Ökotest

Venenmittel – schlucken oder schmieren?

01.08.2016, 10:00 Uhr

 „Zeigt her, eure Beine...“ Sind diese nicht ganz so makellos, helfen Sport, Kompressionsstrümpfe und Venenkapseln aus der Apotheke. (Foto: Alena Ozerova / Fotolia)

 „Zeigt her, eure Beine...“ Sind diese nicht ganz so makellos, helfen Sport, Kompressionsstrümpfe und Venenkapseln aus der Apotheke. (Foto: Alena Ozerova / Fotolia)


Sind Cremes zumindest unbedenklich?

Die Arzneimittel Hirudoid® Gel von Stada und Venostasin-Gel® Aescin – zwar ebenfalls mit „mangelhaft“ bewertet – enthalten zumindest keine umstrittenen Hilfsstoffe. Das gleiche gilt für die Präparate von Rossmann (Altapharma® Venon Gel N), dm (Das gesunde Plus® Venen Gel N) und Müller (Fit und Vital® Venen Gel N). Preislich punkteten die Drogerieprodukte bei Ökotest verglichen mit den Apothekenpräparaten: Kunden zahlen bei dm 2,19 Euro, ein vergleichbares Produkt aus der Apotheke kostet etwa 13 Euro.

Unbedenklichkeit ist nach Ansicht der Ökotestler die Mindestanforderung an die topischen Venenmittel – wenn sie schon nicht wirkten. Umstrittene Zusätze wie Polyethylenglykole, Parabene, Salicylsäure, allergieauslösende Duftstoffe wie Lyral und Diethylphtalat, führten somit zum Punkteabzug in der Bewertung.

Parabene als Konservierungsmittel enthielten die Aldi Venen-Aktiv-Creme® oder das Präparat der Firma Abtei. Abtei fiel außerdem durch Lyral als sensibilisierenden Duftstoff negativ auf. Zusätzlich fand Ökotest im Abtei Venen-Aktiv-Balsam® einen nicht deklarierten Inhaltsstoff – Cumarin.

Antistax® Venencreme – ein apothekenpflichtiges Arzneimittel – überzeugte die Verbraucherschützer ebenfalls nicht: Sie bemängelten die enthaltene Salicylsäure, die „hauterweichend und -auflösend wirkt”. Im Bein-Gel von Klosterfrau fanden sich stark erhöhte Konzentrationen Diethylphtalat. Der Weichmacher greift Kunststoffe an.

Das abschließende Ökotest-Urteil zu den Topika bei Krampfadern, Besenreisern & Co.:


Wer auf Cremes und Gels setzt, wird enttäuscht.

Ökotest




Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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Lesen Sie hier die Zusammenfassung

Was nehmen Sie für die Beratung in der Apotheke mit? Sport, Stützstrümpfe, Kapseln schlucken.
Cremes und Gele als Venenmittel können durch kühlende Inhaltsstoffe subjektiv angenehm sein. Venenleiden bessern sie nicht. Bei leichteren Venenbeschwerden können orale Arzneimittel unterstützend hilfreiche Dienste tun. Gute Daten zur Wirksamkeit gibt es für Oxerutin (Venoruton® intens Filmtabletten) und für Trockenextrakte aus Rosskastaniensamen und roten Weinrebenblättern. In der Beratung sollten Apotheker auf apothekenpflichtige Arzneimittel zurückgreifen, für die Wirksamkeitsnachweise existieren – zum Beispiel: Antistax® extra Venentabletten, Venentabs® Ratiopharm, Venentabletten® Stada, Aescusan® Retard 50 Tabletten, Aescorin® Forte Hartkapseln

Venenmittel können nur als unterstützende Maßnahme gesehen werden. Sport aktiviert die Muskelpumpe. Die fördert den venösen Rückstrom. Die Kompressionstherapie ist bei Venenleiden Mittel der Wahl – auch wenn sie bei Betroffenen meist äußerst ungeliebt sind. 

1 Kommentar

Venen-Cremes in Öko-Test

von Bernd Schinschel am 02.08.2016 um 10:35 Uhr

Man kann es den Leuten immer wieder sagen, dass Venen-Cremes nichts bringen, haben wollen Sie diese dennoch.
Der Deutsche schmiert gerne.

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