Übersicht über die Stellungnahmen

Wer ist für das Rx-Versandverbot, wer dagegen?

Berlin - 21.03.2017, 16:30 Uhr

Viel zu lesen: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) liegen nun zahlreiche Stellungnahmen zum Rx-Versandverbot vor. Die meisten Fachverbände sind gegen das Verbot. (Foto: dpa)

Viel zu lesen: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) liegen nun zahlreiche Stellungnahmen zum Rx-Versandverbot vor. Die meisten Fachverbände sind gegen das Verbot. (Foto: dpa)


Dem Bundesgesundheitsministerium liegen nun zahlreiche Stellungnahmen zu der Frage vor, ob der Versandhandel mit Rx-Arzneimitteln verboten werden soll. DAZ.online hat die Stellungnahmen überprüft und eine Übersicht über die Grundaussagen zusammengestellt. Es fällt auf: Ein überwiegender Teil der Fachverbände im Gesundheitswesen lehnt das Verbot ab.

Knapp einen Monat lang hatten die Verbände Zeit, um den vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgelegten Referentenentwurf zu prüfen und sich eine Meinung zu bilden. Das Haus von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte den Entwurf zuvor zwei Mal ändern müssen, weil das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) während einer Vorabstimmung der Ministerien Einspruch eingelegt hatte.

Für das Verbot sprechen sich derzeit sechs Verbände aus. Zunächst fordert natürlich die ABDA die Beschränkung des Versandhandels auf OTC-Präparate. Die Apotheker sehen keine Alternative zum Versandverbot, es sei die „gegenwärtig die richtige und zeitnah wirksame gesetzgeberische Reaktion“ auf das EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung. Um die Problematik mit den „Spezialversendern“ zu lösen, schlägt die ABDA außerdem vor, dass Apotheken grundsätzlich auch andere Apotheken und Klinikapotheken mit anspruchsvollen Rezepturen beauftragen können sollten. Die Apothekergewerkschaft Adexa entspricht dieser Forderung weitestgehend und weist darauf hin, dass das Verbot aus Gründen des Gesundheitsschutzes nötig sei.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Ausländische Versandapotheken

Wer zahlt die Umsatzsteuer?

EU-Kommission zum DocMorris-Boni-Prozess

Deutsches Rabatt-Verbot verstößt gegen freien Warenverkehr

Die Delegierten der Hauptversammlung des Deutschen Apothekertages

Wer sitzt denn da?

Kassenchefs, KassenÄrzte-Chefs und Apotheker-Präsidenten

Wer verdient mehr?

AOK-Bundesverband lehnt Rx-Versandverbot kategorisch ab

AOK will Verträge mit Versandapotheken

Die Selbstverwaltung der Apotheker

Wer macht was in der Berufspolitik?

2 Kommentare

Wer ist für oder gegen AV verbot?

von Heiko Barz am 21.03.2017 um 18:39 Uhr

Nur mal Einen herausgesucht : Deutscher Städtetag.
Wenn In den zentralen Städten auch noch die Apotheken verschwinden, die einzigen noch unabhängigen Einzelunternehmer, dann sublimiert die Käuferschicht und verschwindet in stadtfernen Einkaufzentren mit überschaubaren Gewerbesteuereinnahmen.
Sollen so die Stadtzentren in ihrer wirtschaftlichen Zukunft aussehen?
Welchen Wirtschaftsstandpunkt verfolgen die Städtetage?
Sind die auch schon alle dem immer viel versprechenden Großkapital anhängig?
Bei dem, wie unsere Innenstädte heute aussehen, wird mich nichts mehr wundern.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Wer ist für oder gegen AV verbot

von Eva Mail am 22.03.2017 um 22:57 Uhr

auch noch die Apotheken ach weh. Apotheken machen Stadtzentren schick? Sorry. Eine Apotheke brauche ich wenn, dann im Wohnviertel. Im Zentrum brauche ich eine, für die Leute, die im Zentrum wohnen.Aber keine 10 innen und außen keine. Hier muss einfach gesteuert werden, durch die Politik

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.