Lieferservice

In Freiburg liefert der Großhändler per E-Bike

Freiburg im Breisgau - 20.12.2016, 17:15 Uhr

Der Pharmagroßhändler Alliance
Healthcare beliefert die Apothekerin Suzanne Sennecke-Boelch, Holzmarkt-Apotheke, einmal am Tag
mit dem Cargo Bike. (Foto: Alliance Healthcare)

Der Pharmagroßhändler Alliance Healthcare beliefert die Apothekerin Suzanne Sennecke-Boelch, Holzmarkt-Apotheke, einmal am Tag mit dem Cargo Bike. (Foto: Alliance Healthcare)


Im Breisgau kommen seit September Medikamente mit dem Cargo-Bike zu fünf Apotheken im Zentrum der 230.000 Einwohner-Stadt. Neben Treibhausgas-Emissionen spart die Lieferung per E-Bike auch Zeit, wenn sich der Kurier durch den Feierabend-Verkehr schlängelt.

„Ich bin von der Idee begeistert, die Lieferung mit dem Cargo Bike ist zuverlässig, pünktlich und die Leute von Velo-Kurier sind sehr offen und freundlich“, sagt die Apothekerin Suzanne Sennecke-Boelch, die in der Innenstadt Freiburgs im Breisgau die Holzmarkt-Apotheke betreibt. Vier weitere Apotheken in der baden-württembergischen 230.000-Einwohner-Stadt profitieren seit September von der Belieferung ihrer Offizinen per Elektro-Fahrrad mit Medikamenten durch den Großhändler Alliance Healthcare

Tour mit fünf Apotheken von montags bis freitags

„Diese Apotheken werden nun standardmäßig per Cargo-Bike täglich beliefert“, erklärt Christian Dieckmann, Logistikleiter der Niederlassung Freiburg des Gesundheitsdienstleisters. Die Idee, die Apotheken klimafreundlich mit Fracht-E-Fahrrädern zu beliefern, kam vom örtlichen Unternehmen Velo-Kurier, das auf die Freiburger Niederlassung des Großhändlers zuging.

Man sei direkt von der Idee begeistert gewesen, sagt Dieckmann. „Wir haben dann erst einmal überlegt, welche Tour Sinn macht und dann für den Piloten Kunden in der Freiburger Innenstadt angesprochen, ob sie den neuen Service einmal testen möchten“, berichtet der Logistikleiter. Jene fünf Apotheken hatten sich gemeldet. „Diese Cargo-Bike-Tour ist bereits Standard und läuft ohne Probleme von Montag bis Freitag“, erklärt Mathias Greutter, Regionalleiter Vertrieb bei Alliance Healthcare.

Das Cargo-Bike, ein Elektrofahrrad mit leistungsstarkem Motor und integrierter Ladefläche, ist vom Hersteller Radkutsche gemeinsam mit Velo-Kurier und Alliance Healthcare eigens für den besonderen Einsatz weiterentwickelt worden. So sei der Container für den Medikamenten-Transport abschließbar gemacht worden. 36 Wannen finden nun Platz im Frachtraum des Fahrrads. „Wir haben vor, die Funktionen im laufenden Betrieb weiter zu verfeinern, zum Beispiel wollen wir noch Kühlplatten einbauen“, erklärt der Geschäftsführer von Velo-Kurier Freiburg, Christoph Hamman-Kloss.

Im Feierabendverkehr ist das Cargo-Bike unschlagbar

Das Feedback seitens der Apotheker sei insgesamt „mehr als positiv“, sagt Dieckmann. „Wir wurden bereits von Kunden, die den Service noch nicht haben, auf das Thema angesprochen. Neben dem Aspekt, dass durch das Fahrrad das Treibhausgas Kohlendioxid eingespart werden könne, zähle auch der Faktor Zeit: „Die Zeitersparnis ist enorm, gerade im Feierabendverkehr ist das Cargo-Bike unschlagbar. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit sind die Vorteile dieser Belieferung deutlich spürbar“, sagt Greutter. „Gerade zum Feierabend stauen sich die Autos in der Stadt und Parkmöglichkeiten gibt es so gut wie keine“, schildert Apothekerin Sennecke-Boelch, welche Vorteile das Cargo-Bike habe, wenn es sich einfach durch den Stau schlängeln könne. Kostenersparnis stünde dagegen nicht im Vordergrund. „Die Cargo-Bike-Tour wird wie eine normale Tour vergütet“, sagt Greutter.

Auch im Winter pünktliche Lieferung

Auch im Winter soll die Lieferung „zuverlässig und pünktlich“ sein, sagt Dieckmann. Notfalls könne man aber bei starkem Schneefall auf ein anderes Fahrzeug ausweichen. „Das war bislang aber noch nicht notwendig.“ Die Apotheken würden ohnehin nicht ausschließlich per Cargo-Bike angefahren. „Ein gesunder Mix ist hier das Richtige, um Sondergeschäfte wie Überweiser und auch das Alltägliche wie Müll, Kartonagen und Leergut abwickeln zu können“, sagt Dieckmann.

Eingesetzt wird das Bike bislang nur auf den Stadt-Touren. „Dabei kommt uns auch zu Gute, dass gerade in der Stadt Freiburg die Fahrradwege überdurchschnittlich gut ausgebaut sind“, sagt der Logistikleiter. Man wolle den Service in jedem Falle beibehalten und ihn wohl auch weiter ausbauen. Für genaue Perspektiven dazu sei es aber noch zu früh, sagt Dieckmann.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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