Gehaltstabelle

Was verdienen die Gesundheitspolitiker nebenher?

Berlin - 10.08.2016, 10:30 Uhr

Üppige Nebeneinkünfte: Mindestens 18 Millionen Euro sollen die Bundestagsabgeordneten seit 2013 nebenbei eingenommen haben. Die Gesundheitspolitiker verhielten sich aber vergleichsweise zurückhaltend. (Foto: T. Truschel / Bundestag)

Üppige Nebeneinkünfte: Mindestens 18 Millionen Euro sollen die Bundestagsabgeordneten seit 2013 nebenbei eingenommen haben. Die Gesundheitspolitiker verhielten sich aber vergleichsweise zurückhaltend. (Foto: T. Truschel / Bundestag)


Gesundheitspolitiker im unteren Tabellen-Drittel

Auf Rang 70 folgt schließlich der CDU-Arzneimittel-Experte Michael Hennrich. Bis 2015 war Hennrich beispielsweise als Beirat in einer Unternehmensberatung im Arzneimittelwesen tätig. Das Unternehmen berät unter anderem Pharmaunternehmen vor der Einreichung ihrer Nutzenbewertungs-Dossiers. Diese Nebentätigkeit hat der CDU-Politik inzwischen aber aufgegeben. Hennrich ist noch in einem privaten Versicherungsunternehmen tätig und hielt diverse Vorträge, einige davon vor Vertretern von Pharmakonzernen. Insgesamt kassierte Hennrich mehr als 136.000 Euro.

Der letzte Gesundheitspolitiker mit nennenswerten Nebenverdiensten ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Gröhe nahm nach der vergangenen Bundestagswahl mindestens 30.000 Euro zusätzlich ein. Diese Verdienste gehen laut Bundestagsverwaltung aber auf Tätigkeiten zurück, denen Gröhe inzwischen nicht mehr nachgeht. Seitdem er Minister ist, ist Gröhe beispielsweise nicht mehr Generalsekretär der CDU. Für diesen Job kassierte er bis zu 15.000 Euro zusätzlich. Seine ehrenamtliche Mitgliedschaft in der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands hat der Minister allerdings nicht aufgegeben.

Mit ihren Nebenverdiensten liegen die genannten Gesundheitspolitiker des Bundestages fast alle in den unteren Bereichen der Nebenverdienst-Tabelle. Viele Gesundheits-Experten sind noch nicht einmal aufgeführt. Dass beispielsweise die SPD-Apotheken-Expertin Sabine Dittmar und die Grünen-Politikerinnen Kordula-Schulz Asche und Maria Klein-Schmeink nicht vorkommen, liegt daran, dass ihre Nebenverdienste unter 10.000 Euro liegen und somit die Pflichtangabe-Schwelle nicht überschreiten.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Die größten Kritiker der Elche waren früher (?) selber welche

von Christian am 10.08.2016 um 12:19 Uhr


162 Bundestagsabgeordnete (von 630) haben im letzten Jahr Nebeneinkünfte von 18 bis 33 Mio Euro kassiert (so genau kann man es aufgrund fehlender Transparenz nicht berechnen - macht im Schnitt zwischen 111.111,- und 203.703,- Euro) - und ziemlich dicke mit dabei Karl Lauterbach (zwischen 91.000 und 188.500 Euro laut abgeordnetenwatch.de ). Da nehmen sich die kolportierten ca. 575 Mio. Euro an Honoraren für Vorträge, Publikationen und die ach so bösen Anwendungsbeobachtungen der ach so bösen Pharmaindustrie an die Ärzteschaft nachgerade harmlos an. Wenn jeder Vierte der rund 400.000 Ärzte (ohne sonstige Heilberufe) diesbezügliche Nebeneinkünfte hatte, macht dies im Schnitt 5750,- Euro.

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