektronische Rezeptbriefkasten, der das Rezept scannt und gleich an die Apotheke übermittelt (so angedacht vom LAV Baden-Württemberg) noch ein bisschen schneller entwickelt. Also, das wär doch mal einen ABDA-Vorstoß wert, die 6-km-Grenze zu hinterfragen und dann auf eine Änderung zu drängen. 

Natürlich, man kann nicht erwarten, dass er, der GKV-Spitzenverband, das Honoraralmosen für Apotheker, das klein bisschen mehr für Rezepturen und Dokumentation, über den grünen Klee lobt und es unterstützt. Jeder Cent mehr, den die Apothekers kriegen, ist der GKV-Vertretung ein Dorn im Auge. Denn aus Sicht des GKV-Spitzenverbands bekommen die Apotheker sowieso zu viel, wie man aus seinem jüngsten Geschäftsbericht herauslesen kann. Warum er das meint? Ganz einfach: Wäre das Honorar angemessen, dann könnten die Apotheker überhaupt keine Rabatte und Boni gewähren, argumentieren die Kassen. Mein liebes Tagebuch, hat dieser Superverband noch gar nicht mitbekommen, dass wir hier in Deutschland als Vor-Ort-Apotheken gar keine Boni und Rabatte geben wollen und auch nicht können? Boni und Rabatte geben des GKV-Spitzenverbands Lieblinge, nämlich die niederländischen Versender direkt an der Grenze, die andere Einkaufs- und Mehrwertsteuerkonditionen haben. Und indem sie sich nicht an die Spielregeln der Lieferverträge halten und die Regeln des freien Warenverkehrs schamlos ausnutzen.

28. Juni 2017 

Ein bisschen Aufatmen für Apotheker: In Nordrhein-Westfalen darf ein Schwarzer das Gesundheitsressort übernehmen, kein Gelber. Und dazu noch ein Altbekannter: Karl-Josef Laumann, der das Amt schon 2005 bis 2010 innehatte, ist neuer Minister für Arbeit und Soziales und somit für Gesundheit zuständig. Zum Rx-Versandverbot hatte er sich bereits eindeutig positioniert: Er kann nicht verstehen, warum die SPD-Bundestagsfraktion die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln vor die Wand fahren will. Mein liebes Tagebuch, hoffen wir, dass er seine Einstellung bis über die Bundestagswahl hinaus beibehält. 

Und ein bisschen Wehmut: Gesundheitsministerin Barbara Steffens von den Grünen macht in Nordrhein-Westfalen ihren Stuhl frei. Und damit geht eine Landesgesundheitsministerin, für die eine Apotheke vor Ort immer einen großen Wert hatte und hat. Sie ist die Grüne, die sich gegen Versandhandel positionierte, die sich im Gegensatz zu Biggi Bender, der Versandhandels- und Kettenfreundin der Grünen, immer gegen Apothekenketten wandte. Steffens ist die Grüne, die weiß, wie wichtig eine Apotheke vor Ort im Quartier und die persönliche pharmazeutische Beratung face to face ist. Steffens stellt sich damit auch gegen Kordula Schulz-Asche, die Grüne, die die Apotheken in einen Boni- und Rabattwettbewerb schicken will und mehr den Verbraucherverbänden glaubt als den Apothekern. Bei allem Wohlwollen für Apotheker war und ist Barbara Steffens keine Apotheker-Lobbyistin und kritisierte die Pharmazeuten, wenn es aus ihrer Sicht nötig war. Barbara Steffens – auf dem Zukunftskongress des Apothekerverbands Nordrhein rief sie den Apothekern zu: „Wir brauchen Sie!“ Mein liebes Tagebuch, das möchten wir jetzt gerne ihr zurufen. 

Direktabrechnung zwischen Apotheken und Privaten Krankenkassen – klingt doch eigentlich fortschrittlich, ist doch ein Plus für alle PKV-Versicherten. Mit einigen Privaten Krankenkassen konnte der Deutsche Apothekerverband schon Verträge schließen. Auch wenn die Möglichkeit zur Direktabrechnung an bestimmte Bedingungen geknüpft ist wie Mindestrezeptsumme. Jetzt könnte es sein, dass der PKV-Verband und der DAV sich über einen Rahmenvertrag unterhalten, der die Abrechnung grundsätzlich regeln soll. Mein liebes Tagebuch, wäre eigentlich vernünftig, aber da steht natürlich ein dickes Aber dabei und Apothekers Sorgen. Welche Zugeständnisse müssen wir Apothekers machen? 

29. Juni 2017 

Kann eine Organisation, die den Apothekenmarkt deregulieren, das Fremd- und Mehrbesitzverbot abschaffen, mehr Wettbewerb, mehr Versandhandel und absolute Preistransparenz will, um dann „Transparenz über die Vergütung“, zu schaffen, sprich unser Honorar drücken will, unser Partner sein? Eigentlich nicht, aber irgendwie geht’s nicht ohne, denn diese Organisation ist der GKV-Spitzenverband. Es sind die gesetzlichen Krankenkassen, die uns am liebsten disruptiv neu aufstellen wollen: Fort mit den Apotheken in ihrer heutigen Form, her mit Kettenversandhandelskonzernen, für die das Arzneimittelgeschäft nur ein Geschäft ist wie jedes andere auch. Vielleicht ist das die Kassenvision: ein Pharmazonzalando mit ein paar wenigen Pharma-Flagship-Mega-Stores. Der Begriff Apotheke passt da leider nicht mehr. Und die kleinen Apotheken vor Ort, diese atomisierte Struktur der Arzneimittelverteilung – das stört im Kassenszenario nur. Mein liebes Tagebuch, wenn du mal so richtig schlecht drauf kommen willst, dann zieh dir dieses Positionspapier des GKV-Spitzenverbands rein, das sich die sogenannte Liberalisierung als wichtigste politische Forderung im arzneimittelpolitischen Bereich auf die Fahnen geschrieben hat. Wenn man dann noch Sätze in diesem Papier entdeckt wie „Jede Form der Arzneimittelabgabe muss sich zuvorderst am Bedarf der Patientinnen und Patienten messen lassen“, dann klingt das wie eiskalter Hohn. Denn der Bedarf der Patientinnen und Patienten sieht anders aus, als ihn sich die Kassen vorstellen: Zum Bedarf gehört nämlich auch das persönliche Gespräch, die Zuwendung, die Anteilnahme an Schicksalen, das persönliche Sich-Kümmern – Faktoren, für die Pharmazonzalando und GKV-Spitzenverband keine Konten haben. Unser Dilemma ist nur: Irgendwie müssen wir mit den Kassen auskommen. Und wir müssen die Politik, die Gesellschaft, die Menschen von uns und unseren Leistungen überzeugen und zu unseren Verbündeten machen. Wo sind unsre Strategien? Mit einem entspannten Zurücklehnen „wie in einem Anglerverein“ wird’s nicht gehen.

Zufallsbefund oder ernst zu nehmende Berufskrise? Die Studie der Apobank, wonach die junge Apothekergeneration der Offizin die kalte Schulter zeigt und nicht mehr an die inhabergeführte Apotheke glaubt, nimmt die ABDA zum Anlass, möglichst viele junge Apothekerinnen und Apotheker zu einer Veranstaltung nach Berlin einzuladen. Unabhängig davon, wie ernst man die Umfrageergebnisse der Studie nimmt: Sie haben die ABDA alarmiert und zum Handeln getrieben – und das ist gut so. Eine Sonderveranstaltung soll auf die Beine gestellt werden, zu der U40-Apotheker nach Berlin eingeladen werden sollen: „Wir wollen verstehen, was unseren Nachwuchs bewegt… es ist an der Zeit, da mal wieder reinzuschauen“, sagte ABDA-Präsident Schmidt. Danke, Herr Schmidt, für die Initiative, sie ist überfällig.

Sag mal, mein liebes Tagebuch, da droht uns Apothekers an der Front und im wahren Leben der krasse Rx-Preiskampf mit Versendern, die Krankenkassen fordern, den Apothekenmarkt disruptiv zu verändern, wollen Ketten, Versandhandelsexzesse und Apothekenhonorardumping – und bei der ABDA-Mitgliederversammlung geht’s zu wie beim Kaffeekränzchen auf dem Ponyhof. Oder noch besser ausgedrückt: „Fast so ein bisschen wie in einem Anglerverein, total entspannt“, so der O-Ton von Mathias Arnold, der anderen Hälfte des ABDA-Doppelpacks. Es habe keinen Streit gegeben, „es war ein reines Abarbeiten der Punkte“. Na super, mein liebes Tagebuch, ich glaube mein Schweinchen quiekt! Abarbeiten von Punkten – macht man damit Politik? Natürlich wird die ABDA darauf antworten: Wir sind deswegen so ruhig, weil wir uns über unsere Strategie im Klaren sind, nämlich weiterhin die Forderung nach Rx-Versandverbot, kein überschnelles Handeln beim Apothekenhonorar, denn der Ball liegt bei der Politik. Tja, mein liebes Tagebuch, die sollen sich bei der  Mitgliederversammlung ja nicht die Köpfe einhauen, aber irgendwie ist mir da zu viel baldrianisierte Harmonie drin. Wo sind denn die Stimmen, die sich auch mal trauen, in der ehrwürdigen großen ABDA-Runde „der alten Säcke“ (eigener O-Ton eines hochrangigen ABDA-Fürsten) laut Kritik zu üben, quer zu denken? Wo sind die Engelens, die aufstehen und die Misserfolge aufzählen? Und wo sind die Zukunftskonzepte zur Digitalisierung und gegen das Positionspapier des GKV-Spitzenverband? Ehrlich gesagt, da muss mehr Feuer rein. Und noch eins: Wenn man die Verlautbarung im neuen Newsroom über die ABDA-Mitgliederversammlung liest – mein liebes Tagebuch, so stelle ich mir Berichte aus der Parteizentrale des Zentralkomitees bestimmter Parteien vor. 

30. Juni 2017 

Die Sache mit dem „Todes-Apotheker“, wie ihn BILD bezeichnete, hat ein besonderes Kaliber. „Für sein Luxusleben ließ er Krebs-Kranke sterben“, bringt es das Boulevardblatt auf den Punkt. Wenn sich das alles bewahrheitet, was derzeit in den Medien über den Bottroper Apotheker verbreitet wird, dann ist das wieder so eine Geschichte, bei der man sich fragt, wozu Menschen aus Geldgier fähig sind. 


Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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13 Kommentare

Direktabrechnung mit PKV

von Ute Lindemann am 03.07.2017 um 18:29 Uhr

Mit dem Angebot, direkt mit den PKV abzurechnen, legen wir uns freiwillig den nächsten finanziellen und bürokratischen Strick um den Hals.
Da eine Abrechnung erst möglich sein wird, wenn eine bestimmte Mindestsumme erreicht ist, wird die Apotheke - evtl. über Monate - in Vorleistung treten müssen. Dabei gilt es, für jeden Kunden das Erreichen dieser Summe im Auge zu behalten.
Dann die Abrechnung mit der PKV: wann zahlt die Kasse und wieviel. Zahlt sie nach 2 Wochen oder nach 2 Monaten. Zahlt sie alles oder sieht der Vertrag des Kunden nur einen Prozentsatz vor ? Hat der Kunde einen Selbstbehalt vereinbart, der noch nicht erreicht ist ?
Wenn ja, gilt es,den Rest beim Kunden einzutreiben.

Alles in allem ein ungeheurer Aufwand.

Klar, dass sich der DAV da nun schon wieder anbiedert.
Unter dem Druck, diesen Aufwand zu verringern, wird er einmal mehr Knebelverträge akzeptieren. Verträge, die auch unsere letzte Einnahmequelle in ein Bächlein münden lassen.
.
Danke DAV ! Ihr seid die Größten! - die größten Speichellecker, Radfahrer, A...kriecher....



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Privatisierung

von Karl Friedrich Müller am 02.07.2017 um 17:59 Uhr

https://netzfrauen.org/2017/05/08/der-marktgerechte-mensch/

Lesen Sie sich das mal durch. Hier steht genau das, was mir große Sorgen macht.
Die Folgen ungehemmter Privatisierung öffentlicher Aufgaben, auch im Gesundheitswesen.
Es ist ungeheuer. Die Autobahnen sind noch nicht mal erwähnt.

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Todesapotheker

von Dr Schweikert-Wehner am 02.07.2017 um 16:06 Uhr

Ich hab keine Ahnung was da in Bottrop passiert ist. Nur möchte ich anmerken, dass die Bilder in der BILD alle aus dem Prospekt ART Style House Komfort stammen und nicht Originalaufnahem sind.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

U 30

von Christian Giese am 02.07.2017 um 15:23 Uhr

Die Wahlbeteiligung fällt immer tiefer, unter 30% in BaWü. Kammerwahl.
Van Reybrouk sollte man als Alternative mal gelesen haben, oder Sylke Tempel in Berlin zum Thema Demokratie einladen, vielleicht auch mal mit Herrn Lammert reden...
Weil stilles Angeln eher zu U 20 als zu U 40 Prozent führt.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Frage zur (noch) freien Apothekenwahl ... an Ü40 ...

von Christian Timme am 02.07.2017 um 12:28 Uhr

Ab wann kann ich mit offiziell festgelegten Ortsmittelpunkten und wechselnden Verkehrsverzögerungskoeffizienten eine behindertengerecht gelegene Apotheke ab 6 km finden, wenn alleine schon der "Änderungsantrag" eine Systemzeit von ca. 3 Jahren benötigt?. Weitere Änderungsanfragen sind nicht auszuschließen ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Petri Heil !

von Ulrich Ströh am 02.07.2017 um 10:29 Uhr

Eigentlich machen wir es uns zu leicht,hier nur über unpassende ,ungeschickte ABDA-Anglerverein -Vergleiche zu lamentieren.

Das Problem liegt tiefer:

Fängt an bei 30 Prozent Wahlbeteiligung bei Kammer-und Verbandswahlen,bei der fehlenden Zahl von jungen Bewerbern und endet bei Multimandaten von Einzelpersonen...

Wer hat dann schon ein Interesse in der"ABDA -Runde der alten Säcke" kritische
Nachfragen zu forcieren?

Insofern hat der Kollege Arnold mit seinem Petri-Heil -Vergleich doch Recht .

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Schluss mit Anglerlatein

von Peter Ditzel am 02.07.2017 um 11:39 Uhr

Lieber Herr Ströh, trefflich analysiert. Die Wahlbeteiligung ist betrüblich niedrig. Die Jüngeren haben wenig Lust, sich berufspoltisch in Kammern und Verbänden zu engagieren, die Älteren sonnen sich in Mulitmandaten. Und wenn engagierte Junge dabei sind, unkonventionelle Ideen einbringen, das falsche Apotheken-Label haben und mal quer denken, redet man sie nieder. Das haben wir noch nie so gemacht, wo kommen wir da dahin. Vor diesem Hintergrund: ABDA als Anglerverein, so verkehrt ist das tatsächlich nicht. Immer schön still sitzen, ein bisschen ab- und einnicken - bloß nicht zu sehr bewegen, die Fische beißen eh an. Doch ob wir in Zukunft damit weiter kommen? Das Gesundheitswesen ist heute kein langer, ruhiger Fluss, sondern eher ein Ozean mit Haien, Strudeln, Untiefen und ständig neuen Zuflüssen. Ohne sich anzupassen, geht's in die Tiefe. Schönen Sonntag!

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.

von Martin Didunyk am 02.07.2017 um 9:22 Uhr

Wir können innerhalb der Kollegenschaft, innerhalb der Fachmedien und in zahlreichen Internetpublikationen so viele Hilferufe absetzen, wie wir wollen, es ändert sich nichts.

Dort, wo die Keimzelle unserer Strategie und Kommunikation sein sollte, dort herrscht eine harmonische Stimmung eines Anglervereins. Diesen Berliner Headquarter finanzieren wir durchgehend, haben auch kaum noch Einfluß auf dessen Aktivitäten. Im Gegenteil, wir werden im besten Fall pauschal unterrichtet was geschieht.

Als Apotheker müssen wir uns nicht beschweren über Gräben, Lücken, die zwischen der gesellschaftlichen Wahrnehmung und uns entstanden sind.
Dieser Graben (oder vielleicht Schutzgraben) verläuft bereits zwischen der Kollegenschaft und unseren unseren Organisationen und dann nochmals zwischen Landesorganisationen und ABDA.

Innerhalb des Berufsstandes sind wir besorgt, kommunizieren aber nicht klar an unsere Lobby Organisationen was wir erwarten. Und diese bewegen sich in einem Vakuum der Mandate, was im besten Fall dazu führt, daß man halt irgendetwas tut. (den vermeintlich Auftrag der "Apothekerschaft" kann man sich immer einbilden).

Seit vielen Jahren befahren wir die Straße der zunehmenden gesellschaftlichen und politische Irrelevanz !

Unsere Wahrnehmung leidet und schwindet, Respekt gegenüber unserer Funktion und KnowHow ebenso.

Die lobbierenden Strukturen / Funktionen sind in dieser Zeit unverändert geblieben - besser wir wünschten offensichtlich keine Veränderung - und das Interessante ist, es verwundert niemanden und es stört niemanden.

Was soll am Ende rauskommen ?

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
(Albert Einstein)

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Abda

von Frank ebert am 02.07.2017 um 8:48 Uhr

Und im September beim Apothekentag ist wieder Gelegenheit F. Schmidt mit standing oversation zu feiern. Ich werde diese Menschen nie begreifen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Nicht nur 'ABDA' ....

von Gunnar Müller, Detmold am 02.07.2017 um 9:41 Uhr

Die kritischen Stimmen werden z.B. mit der absoluten Mehrheit der Gemeinschaftsliste einer Kammerpräsidentin vom Vorschlagszettel zum DAT entfernt - so geschehen in Münster auf der Kammerversammlung am 31.05.2017.
Die Einen nennen es Demokratie.
Ich nenne es unkollegial und Missbrauch von Macht.

stets bemüht, lol

von Karl Friedrich Müller am 02.07.2017 um 8:21 Uhr

Anglerverein und Tiefenentspannung:
Dieses Vokabular der ABDA ist reine Provokation. Wir kämpfen um unsere Hintern, die ABDA sitzt regungslos auf den ihren.
Das reicht aber noch nicht. Statt aus der Situation irgendwelche Schlüsse zu ziehen, will man uns mittels Rahmenvertrag auch noch bei der PKV in die Sch.... reiten.

Zudem will man sich um die U40 Apothekers kümmern. Ist das eine Drohung? ( tiefenentspanntes Nichtstun?)
Oder sind die Ü40 Apothekers schon abgehakt? Sollen In Rente in der Versenkung verschwinden? Buden zu, damit die unter 40jährigen noch überleben?
...hat sich stets bemüht ist zu gut bewertet. Hat sich nicht um uns bemüht, sondern nur um eigene Interessen, die mit unseren sehr wenig zu tun haben.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Wer mit dem System lebt ....

von Gunnar Müller, Detmold am 02.07.2017 um 12:25 Uhr

- wer mit dem ABDA-System lebt – lebt gut…
Auch wenn der Begriff 'Arroganz der Macht' inzwischen von Martin Schulz korrumpiert wird:
Wo hat sich denn die ABDA um die 'Ü60' gekümmert? Die ihre Apotheken in den letzten Jahren einfach, still und leise geschlossen haben? Die ihr Lebenswerk nicht verkaufen konnten? Die - alleingelassen von Politik und Standespolitik, Apobank und Treuhand - kalt enteignet wurden?

AW: stets bemüht, lol

von Karl Friedrich Müller am 02.07.2017 um 18:02 Uhr

Ja, Politik und ABDA vernichten mit ihrer Tätigkeit und ihrer Untätigkeit die Altersversorgung vieler.
Es wird unglaublich viel Vermögen zerstört.

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