Spiritus Juniperi

Apotheker Dry Gin – eine wiederentdeckte Spezialität aus der Offizin

Bad Homburg - 15.08.2016, 16:00 Uhr

Spirituosenfabrikant Steffan Alles hat eine Bad Homburger Spezialität wiederbelebt, hier mit seiner Frau Heike Alles-Jung. (Foto: Alles)

Spirituosenfabrikant Steffan Alles hat eine Bad Homburger Spezialität wiederbelebt, hier mit seiner Frau Heike Alles-Jung. (Foto: Alles)


Rezepte in historischem Notizbuch wiedergefunden

Wie und in welchem Arbeitsschritt welche Zutat in den historischen Gin kommen, das hat Alles in einem alten von Hand geschriebenen Rezeptbuch gefunden, das die Chefs der damaligen Weinbrennerei Fritz Scheller Söhne sorgsam geführt haben. „Ich habe das damals im Keller des damaligen Firmenchefs gefunden“, sagt Alles, den seine Frau Heike Alles-Jung, die die Firma mitführt, auch schon mal als „Kräuterhexe“ bezeichnet. Mit Handschuhen blättere er in dem wertvollen Büchlein immer auf der Suche nach Rezepten, die man wiederaufleben lassen kann. So verkauft das Ehepaar Alles in ihrer Manufaktur auch etwa den ReichsPost Bitter nach dem Rezept aus dem 19. Jahrhundert oder das sogenannte Taunus-Benzin.

Foto: Alles
In Apothekerschränken wird die Ware präsentiert. 

Alles wird zwar kontinuierlich, aber in kleiner Menge mit historischen Geräten produziert. Dabei lassen sich die Brenner in einer gläsernen Manufaktur in Bad Homburg auch über die Schulter sehen – anschließend darf verkostet werden. Den ReichsPost Bitter und das Taunus-Benzin vertreibt man aus dem hessischen Heilbad heraus auch über das Internet. „Bei dem Apotheker-Gin wird das aber nicht gehen“, sagt Alles, auch wenn die Nachfrage mittlerweile bereits recht groß sei. „Ich wüsste nicht, wie ich die Apothekerflaschen mit dem Glasstopfen unfallfrei verschicken sollte“, erklärt er. Daher wird man diese Spezialität vorerst nur vor Ort in Bad Homburg kaufen können. Für die Präsentation in der Manufaktur hat man eigens alte restaurierte Apothekerschränke aus Berlin beschafft.

  Anmelden zur Besichtigung und Verkostung

Wer die Manufaktur – auch mit größeren Gruppen – besichtigen will und dabei den Gin und die anderen Spezialitäten kosten möchte, kann sich telefonisch in der ReichsPost Bitter Manufaktur anmelden unter Tel. 06172 451171. Weitere Informationen gibt es im Internet-Auftritt der Manufaktur.



Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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