Neue DAZ.online-Serie

Europa, deine Apotheken

Berlin - 27.12.2016, 07:00 Uhr

Interaktive Europa-Karte: Nach und nach werden Sie sich auf dieser Karte per Klick über die Apothekensysteme des jeweiligen Landes informieren können. (Grafik: DAZ.online)

Interaktive Europa-Karte: Nach und nach werden Sie sich auf dieser Karte per Klick über die Apothekensysteme des jeweiligen Landes informieren können. (Grafik: DAZ.online)


In den nächsten Tagen, Wochen und Monaten nimmt DAZ.online Sie mit auf eine virtuelle Reise. In einer neuen Serie stellen wir nach und nach die Apothekensysteme Europas vor. Denn gerade jetzt, wenige Monate nach dem EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Sie werden sehen, wie unterschiedlich die Länder ihre Apothekenmärkte gestaltet haben.



Ab dem heutigen Dienstag finden Sie auf unserer Homepage eine neue Rubrik: Unter dem Namen „Europa, deine Apotheken“ erscheint eine interaktive Europa-Karte. Nach und nach werden wir auf dieser Ansicht neue Länder „aktivieren“: Wenn Sie auf das jeweilige Landessymbol klicken, werden Sie zu einem umfangreichen Text über das dortige Apothekensystem weitergeleitet. Auf diesen einzelnen Länderseiten befinden sich umfangreiche Recherchen, unter anderem zum Fremd- und Mehrbesitz, zum Versandhandel sowie zum Apothekenhonorar. Gleichzeitig stehen Ihnen diverse Statistiken, Zahlen, Daten und Fakten zur Verfügung. 

In dieser Woche präsentieren wir Ihnen die ersten Recherchen zu den Apothekenmärkten in Italien, Großbritannien, Schweden und Dänemark. An jedem Wochentag schalten wir ein weiteres Land frei. Wir starten mit Italien. Nach dem Jahreswechsel setzen wir die Serie natürlich fort: Immer wieder ergänzen wir die Karte um ein weiteres Land. Die Europa-Serie ist auch Grundlage für unsere weitere Berichterstattung über andere Apothekenmärkte. Gibt es beispielsweise in Italien eine wichtige aktuelle Meldung zum Apothekenmarkt, werden wir zum erklärenden Basis-Text verlinken. So haben Sie die Möglichkeit, sich einerseits über die aktuellen Geschehnisse und andererseits über die dahinter liegende Systematik des jeweiligen Marktes zu informieren.

Welchen Nutzwert haben Infos über Europas Apothekenmärkte?

Warum bieten wir Ihnen diese Serie an? Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Apothekensysteme Europas zwar völlig unterschiedlich aufgebaut sind, sich in gewisser Weise aber doch gegenseitig beeinflussen. So haben beispielsweise viele Regierungen, die ihren Apothekenmarkt liberalisiert haben, vorher Gutachten in Auftrag gegeben, wie bereits deregulierte Apothekenmärkte im europäischen Ausland „ticken“. Insbesondere die Länder, in denen es noch nie Vorschriften zum Fremd- und Mehrbesitzverbot gab, dienten bei der Marktöffnung in anderen Ländern als Blaupause.

Und auch hierzulande zeigt sich nach dem EuGH-Urteil, dass die Politik sich bereits im EU-Ausland nach alternativen Regelungen umschaut. Die Bundestagsfraktion der Grünen hatte bei ihrem Fachgespräch zum Apothekenmarkt beispielsweise einen Universitätsprofessor eingeladen, der Modelle aus Großbritannien und Norwegen zur Apothekervergütung vorstellte, um sie auch hierzulande als Alternative ins Spiel zu bringen.

Und auch mit Blick auf die zunehmenden Harmonisierungs-Tendenzen innerhalb der EU ist es wichtig, die Entwicklungen auf den Gesundheitsmärkten Europas im Auge zu behalten. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Regulierung eines EU-Mitgliedsstaates vor dem EuGH landet. Zwar hat der EuGH im Falle des Fremd- und Mehrbesitzverbotes vor einigen Jahren entschieden, dass die EU-Staaten aufgrund des Gesundheitsschutzes nicht liberalisieren müssen. Insbesondere mit Blick auf die Begründung des Gerichtes im Verfahren um Rx-Boni ist es aber nicht mehr ausgeschlossen, dass auch andere Regulierungen dem freien Binnenmarkt geopfert werden könnten.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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