Reise-Apotheke

Essen entfernt umstrittene Homöopathie-Empfehlungen

Essen - 09.08.2016, 13:30 Uhr

Globuli zur Ersten Hilfe auf der Reise? Die Stadt Essen veröffentlichte Empfehlungen auf ihrer Homepage, die stark kritisiert wurden. (Foto: Veselka / Fotolia)

Globuli zur Ersten Hilfe auf der Reise? Die Stadt Essen veröffentlichte Empfehlungen auf ihrer Homepage, die stark kritisiert wurden. (Foto: Veselka / Fotolia)


Telefonat mit der Stiftung

„Wir müssen uns auch auf unsere Kooperationspartner verlassen können“, ergänzte Lenz. In einem freundlichen Telefonat habe die Stadt gegenüber der Carstens-Stiftung deutlich gemacht, dass sie nur Pressemitteilungen einstellen dürfe, die den geltenden Gesetzen entsprechen. Zukünftig werde die Stadt die Inhalte genauer prüfen, die umstrittene Mitteilung wurde inzwischen von der Homepage genommen.

Die Carstens-Stiftung verweist wiederum auf die Stadt: Sie böten die Pressemitteilungen dieser nur an. „Was genau aufgegriffen wird, obliegt der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Die Empfehlungen beruhten auf dem Buch „Homöopathische Hausapotheke“ des Arztes Michael Teut, welches die Stiftung herausgegeben hat.

Bürger zeigen Interesse

Offenbar sieht die Stiftung jedoch ihre Mitteilung selber deutlich kritischer: Schon nachdem die Anfrage beim Landtag eingegangen war, nahm sie die Ratschläge auf der eigenen Homepage offline. Trotz des Wirbels will die Stadt weiterhin Homöopathie-News veröffentlichen, wie die Sprecherin gegenüber DAZ.online sagte. „Es gibt Bürgerinnen und Bürger, die sich dafür interessieren“, erklärte sie. Dabei sei es jedoch wichtig, dass alle geltenden Vorschriften eingehalten würden.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

Na dann...

von Udo Endruscheit am 09.08.2016 um 16:30 Uhr

In der Tat, Einsicht in die Grundproblematik vermisse ich nach wie vor. Was für ein Rumgeeier. Aber ich will mal positiv denken und das Ganze als Rückzugsgefecht unter Wahrung der Gesichter aller Beteiligten betrachten.

Ich würde übrigens empfehlen, auf die Homepage der Stadt demnächst auch Impfgegner-Statements und Erklärungen der Flache-Erde-Anhänger zu veröffentlichen. Es gibt nämlich Bürgerinnen und Bürger, die sich dafür interessieren. Natürlich unter Einhaltung aller geltenden Vorschriften.

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AW: Einsicht in die Grundproblematik

von Dr. E. Berndt am 09.08.2016 um 18:52 Uhr

Diese Einsicht ist leider noch nicht erkennbar. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit und eines allgemeinen Interesses wird weiter fehlinforniert, was das Zeug hält.

Endlich!

von Bettina Frank am 09.08.2016 um 16:13 Uhr

Dass die Vernunft gesiegt hatte, wage ich mal zu bezweifeln. Ein Erfolg ist es allerdings, dass auf Druck vernünftiger Menschen dieser Voodoo-Zauber von der öffentlichen Seite der Stadt entfernt wurde.

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