Neuer Angriff

Erpressungssoftware legt Beiersdorf und US-Konzern Merck lahm

Hamburg - 28.06.2017, 14:40 Uhr

Weltweite Standorte von Beiersdorf sind von dem neuen Computer-Angriff betroffen. (Foto: dpa)

Weltweite Standorte von Beiersdorf sind von dem neuen Computer-Angriff betroffen. (Foto: dpa)


Experten fordern Umdenken bei deutscher Digitalpolitik

Mitte Mai hatte die „WannaCry“-Attacke hunderttausende Windows-Computer in mehr als 150 Ländern infiziert. Betroffen waren damals vor allem Privatpersonen – aber auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn und Renault.

Falk Garbsch, der Sprecher des Chaos Computer Clubs, sagte im Inforadio des RBB, der neue Virus setzte nicht nur auf die Sicherheitslücke, die bereits von der NSA ausgenutzt wurde, sondern auch auf andere Lücken. „Das ist der Grund, warum sich dieser Virus auch auf Windows 10-Systemen weiterverbreiten kann, sich durch große Netzwerke fräst und da quasi alles mitnimmt, was er irgendwie runterreißen kann.“ Es reiche im Zweifelsfall aus, dass ein einzelner Rechner in einem Firmennetzwerk infiziert werde.

Garbsch forderte ein Umdenken in der Digitalpolitik. In der vergangenen Woche sei „das Staatstrojaner-Gesetz durch den Bundestag geprügelt“ worden. „Das ist ein Gesetz, das damit spielt, dass Sicherheitslücken durch Staaten geheim gehalten werden. (...) Und das muss aufhören. Solange wir diesem Kurs folgen, solange wir diese IT-Sicherheitspolitik weiter betreiben, dass Staaten Sicherheitslücken horten, müssen wir damit rechnen, dass das regelmäßig passiert.“



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