Influenza-Saison 2016/2017

Grippe lässt noch auf sich warten

Berlin / Stuttgart - 22.11.2016, 14:15 Uhr

Eine leicht erhöhte ARE-Aktivität (dunkelblau) ist nur in wenigen Bundesländern nachweisbar. (Grafik: DAZ.online)

Eine leicht erhöhte ARE-Aktivität (dunkelblau) ist nur in wenigen Bundesländern nachweisbar. (Grafik: DAZ.online)


Die echte Grippe lässt laut Robert-Koch-Institut  in Deutschland noch auf sich warten. Wer derzeit hustet und schnieft hat in der Regel Erkältungsviren aufgeschnappt. Es gibt so langsam die ersten Nachweise von Influenza-Erregern, eine erhöhte Grippe-Aktivität sei aber noch nirgendwo in Europa zu beobachten. 

Die Jahreszeit des Schniefens und Hustens ist angebrochen. Noch verursachen vor allem Erkältungsviren diese Symptome. Aber auch die echte Grippe steht vor dem Start. „Wir sind noch ganz am Anfang der Grippe-Saison. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich impfen zu lassen“, sagte Silke Buda, Expertin des Robert Koch-Instituts (RKI), der Deutschen Presse-Agentur.

Wie schwer die bevorstehende Grippesaison ausfällt, lässt sich nicht vorhersagen. Die vergangene verlief relativ moderat, nachdem es im Winter 2014/15 viele Deutsche heftig erwischt hatte. In den vergangenen Jahren begann die Grippewelle meist nach dem Jahreswechsel und erreichte ihren Höhepunkt zwischen Mitte Februar und Ende März.

16 Millionen Impfdosen freigegeben.

Die Vakzine für die Saison 2016/2017 unterscheiden sich in zwei der drei Komponenten von denen der vorigen Saison, wie Buda sagte. Zudem sind  auch zwei Impfstoffe mit je vier Komponenten (Fluenz Tetra, Influsplit Tetra)  auf dem Markt, bei denen je ein Stamm ausgetauscht wurde. Mit Stand Montag hatte das PEI insgesamt rund 16 Millionen Impfdosen freigegeben.

Beibehalten wurde jeweils der Stamm für die Schweinegrippe A (H1N1), der im vergangenen Jahr relativ viel kursierte. Aktualisiert wurde der Stamm für A (H3N2), der zuletzt auf der Südhalbkugel präsent war, wie Buda sagte. „Erfahrungsgemäß haben ältere Menschen in Saisons, in denen H3N2 kursiert, ein höheres Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf. Dazu ist in den Standardimpfstoffen ein B-Stamm (Brisbane) enthalten. Die Tetravalenten schützen zusätzlich gegen einen weiteren B-Stamm (Phuket).

Impfung am Morgen bringt mehr

Die Tageszeit entscheidet, wie stark eine Grippeimpfung die Antikörperproduktion ankurbelt. Die morgendliche Impfung ist effektiver als die nachmittägliche. 

Mehr dazu lesen DAZ-Abonnenten hier oder in DAZ 2016, Nr. 34 auf  Seite 6.

Letzte Saison niedrige Schutzwirkung

Im vergangenen Winter etwa war die Schutzwirkung der Impfung „niedrig bis moderat“, wie das RKI im Herbst bilanziert hatte. „In anderen Saisons war die Effektivität meist höher und lag zwischen 40 und 60 Prozent.“ Ein Grund für die niedrigeren Werte diesmal war, so Buda, dass gegen Influenza B nicht die richtige Linie im Dreier-Impfstoff berücksichtigt worden war. Stärker verbreitet war letztendlich eine andere als die angenommene Variante.

Die Hinweise zur Impfstoffzusammensetzung  werden stets Monate vor Beginn der Grippesaison von der WHO an die Impfstoffhersteller herausgegeben, da die Produktion Zeit benötigt. Weil sich die Viren in der Zeit noch verändern können (Antigenshift), sind sie aber manchmal nicht passgenau.

Dennoch bleibt die Grippeschutzimpfung nach RKI-Angaben das wichtigste Mittel, um sich vor einer Grippeerkrankung zu schützen. Sie trainiert das Immunsystem gegen die Erkrankung, kann aber nicht allen Geimpften Schutz bieten. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen empfiehlt Buda, Abstand von Erkrankten zu halten und häufig die Hände zu waschen.


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