Doloplant® 

Wo ist Platz in der Sichtwahl für die „Grüne“?

Stuttgart - 03.04.2017, 09:10 Uhr

Brauchen wir noch eine Schmerzcreme in der Apotheke? Davon möchte Schwabe ab April mit einer großen Kampagne überzeugen. (Foto:Schwabe)

Brauchen wir noch eine Schmerzcreme in der Apotheke? Davon möchte Schwabe ab April mit einer großen Kampagne überzeugen. (Foto:Schwabe)


Seit Januar ist Doloplant in deutschen Apotheken zu haben. Im April startet Hersteller Schwabe eine große Mediakampagne. Die Frage, die man sich unweigerlich stellt: Noch eine Schmerzcreme? Welche Lücke wollen die Karlsruher Phytospezialisten mit ihrer Kombination aus Pfefferminz-, Eukalyptus- und Rosmarinöl füllen? 

Im Bereich „Schmerzsalben und Schmerzgel“ herrscht auf dem deutschen Markt wahrlich kein Mangel. Voltaren, Diclo ratiopharm, Docsalbe, Mobilat, Proff, Naproxen, Kytta, ABC-Salbe, Traumaplant, Finalgon…..in der Sichtwahl findet der Patient, der lieber schmiert als schluckt, eine große Auswahl. Seit Januar liegt dort ein weiteres Präparat: Doloplant®  aus dem Hause Schwabe.

Der Hersteller hat eine klare Vorstellung davon, wo er Doloplant® positionieren möchte. Denn nach Ansicht des Familienbetriebs mit Sitz in Karlsruhe ist der Markt keineswegs so gesättigt, wie er auf den ersten Blick scheint. Den hat man sich natürlich im Vorfeld angesehen und dabei durchaus eine Lücke gesehen. So sei es bei den pflanzlichen Zubereitungen dünn geworden in letzter Zeit, zudem stelle das leidige Thema Pyrrolizidinalkaloide im Beinwell die Hersteller der entsprechenden Präparate nach wie vor vor große Herausforderungen. Die NSAR-haltigen Mittel sind nach Ansicht von Schwabe ebenfalls ein wenig in Verruf geraten. So warnte vergangenes Jahr die AMK vor Hautreaktionen durch Diclofenac-haltige Gele. Zudem sind insbesondere bei großflächiger oder langandauernder Anwendung systemische Nebenwirkungen möglich. Und wenn zusätzlich zu einer systemischen NSAR-Therapie noch geschmiert wird, verstärken sich diese unerwünschten Wirkungen noch. Der Haken an den wärmenden Salben ist schnell zusammengefasst: Viele Patienten empfänden sie schlicht als zu warm und daher als unangenehm. 

Gut verträglich und für die Daueranwendung

Die Idee war also eine Creme mit guter lokaler Verträglichkeit, die sich auch für eine dauerhafte Anwendung eignet. Das Resultat: eine Kombination aus Pfefferminzöl, Rosmarinöl und Eukalyptusöl. Warum genau diese Zusammensetzung? Menthol aus dem Pfefferminzöl aktiviere den Kälterezeptor TRPM8, auch als Mentholrezeptor bekannt, erklärt Dr. Claus Geiselhart, der Doloplant bei Schwab betreut. Dies erzeuge zum einen ein lokales Kältegefühl. Zum anderen werden durch das Signal dieses Rezeptors die Reizweiterleitung durch schmerzübertragende Nervenfasen im Rückenmark und somit die Weiterleitung der Schmerz-Impulse ans Gehirn gehemmt. Die Hauptbestandteile von Rosmarinöl sind Campher, Borneol und vor allem Cineol. Durch deren durchblutungsfördernde Wirkung können sich Verspannungen besser lösen, erläutert Geiselhart. Ein leichter Wärmeeffekt komme dabei nur durch die gesteigerte Durchblutung zustande, nicht wie beispielsweise bei Capsaicin durch direkte Rezeptoraktivierung. Der dritten Komponente Eukalyptusöl, die vor allem 1,8-Cineol enthält, schreibt Geiselhart folgende Hauptwirkung zu: eine entzündungshemmende Wirkung, indem es die Arachidonsäurekaskade unterbricht und somit die Freisetzung proinflammtorischer Zytokine hemmt.

Ein Öl, eine Wirkung – so einfach ist es eigentlich nicht

Geiselhart betont, dass man natürlich wisse, ebenso wie vermutlich alle Apotheker, dass man nicht eine Wirkung so strikt einem ätherischen Öl zuschreiben kann. Es gebe ja große Überschneidungen bei den Inhaltsstoffen. So enthalten beispielsweise sowohl Rosmarin- als auch Eukalyptusöl erhebliche Mengen Cineol. Aber der 3-fache Wirkkomplex mit drei Wirkungen – schmerzlindernd, entspannend, entzündungshemmend – ließe sich so vereinfacht schöner erklären.

Doloplant ist ab 12 Jahren geeignet zur äußerlichen unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden und Muskelschmerzen. Ab April startet die Mediakampagne in Print und TV. Die Homepage www.doloplant.de ist bereits seit Anfang März online. Und auch der Außendienst ist schon eine Weile aktiv, um Apotheken davon zu überzeugen, in ihrer Sichtwahl Platz für Doloplant zu machen. Denn auch die Konkurrenz war in der Zwischenzeit nicht untätig, und daher ist dort oder in den Ziehschränken bereits das eine oder andere Präparat mir vergleichbarer Zusammensetzung zu finden. 


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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