Gastbeitrag

Typische Schwachstellen bei Apotheken-Versicherungen

Hamburg - 29.03.2017, 17:00 Uhr

Was falsch gemacht bei Rezeptur oder Defektur? Wofür kommt die Haftpflichtversicherung der Apotheker auf? (Foto: M. Schuppich / Fotolia)

Was falsch gemacht bei Rezeptur oder Defektur? Wofür kommt die Haftpflichtversicherung der Apotheker auf? (Foto: M. Schuppich / Fotolia)


Wer eine Apotheke betreibt, muss sich gegen Risiken absichern: Ohne Berufshaftpflichtversicherung geht es nicht. Auch auf eine Inventarversicherung – etwa für den Fall eines Einbruchs – sollte man nicht verzichten. Doch sind Ihre Versicherungen wirklich optimal und auf dem neuesten Stand? Oder haben Sie möglicherweise eine bestehende Versicherung übernommen, ohne sie genauer zu prüfen? DAZ.online bietet  einen Überblick über die Schwachstellen vieler Versicherungen. 

Der Beruf des Apothekers weist zahlreiche Besonderheiten auf, die sich wesentlich von anderen Berufsgruppen unterscheiden. Es existieren diverse nationale und europäische Normen sowie Rechtsprechung, welche die Haftung und Berufsausübung maßgeblich beeinflussen. Die Haftungs- und Versicherungsrisiken dieses Berufsstandes sind dementsprechend außergewöhnlich.

Bedauerlicherweise berücksichtigen jedoch nur die wenigsten Apothekenversicherungen diese speziellen Anforderungen. Obgleich am Markt adäquate Tarife existieren, werden Pharmazeuten in Versicherungsfragen häufig unzureichend beraten und die Apotheken wie Einzelhandelsgeschäfte versichert. So entstehen oftmals erhebliche Lücken im Versicherungsschutz, bei denen zum Teil existenzielle Risiken unzureichend abgesichert sind. 

Heute und in den nächsten beiden Tagen soll dieser Beitrag kompakt zusammengefasst typische Schwachstellen im Vertragstext und mögliche Verbesserungspotenziale bei Apotheken-Versicherungen aufzeigen. Im heutigen ersten Teil geht es dabei einerseits um allgemeine Klauseln, andererseits um Regelungen in (Berufs-) Haftpflichtversicherungen.

Allgemeines

Einige Leistungsinhalte sind spartenübergreifend von besonderer Bedeutung und sollten dementsprechend auch in Apothekenversicherungen enthalten sein. Hier sind insbesondere die Versehensklausel bei verspäteter Schadensanzeige und die Innovationsklausel zu nennen.

Versehensklausel bei verspäteter Schadensanzeige

In zahlreichen Versicherungsbedingungen sind Leistungskürzungen vorgesehen, sofern Schäden nicht unverzüglich angezeigt werden. Gerade bei kleinen und mittleren Schäden passiert es in der Apotheken-Praxis jedoch häufig, dass es mehrere Tage oder Wochen dauert, bis die Schadensanzeige gegenüber den Assekuranzen erfolgt. Insofern sind kundenfreundliche Regelungen im Hinblick auf diese Obliegenheit vorzugswürdig.

Innovationsklausel

Eines der größten Ärgernisse ist eine fehlende Innovationsklausel. Viele Menschen neigen dazu, einmal eine Versicherung abzuschließen und das Thema danach gedanklich abzuhaken. Etliche Apotheker übernehmen zudem die Policen ihres Vorgängers einfach ungeprüft. So bestehen Versicherungsverträge manchmal Jahrzehnte lang unverändert fort, ohne jemals aktualisiert zu werden. Angesichts der dynamischen Entwicklung des Marktes und der sich durch den Wettbewerb kontinuierlich verbessernden Versicherungsbedingungen sind nicht aktualisierte Bedingungen jedoch nach einigen Jahren im Vergleich oft schon deutlich schwächer und nicht mehr zeitgemäß. Mit einer Innovationsklausel kann vereinbart werden, dass künftige, beitragsneutrale Bedingungsverbesserungen auch für bestehende Verträge gelten. Eine gut formulierte Innovationsklausel trägt daher erheblich dazu bei, dass bestehende Verträge länger aktuell bleiben – nach einigen Jahren oder gar Jahrzehnten kann dies ein enormer Vorteil sein.



Jascha Arif, Rechtsanwalt, und Steffen Benecke, Versicherungsmakler, Hamburg
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

Kommentar auf meinen Beitrag

von Alexander Zeitler am 01.02.2020 um 4:12 Uhr

Die Bay. Apothekerversicherung garantiert das angeblich.
Pustekuchen. Ansonsten ist mein Kommentar leider Realität.
Sollte einfach eine Info an die gesunden Kollegen unter 59 sein.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Versicherungen

von Alexander Zeitler am 30.03.2017 um 23:01 Uhr

Liebe Kollegen,
Ihr meint, Ihr hättet bei der Apothekerversorgung eine Berufs unfähigkeitsversicherung.
Ich hatte einen Schlaganfall und hätte alle Befunde und Testate bekommen. Nur war ich mit 60 Jahren dazu zu alt.
Telefonat mit "unseren" Vewrsicherung: Auch mit 59 ist das nicht vorgesen.
Also habe ich meine Apotheke einfach geschlossen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Versicherungen

von Johann am 31.01.2020 um 15:20 Uhr

Hätte hätte nicht im Bette.
Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen, ist das Ereignis, dass auf Ihre Gesundheit einwirkt irrelevant..
So wie es sich anhört, hatten Sie aber keine oder Sie lief nur bis zum 59. Lebensjahr oder die Befunde wurden dann doch nicht erstellt.

Was auch immer.
Der Kommentar gibt leider nicht viel her.

Lieben Gruß!

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