Verbraucherschützer fordern

Nahrungsergänzungsmittel sollten zugelassen werden

Stuttgart - 19.01.2017, 17:30 Uhr

Nahrungsergänzungsmittel können Risiken bergen. (Foto: euthymia / Fotolia)

Nahrungsergänzungsmittel können Risiken bergen. (Foto: euthymia / Fotolia)


Menschen nehmen Mittel zur Nahrungsergänzung zu leichtfertig ein, findet der Verbraucherzentrale Bundesverband. Zudem glauben viele Verbraucher fälschlicherweise, die Vitaminpräparate würden wie Arzneimittel geprüft. Was nicht zutrifft. Das müsse sich ändern. 

Die Verbraucherzentralen präsentieren ein neues Online-Informationsportal. Thema: Nahrungsergänzungsmittel. Interessierte finden auf klartext-nahrungsergänzung.de rechtliche Hintergründe und Informationen zu gesundheitliche Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln. Wer profitiert von den Präparaten? Und: Was ist ein Nahrungsergänzungsmittel (NEM) überhaupt? Dass hier enormer Informationsbedarf besteht, zeigen Umfragezahlen des Marktforschungsinstituts Forsa: 47 Prozent der Verbraucher glauben, dass NEM wie Medikamente auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft seien – was falsch ist.

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel

Nahrungsergänzungsmittel fallen in die Kategorie der Lebensmittel. Diese benötigen – anders als Arzneimittel – keine Zulassung, damit der Hersteller sie vertreiben darf. Somit werden NEM auch nicht auf ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit untersucht, bevor sie in den Regalen von Apotheken, Drogerien und Supermärkten landen. Zuständig für das Inverkehrbringen von NEM ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) – dieses registriert etwa 5.000 neue Produkte jährlich.

Der Markt der NEM ist offensichtlich beliebt: Die Hürden des Marktzugangs gestalten sich niederschwellig, das Interesse der Bevölkerung daran und auch die Bereitschaft, für die Produkte Geld auszugeben, ist groß. Als „Milliardengeschäft der Lebensmittelindustrie“ bezeichnet EU-Agrarpolitiker Martin Häusling von den Grünen das Geschäft mit den Mitteln zur Nahrungsergänzung.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geben die Bundesbürger jährlich mehr als eine Milliarde Euro für Produkte aus diesem Sektor aus. Und das, obwohl der Großteil der Bevölkerung Deutschlands heutzutage mit Nährstoffen ausreichend versorgt sei, erklärt Angela Clausen als Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale in NRW.



Celine Müller (cel)
redaktion@daz.online


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4 Kommentare

Zulassung NEM

von Heike am 03.02.2017 um 8:43 Uhr

Manche Medikamente die vom Arzt verschrieben werden, sind auch gefährlich und seit wann wissen die Ärzte, wie ein Medikament auf einen bestimmten Organismus wirkt? Nur weil ein Pharmaunternehmen in einer Studie festgestellt hat, wie es angeblich wirken soll?
Nehmen wir Kontagan, dieses Medikament wurde auch einmal angepriesen und erst Jahre danach stellte sich heraus, was für einen Schaden es anrichten kann.......so viel zu den Fachkräften, die sich mit dem menschlichen Organismus und den Wechselwirkungen mit Medikamenten so gut auskennen. Als Beispiel könnte ich jetzt jede Menge an Medikamenten aufzählen, die im Namen der Pharmalobby verschrieben werden, ohne dass derjenige der sie verschreibt ein genaues Hintergrundwissen hat.

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Zulassung NEM

von Klaus Brückner am 20.01.2017 um 12:48 Uhr

Dann bitte auch eine Zulassung mit Tageshöchstdosis für Wasser, Salz, Kaffe und und und. Kann ja alles tödlich sein in der entsprechenden Dosierung. Bier, Wein und Sekt bitte nur noch auf Rezept mit strikter Einhaltung der erlaubten Tagesdosis. Fazit: Es kann nicht alles geregelt werden. Die Freiheit besteht u.a. auch darin unvernünftiges tun zu können bzw, Vernünftiges zu unterlassen, wie zum Beispiel sich ausreichend zu bewegen.

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Zulassung NEM

von Andreas am 20.01.2017 um 8:53 Uhr

Mal wieder soll in Deutschland etwas reguliert werden. Als Verbraucher ist mir jedoch sehr Bewusst, was von mir in welcher Form und Dosis konsumiert wird. Zudem sind die NEM, zumindest bei mir, wirksam und funktionieren z.B. Sport und Magnesium. Daher mein Appell: So lassen wie es ist und sich bewährt hat.

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AW: Zulassung NEM

von Dr. Arnulf Diesel am 20.01.2017 um 11:56 Uhr

Nicht jeder Verbraucher ist so gut informiert und es gibt durchaus gefährliche Produkte: Red-Rice zur diätetischen Behandlung von erhöhten Cholesterinwerten. Der enthaltene Wirkstoff entspricht grob gesagt einem Stoff, der als Arzneimittel verschreibungspflichtig ist und in falscher Kombination tödlich sein kann. Solche Produkte gehören überhaupt nicht auf den Markt, daher ist eine Regulierung notwendig.

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