Ökotest

Venenmittel – schlucken oder schmieren?

01.08.2016, 10:00 Uhr

 „Zeigt her, eure Beine...“ Sind diese nicht ganz so makellos, helfen Sport, Kompressionsstrümpfe und Venenkapseln aus der Apotheke. (Foto: Alena Ozerova / Fotolia)

 „Zeigt her, eure Beine...“ Sind diese nicht ganz so makellos, helfen Sport, Kompressionsstrümpfe und Venenkapseln aus der Apotheke. (Foto: Alena Ozerova / Fotolia)


„Sehr gut ” bei Kapseln und Tabletten aus der Apotheke

Bessere Daten zur Wirksamkeit gibt es bei oralen Präparaten zur Behandlung der Venenschwäche. Insgesamt schnitten Kapseln und Tabletten überzeugender ab. Für drei Wirkstoffe gibt es Wirksamkeitsnachweise: Oxerutin (Venoruton® Intens), standardisierter Extrakt aus Rosskastaniensamen und standardisierter Extrakt aus rotem Weinlaub.

Ökotest weist darauf hin, bei Extrakten aus Rosskastaniensamen auf das Extraktionsmittel – Methanol oder Ethanol – zu achten, und dass der Extrakt auf das Saponingemisch Aescin eingestellt sei. 100 Milligramm Aescin pro Tag müssten zur Wirksamkeit eingenommen werden. Bei Extrakten aus rotem Weinlaub gebe es derzeit lediglich für Antistax® Extra Venentabletten von Boehringer Ingelheim überzeugende Studiendaten – diese könnten jedoch nicht ohne Weiteres auf Weinlaubextrakte anderer Hersteller übertragen werden, betont Professor Schubert-Zsilavecz.

Kritisch zu bewerten seien Arzneimittel zur traditionellen Anwendung, Nahrungsergänzungsmittel oder diätetische Lebensmittel. Diese benötigen für ihren Marktzugang keine Nachweise zur Wirksamkeit.

Von den insgesamt 18 Venenmitteln zur oralen Einnahme, bewerteten die Verbraucherschützer acht Präparate mit „sehr gut“. Darunter Aescorin® Forte Hartkapseln von Steigerwald, Aescusan® Retard 50 Tabletten der Firma Mibe, Antistax® Extra Venentabletten sowie die Venentabletten von Ratiopharm und Stada.

Venoruton® bekam als Testurteil „gut“. Abzüge gab es durch den Einsatz synthetischer Farbstoffe und Deklarationsmängel.  

Die Verlierer aus der Drogerie: Nicht wirksam!

Anders als bei den Cremes, zeigt sich bei Venenmitteln zum Einnehmen, dass Arzneimittel aus der Apotheke erheblich besser abschneiden. Bei fast allen Präparaten ist die Wirksamkeit nachgewiesen. Veno® Sl 300 Hartkapseln besteht mit dem Inhaltsstoff Troxerutin den Wirksamkeitsnachweis nicht. Das niederschmetternde Urteil der Verbraucherschützer: „Ungenügend”

Dm, Rossmann und Abtei können für ihre Präparate keine Wirksamkeit nachweisen. Das Nahrungsergänzungsmittel von Tetesept hält dem kritischen Auge der Tester ebenfalls nicht stand. Sie bekommen für ihre Präparate durchweg schlechte Zensuren: „Mangelhaft“ und „ungenügend“. 



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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Lesen Sie hier die Zusammenfassung

Was nehmen Sie für die Beratung in der Apotheke mit? Sport, Stützstrümpfe, Kapseln schlucken.
Cremes und Gele als Venenmittel können durch kühlende Inhaltsstoffe subjektiv angenehm sein. Venenleiden bessern sie nicht. Bei leichteren Venenbeschwerden können orale Arzneimittel unterstützend hilfreiche Dienste tun. Gute Daten zur Wirksamkeit gibt es für Oxerutin (Venoruton® intens Filmtabletten) und für Trockenextrakte aus Rosskastaniensamen und roten Weinrebenblättern. In der Beratung sollten Apotheker auf apothekenpflichtige Arzneimittel zurückgreifen, für die Wirksamkeitsnachweise existieren – zum Beispiel: Antistax® extra Venentabletten, Venentabs® Ratiopharm, Venentabletten® Stada, Aescusan® Retard 50 Tabletten, Aescorin® Forte Hartkapseln

Venenmittel können nur als unterstützende Maßnahme gesehen werden. Sport aktiviert die Muskelpumpe. Die fördert den venösen Rückstrom. Die Kompressionstherapie ist bei Venenleiden Mittel der Wahl – auch wenn sie bei Betroffenen meist äußerst ungeliebt sind. 

1 Kommentar

Venen-Cremes in Öko-Test

von Bernd Schinschel am 02.08.2016 um 10:35 Uhr

Man kann es den Leuten immer wieder sagen, dass Venen-Cremes nichts bringen, haben wollen Sie diese dennoch.
Der Deutsche schmiert gerne.

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