Mikrobiologie

Salicylsäure könnte Schleimhaut-Besiedlung mit Staphylococcus aureus fördern

Berlin - 21.02.2017, 09:05 Uhr

Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Buenos Aires in Argentinien haben einen Faktor gefunden, der Staphylococcus aureus recht unvermutet günstige Überlebensbedingungen verleiht. (Foto jarun011 7 / Fotolia)

Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Buenos Aires in Argentinien haben einen Faktor gefunden, der Staphylococcus aureus recht unvermutet günstige Überlebensbedingungen verleiht. (Foto jarun011 7 / Fotolia)


Salicylsäure: In Blüten, Blättern und Wurzeln von Pflanzen enthalten

Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Buenos Aires in Argentinien haben nun im Labor und im Tiermodell einen Faktor gefunden, der Staphylococcus aureus recht unvermutet günstige Überlebensbedingungen und damit potenziell krankmachende Eigenschaften verleiht – Salicylsäure.

„In unseren Laborversuchen haben wir ausschließlich Salicylsäure verwendet, da sie der Hauptmetabolit der Acetylsalicylsäure (ASS), dem Wirkstoff etwa in Aspirin, ist“, erklärt der promovierte Biologe Tom Grunert, der in der Abteilung für funktionelle Mikrobiologie der Uni Wien forscht. Mit einer Halbwertszeit von 15 Minuten wird ASS zu Salicylsäure hydrolisiert, die dann für zwei bis drei Stunden im Blutplasma nachweisbar ist. Salicylsäure ist ferner ein sekundärer Inhaltsstoff in vielen verschiedenen Pflanzen. Als Wirkstoff direkt wird Salicylsäure äußerlich gegen Akne, Warzen, Hühneraugen und anderes eingesetzt und ist auch in vielen Peelings enthalten.

Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Wiener Forschungsgruppe von Monika Ehling-Schulz sowie die von Fernanda Buzzola an der Uni Buenos Aires jetzt im Fachmagazin Frontiers in Microbiology unter dem Titel „The Active Component of Aspirin, Salicylic Acid, Promotes Staphylococcus aureus Biofilm Formation in a PIA-dependent Manner“ (https://doi.org/10.3389/fmicb.2017.00004). Die Forscher hatten zeigen können, dass in Anwesenheit von Salicylsäure Bakterien einen deutlich verstärkten und damit widerstandsfähigeren Biofilm ausbilden. „Die Verstärkung des Biofilms wurde quantitativ im Mikrotiterplattenassay bestimmt. Es wurden mehrere klinische Isolate und ein Referenzstamm getestet. Dies ergab eine 1,25- bis 3,87-fache Zunahme des Biofilms in Folge der Zugabe von Salicylsäure“, erklärt Grunert. Im Vergleich zu ohne den Wirkstoff kultivierten Bakterien habe die Biomasse um rund das Zweifache zugenommen, sagt der Forscher.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.