Medikationsmanagement in den USA

Öffentliche Apotheker und Ärzte sollen sich stärker vernetzen

Stuttgart - 02.06.2017, 11:00 Uhr

Beim Medikationsmanagement kommt es auf Zusammenarbeit an. (Foto: grafikplusfoto / Fotolia)

Beim Medikationsmanagement kommt es auf Zusammenarbeit an. (Foto: grafikplusfoto / Fotolia)


Erfolgsmodell „Asheville-Projekt“

Der Leitfaden verweist unter anderem auf bereits bestehende „Community-Clinical” Verbindungen, darunter das so genannte „Asheville-Projekt“ als ein Beispiel für ein erfolgreiches Medikationsmanagement-Programm (medication therapy management (MTM), das von Apothekern gesteuert wird. Im Rahmen dieses Projekts, das im Jahr 1997 durch die Stadt Asheville im Bundesstaat North Carolina gestartet wurde, erhielten städtische Angestellte mit chronischen Gesundheitsproblemen wie Diabetes, Asthma, Bluthochdruck und hohen Cholesterinwerten Aufklärung und eine persönliche Betreuung. Hieran waren auch öffentliche Apotheker intensiv beteiligt. Sie sorgten dafür, dass die Betroffenen ihre Medikamente ordnungsgemäß einnahmen. 

Verschiedene Beteiligungsformen

Der neue Leitfaden konzentriert sich sowohl auf das Medikationsmanagement (MTM) als auch auf eine weitergehende Form der Beteiligung der Apotheker, das so genannte „collaborative drug therapy management“ (CDTM)Bei diesem Modell übernehmen qualifizierte Apotheker innerhalb eines definierten Rahmens eine erheblich umfangreichere Verantwortung, angefangen von der Begutachtung der Patienten über die Anordnung von Labortests im Zusammenhang mit der Arzneimitteltherapie bis hin zur Verabreichung der Medikamente und zur Auswahl, Einleitung, Überwachung, Fortsetzung und Anpassung medikamentöser Therapien. Entsprechende Vereinbarungen von CDTM haben aber offenbar bis dato noch nicht so recht Fuß fassen können. 

Der neue Leitfaden soll die öffentlichen Apotheker und die Ärzte dabei an die Hand nehmen, letzten Endes ein so genanntes „LINKAGE Framework“ auszubilden. Hierzu werden bestimmte Schritte mit Handlungsanweisungen für die Ärzte und Apotheker definiert.

Er diskutiert auch eventuelle Hindernisse für die Umsetzung sowie mögliche Lösungsansätze, unter anderem für die Honorierung der Apotheker.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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