ABDA-Umfrage

Internetnutzer sprechen sich für Vor-Ort-Apotheken aus

Berlin - 14.02.2017, 12:00 Uhr

Auch online-affine Bundesbürger wissen die Vorteile von Vor-Ort-Apotheken zu schätzen. (Foto: DAZ.online)

Auch online-affine Bundesbürger wissen die Vorteile von Vor-Ort-Apotheken zu schätzen. (Foto: DAZ.online)


Am heutigen Dienstag veröffentlichte die ABDA eine repräsentative Umfrage, nach der auch 85 Prozent der Internetnutzer die wohnortnahe Apotheke als wichtig bezeichnen. Jeder fünfte Erwachsene nutze das Internet nicht – und für finanziell schlechter gestellte Menschen spiele der Versandhandel eine geringere Rolle, betont die ABDA.

Nachdem in den letzten Wochen bereits Umfragen von Allensbach und Emnid veröffentlicht wurden und auch der Bundesverband der Versandapotheken (BVDVA) Teile einer Erhebung veröffentlicht hat, legt nun die ABDA nach. „Auch Online-Käufer wollen wohnortnahe Apotheken behalten“, erklärt sie mit Blick auf die Ergebnisse: Auch für Internetnutzer sei eine umfassende Beratung in einer wohnortnahen Beratung sehr wichtig, genauso wie der Nacht- und Notdienst oder die Anfertigung von Rezepturen. Für die repräsentative Erhebung hat das Institut forsa im Auftrag der ABDA Ende Januar telefonisch rund 1000 erwachsene Bundesbürger befragt.

Etwa jeder fünfte Befragte habe das Internet in den letzten drei Monaten nicht benutzt, betont die ABDA – weshalb aus ihrer Sicht Online-Umfragen, wie sie beispielsweise der BVDVA durchgeführt hatte, keine bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse liefern. Die wohnortnahe Beratung bezeichneten 86 Prozent aller Befragten als sehr wichtig oder wichtig – zu den Internetnutzern gab es hier keinen Unterschied. Bei den nicht im Web aktiven Befragten war dies sogar für 93 Prozent der Fall – was damit zusammenhängen könnte, dass es sich um eine ältere Bevölkerungsgruppe handeln dürfte. 

Ähnlich sah es auch bei der Frage aus, als wie wichtig der Nacht- und Notdienst erachtet wird. Die Anfertigung von Rezepturen bezeichneten rund 80 Prozent aller Befragten als wichtig oder sehr wichtig – während mit gleichfalls 80 Prozent die Befragten, die nicht das Internet nutzen, den Botendienst deutlich häufiger als wichtig einschätzen als die Durchschnittsbevölkerung, bei der es 53 Prozent waren. Rund 37 Prozent der Bevölkerung, die in Ortschaften mit weniger als 20.000 Einwohnern lebt, haben laut der Umfrage den Botendienst bereits in Anspruch genommen. Und auch in Großstädten ab 500.000 Einwohnern hat bereits jeder Vierte diese Leistung bereits genutzt. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Redakteur DAZ.online
hfeldwisch@daz.online


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1 Kommentar

Neugierde, Kunst und Demokratie im Widerstreit ...

von Christian Timme am 14.02.2017 um 19:21 Uhr

Für die ABDA: Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts.
Johann Wolfgang von Goethe.
Für den BVDVA: Die Kunst, Dinge herbeizuführen, indem man sie voraussagt. Vance Packard.
Für Politiker: Wir leben in einer Demoskopiedemokratie.
Richard von Weizäcker.

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