Präsidentschaftswahl

US-Gesundheitswesen unter Präsident Trump vor Umwälzungen

Stuttgart - 09.11.2016, 10:10 Uhr

Der nächste US-Präsident: Donald Trump bei seiner ersten Rede nach der Wahl in den USA, hier mit seinem nächsten Vize Mike Pence. (Foto: dpa / picture alliance)

Der nächste US-Präsident: Donald Trump bei seiner ersten Rede nach der Wahl in den USA, hier mit seinem nächsten Vize Mike Pence. (Foto: dpa / picture alliance)


Die Auszählung des Wahlergebnisses ist noch nicht abgeschlossen, aber das Ergebnis eindeutig: Donald Trump wird im Januar 2017 als neuer US-Präsident vereidigt. Die Finanzmärkte wie auch Politiker aus Deutschland zeigen sich geschockt. In den USA wie auch international stehen große Umwälzungen an. Auch das US-amerikanische Gesundheitswesen wird sich voraussichtlich verändern.

Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißt Donald Trump: Während die Stimmen in einigen US-Bundesstaaten noch ausgezählt werden, steht das Ergebnis bereits fest. Entscheidend ist eine Mehrheit von 270 Wahlmännern, die Mitte Dezember über den nächsten US-Präsidenten abstimmen werden – gegen acht Uhr des heutigen Mittwochs ist klar, dass Trump diese Grenze überschritten hat.

Im Wahlkampf hatte er tiefgreifende Veränderungen angekündigt: Trump will eine Mauer zu Mexiko bauen und die USA zunehmend vom Rest der Welt abschotten, so dass auch das geplante Freihandelsabkommen TTIP unter dem neuen Präsidenten kaum abgeschlossen werden dürfte. Er stellte die bisherige Bündnissolidarität der Nato wie auch die nukleare Abrüstung infrage – den Einsatz von Atombomben als letzten Schritt könne er „niemals“ ausschließen. Viele Experten sehen Trump als kaum berechenbar an und erwarten, dass er an vielen Stellen mit der Tradition der bisherigen Außenpolitik der USA brechen und beispielsweise auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin zugehen wird.

Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung

Klar ist, dass das US-Gesundheitswesen vor einem grundlegenden Wandel steht: Trump hatte im Wahlkampf vielfach angekündigt, die Krankenversicherungs-Reform des bisherigen US-Präsidenten Barack Obama zurückzunehmen. Dieser hatte mit dem „Obamacare“ genannten „Patient Protection and Affordable Care Act“ das Ziel, alle US-Bürger mit einer Krankenversicherung auszustatten. Nach einem langwierigen politischen Prozess und diversen Klagen gegen das Vorhaben konnte Obama nur Teile seiner eigentlichen Pläne wirklich umsetzen. Da die Republikaner auch die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten, kann Trump Gesetzesänderungen vergleichsweise problemlos durchsetzen.


Über medizinische Forschung äußerte sich Trump im Wahlkampf kaum, fiel zuvor aber mit wissenschaftlich widerlegten Äußerungen zu Themen wie Impfungen auf. 


Interessant ist: Eine der wenigen politischen Übereinstimmungen zwischen Trump und seiner Widersacherin Hillary Clinton betrifft die Pharmaindustrie. Beide hatten sich über die Höhe von Arzneimittelpreisen beschwert und angekündigt, preissenkende Maßnahmen auf den Weg bringen zu wollen. Trotzdem unterstützten Mitarbeiter großer Pharmafirmen Trump stärker als seine demokratische Kandidatin: Spendenausschüsse auch von amerikanischen Niederlassungen von deutschen Firmen wie Bayer oder BASF förderten mehrheitlich den Republikaner. 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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