Schweiz

Ein Fünftel der Apotheken in einer schwierigen Lage

12.01.2017, 17:20 Uhr

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Ertrag der Apotheken pro abgegebene Packung ist seit Jahren rückläufig, so pharmaSuisse. (Foto: dpa)

Der Ertrag der Apotheken pro abgegebene Packung ist seit Jahren rückläufig, so pharmaSuisse. (Foto: dpa)


Anpassung der Preisklassen dringend nötig

Bei der Abgabe sehr teurer Arzneimittel macht der Apotheker ein Verlustgeschäft, weil der Großhandel wegen höherer Lagerrisiken einen deutlich höheren Zuschlag verlangt. Gleichzeitig steigen die Zinsen durch die verzögerte Rückerstattung durch die Krankenkasse an die Apotheke. Auch an sehr preiswerten Medikamenten verdienen die Apotheker kaum etwas, berichtet pharmasuisse weiter, denn die Lager-und Logistikkosten fressen den Vertriebszuschlag auf. Das sich seit einigen Jahren viel mehr Medikamente in den untersten und obersten Preissegmenten befinden, klafft die Preisschere immer mehr auseinander. Der Apothekerverband verlangt deshalb dringend eine Anpassung der Preisklassen. Laut pharmaSuisse hat der Schweizer Bundesrat das Bundesamt für Gesundheit bereits damit beauftragt hat, bis Ende Februar 2016 eine unabhängige Preisklassenanalyse erstellen zu lassen.

Apothekendichte unter dem EU-Mittel

Die Zahl der öffentlichen Apotheken in der Schweiz ist in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben. Ende 2015 waren es 1774. Mit 22 Apotheken pro 100.000 Einwohner liegt das Alpenland unterhalb des euro­päischen Durchschnitts (zum Vergleich: EU-Durchschnitt: 31, Deutschland: 25, Niederlande: 12, Belgien: 44, Griechenland: 87). Die Zahl der Kettenapotheken ist von 2014 (502) bis 2015 (504) im Wesentlichen stabil geblieben. 1006 Abgabestellen waren 2015 in Gruppierungen von unabhängigen Apotheken eingebunden, wobei einige mehreren Gruppierungen angehören. Lediglich 264 Apotheken sind völlig unabhängig.

Apotheker erhalten mehr Kompetenzen

Zu den wichtigsten Neuerungen für die Schweizer Apotheker gehören die erweiterten Kompetenzen in der medizinischen Grundversorgung. So sollen die Apotheker in Zukunft bereits im Studium die Kompetenzen zum Impfen sowie zur Diagnose und Behandlung häufiger gesundheitlicher Störungen und Krankheiten erwerben. Mit diesem Wissen sollen sie gewisse rezeptpflichtige Medikamente nach einem persönlichen Kontakt mit dem Patienten auch ohne Verordnung abgeben dürfen. Diese Kompetenzerweiterung kommt allen zugute, schreibt der geschäftsführende Präsident von pharmaSuisse Fabian Vaucher in der neuen Broschüre, den Apotheken-Teams, den Ärzten, den Spitälern, den Heimen und vor allem den Patienten. 



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Von den Schweizern lernen, heißt .........

von Gunnar Müller, Detmold am 13.01.2017 um 19:31 Uhr

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hier lasse ich den geneigten Lesern viel Platz für ihre eigenen Gedanken .....

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