Neuer Tarifvertrag

So viel verdienen Apothekenmitarbeiter jetzt

Berlin - 19.06.2017, 17:30 Uhr

Approbierte Apotheker knacken die 4000-Euro-Marke: Die Apotheker-Gewerkschaft Adexa und der Arbeitgeber-Verband ADA haben sich auf ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent geeinigt. (Foto: dpa)

Approbierte Apotheker knacken die 4000-Euro-Marke: Die Apotheker-Gewerkschaft Adexa und der Arbeitgeber-Verband ADA haben sich auf ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent geeinigt. (Foto: dpa)


Rückwirkend ab dem 1. Juni 2017 bekommen Apothekenmitarbeiter mehr Geld. Die Apotheker-Gewerkschaft Adexa und der Arbeitgeberverband der Apotheker (ADA) haben sich auf ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent geeinigt. DAZ.online stellt Ihnen die komplette neue Gehaltstabelle vor. Dabei knackt eine Berufsgruppe erstmals die 4000-Euro-Marke.

Schon nach einem Monat Verhandlungszeit konnten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter im Apothekenmarkt einigen. Mitte Mai hatte es die erste Verhandlungsrunde gegeben, die von beiden Seiten ohne Ergebnis abgebrochen wurde. Die Forderungen der Adexa waren für die Apothekenleiter nicht erfüllbar: Dem Vernehmen nach wollte die Gewerkschaft schon rückwirkend zum Jahresbeginn 2017 eine deutliche Gehaltserhöhung für alle Angestellten sowie weitere Zuschüsse zu Fort- und Weiterbildungen. 

Letztlich konnten sich beide Seiten auf ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent einigen, das rückwirkend ab dem 1. Juni 2017 in Kraft tritt und eine Gültigkeit von einem Jahr hat. Die neuen Tarife gelten für alle Apothekenmitarbeiter, die Adexa-Mitglieder sind und deren Arbeitgeber gleichzeitig im ADA Mitglied sind. Die einzigen beiden Ausnahmen sind die Kammergebiete Sachsen und Nordrhein: In Sachsen gelten traditionell keine Adexa-Tarife, weil der Sächsische Apothekerverband nicht Mitglied im ADA ist. Und in Nordrhein werden eigene Tarifverträge zwischen der Adexa und der TGL Nordrhein verhandelt.

Insbesondere die approbierten Apotheker dürften sich freuen: Denn erstmals knacken sie, zumindest eine sehr erfahrene Gruppe von ihnen, die 4000-Euro-Marke. DAZ.online hat die komplette Gehaltstabelle aller Apothekenangestellten überarbeitet und stellt hier die neuen Gehälter vor:

GEHÄLTERBrutto-monats-gehaltNotdienst-zulage (18.30 bis 22.00 Uhr)Notdienst-zulage (22.00 bis 
8.00 Uhr)

Wochen-end-zulage

Approbierte
1. Jahr3.362 €68 €85 €204 €
2.-5. Jahr3.469 €70 €85 €211 €
6.-10. Jahr3.727 €75 €85 €226 €
ab 11. Jahr4.077 €82 €85 €247 €
Apothekerassistenten
1.-14. Jahr2.752 €56 €85 €167 €
ab 15. Jahr2.912 €59 €85 €177 €
Pharmazie-Ingenieure und Dipl. Pharmazie-Ingenieure
1.-8. Jahr2.609 €53 €85 €158 €
9.-14. Jahr2.752 €56 €85 €167 €
ab 15. Jahr2.912 €59 €85 €177 €
Pharmazeutisch-technische Assistenten
1.-2. Jahr2.017 €
3.-5. Jahr2.125 €
6.-8. Jahr2.307 €
9.-14. Jahr2.505 €
ab 15. Jahr2.613 €
Apothekenassistenten
2.540 €
Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte und Pharmazeutische Assistenten
1.-2. Jahr1.753 €
3.-6. Jahr1.825 €
7.-9. Jahr1.886 €
10.-13. Jahr1.997 €
ab 14. Jahr2.147 €


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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13 Kommentare

???

von PKA am 02.10.2018 um 22:37 Uhr

Ich bin sprachlos, als ich nach vielen Jahren wieder in meinen erlernten Beruf der PKA zurück kehren wollte über diesen lächerlichen Tarif. ...... als alleinerziehende kann ich mit 2 Kindern von so einem Lohn nicht leben! Ich habe viele Jahre als ungelernte Kraft in einer anderen Branche mehr als eine PTA im letzten Berufsjahr verdient. Wer macht solche Tarife?

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Notdienst

von Vivess Faeq am 24.08.2018 um 14:56 Uhr

Guten Tag,
wie wird eine Notdienst bei einem Berufseinsteiger als Apotheker in Hessen am Sonntag bezahlt? Ich bin nach dem Tarif bezahlt und habe am Sonntag von 8.30 bis 18.30 gearbeitet. Danke für die Antwort

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Sonntagszulage PTA?

von S.Connerley am 20.03.2018 um 14:10 Uhr

Warum bekommen PTAs keine Zulagen wenn sie an Sonn-und Feiertage antreten sollen?

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AW: Sonntagszulage PTA

von Nicole am 04.04.2018 um 11:17 Uhr

Die Zulage gibt es.
PTAs und PKAs bekommen sonn- und feiertags 85% Zuschlag. Außerdem sind sie im Gegensatz zu den Approbierten nicht zum Notdienst verpflichtet , sondern können ihn auch ablehnen.

Gehalt des Apothekers als Praktikant

von Saka am 15.02.2018 um 2:31 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
normalerweise muss ausländischer eine Fachsprachprufung ablegen, dann bekommt man Beruferlaubnis, danach macht man mit diesem Beruferlaubnis ein Praktikum, um die pharmazeutische Kenntnisse zu kennen. Dann legt man eine Approbation ab. ich möchte gerne wissen, wenn man mit dem Beruferlaubnis arbeitet. Wie ist das Gehalt als Praktikant? Danke im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Saka

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Beschämend...

von Ein Ehemann einer PTA am 28.09.2017 um 13:28 Uhr

...sind diese Gehaltszahlungen für PTAs. Für den hohen Verantwortungsbereich, den diese Mitarbeiter/innen tagtäglich erfüllen müssen, ist diese Vergütung bzw. die Erhöhung um 2,5 % aus Sicht eines Außenstehenden lachhaft. Dabei kann ich die anderen Bereiche wie PKA usw. nicht wirklich beurteilen. Nur eins weiß ich: Ein Stundenlohn von nicht einmal 13 Euro BRUTTO reicht für eine Alleinerziehende mit Sicherheit nicht zum Leben aus. Eine befreundete Putzkraft aus dem Bekanntenbereich im Münsterland - natürlich ungelernt - bekommt allein schon 15 Euro. Bloß gut, dass meine Ehefrau nicht alleinerziehend ist, ich hätte Sorgen um die Zukunft meiner Kinder. Trauriges Deutschland, traurige Gewerkschaft, die diese neuen Tarife als Erfolg verbuchen will. Allein die Inflationsrate in diesem Jahr von Jan.-Aug. = 1,8 %...

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Gehalt

von Irenem am 10.09.2017 um 18:27 Uhr

Eine PTA verdient ab 15 Jahren Berufserfahrung genauso viel wie ein KFZ- Mechatroniker im ersten Berufsjahr! Ohne dessen Ausbildung abzuwerten, sagt das schon einiges aus. Wir PTA machen ja außer Vertretung so ziemlich alles in der Apotheke und haben in unsere Ausbildung auch viel investiert, von daher finde ich, dass unser Beruf ziemlich unterbezahlt ist.

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AW: Gehalt

von Chris am 16.02.2018 um 17:18 Uhr

Ich schließe mich der Meinung an.Wir als PTA tragen auch täglich eine Menge Verantwortung und haben fast die gleichen Aufgabenbereiche wie Apotheker.Warum bekommen wir nur 13 Euro Brutto...Nun ich gebe zu bin Single und kann mir von meinen Monatsgehalt nur eine 32 m2 1 Zimmer Wohnung leisten.Ein Auto sich zu leisten undenkbar...

AW: Gehalt

von Nomen Nescio am 26.04.2018 um 11:49 Uhr

Leider kann ich der Kritik nur zustimmen - der Berufsstand desavouiert sich seit Jahren und biedert sich durch kostenlosen Dienstleistungen und unsinnige, aufgeblähte "Fortbildungs- und Dokumentationsorgien" an, um interne Kosten zu produzieren - ein Selektionskriterium im Sinne des "Survival of the fittest"- , welche den zukünftigen Fortbestand von vielen Apotheken gefährden.

Wir führen hier 4 Apotheken und die PTAs bekommen beträchtliche Zuschläge; dennoch ist es - wie auch bei den PKAs - zu wenig, wenn man sich vor Augen hält, dass es sich um FACHARBEITER handelt, die mit ihrem Lohn eine tragfähige und nachhaltige Existenzbildung gewähren wollen und sollen !!!!

Mein Schwager hat eine große Zahnarztpraxis und zahlt für eine Prophylaxehelferin im zweiten Jahr mehr als ich - trotz Übertarif - einer Apothekerin mit 10 Berufsjahren zahlen kann ....

Schlimm genug, wenn man fremdbestimmt beim Aufwand ist, allein: Man muss allen Ernstes ruhig lächeln, wenn man bei Revisionen vorgehalten bekommt, dass man die Plausibilitätsprüfung durchaus etwas besser hätte dokumentieren können hinsichtlich der Quellenangabe...

Somit ist man auf der einen Seite Zeuge des Auslebens von Allmachtsfantasien von nicht einmal mediocren "Kollegen", auf der anderen Seite muss man mit echtem Mitgefühl ertragen, dass eine verdiente, alleinerziehende PTA- Kollegin mit 35 Stunden Arbeitszeit sich und ihren Kinden kaum einen bescheidenen Sommerurlaub alle zwei Jahre bieten kann.

Da pendelt die Gemütslage zwischen Wut und Resignation . . .

Gültigkeit

von Wagenblast am 26.06.2017 um 10:07 Uhr

Bei uns in der Apotheke herrscht etwas Unstimmigkeit. Eine Kollegin meinte, das gilt nur für die, die Tarif bekommen. Stimmt das? Jemand der über Tarif verdient müsste doch auch mehr Geld bekommen?

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"Rückwirkend zum 1. Juni"

von Daniel Meiers am 21.06.2017 um 7:57 Uhr

Der alte Gehaltstarif ist zum 31.12.2016 ausgelaufen. "Aus Rücksicht" um die Wirren rund um ein RX-Versandverbot wurde die Verhandlung des neuen Gehaltstarifs in den Juni verschoben (Warum eigentlich?). "Rückwirkend zum 1. Juni" bedeutet somit einen Verzicht der Apothekenmitarbeiter.

Der Nachtzuschlag liegt wieder unter dem Mindestlohn (seit 01.01.17: 8,84 €), die Wochenendzulage liegt deutlich unter dem Betrag, den der Nacht- & Notdienstfonds erstattet.

Man möchte kaum glauben, dass händeringend quer durch die Republik approbierte Mitarbeiter gesucht werden. Eine Antwort auf den Fachkräftemangel ist diese Tabelle nicht.

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AW: "Rückwirkend zum 1. Juni"

von Müller am 22.06.2017 um 15:56 Uhr

Möglicherweise hängt das Ganze auch mit dem nicht wirklich steigenden Gewinn der Apothekenleiter/innen zusammen. Die paar Euro BTM- und Rezepturzuschlag reichen ja nicht mal annähernd für die neuen Gehaltserhöhungen als Ausgleich. Das wiederum bedeutet ein Gehaltsverzicht der Apothekenleiter/innen seit Jahren.

Wochenendzulage

von Tartigue am 20.06.2017 um 20:45 Uhr

Worauf bezieht sich denn die Wochenendzulage??

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