Türkei

Die Folgen des Putschs für die Pharmazie

Stuttgart - 27.07.2016, 07:00 Uhr

Eingang Universität Istanbul: Wann sind die Tore wieder offen? (Foto: Danbury / Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Eingang Universität Istanbul: Wann sind die Tore wieder offen? (Foto: Danbury / Wikipedia, CC BY-SA 3.0)


Wissenschaftliche Zusammenarbeit für globalen Frieden

Eigentlich wollte EUFEPS zum diesjährigen 25-jährigen Geburtstag die Jahrestagung in der Türkei abhalten – doch wurde diese nach den Anschlägen auf den Flughafen in Istanbul abgesagt. „Wegen der globalen Sicherheitslage werden wir keine Jahrestagung haben“, erklärt Präsidentin Bilensoy. Dabei sei es von immenser Bedeutung, dass Wissenschaftler aller Länder zusammenarbeiten. „Wissenschaft ist global, Wissenschaft hat keine Nationalität – es ist sehr wichtig, dass Wissenschaftler zusammen für den globalen Frieden arbeiten“, sagt die Pharmakologin.

Özgün Özyiğit vom Internationalen Verband der Pharmaziestudenten an der Universität Istanbul, hat sich mit Kommilitonen von anderen Universitäten abgestimmt, um die Fragen von DAZ.online zu beantworten. Vorneweg möchte er Gebete und die besten Wünsche für die Opfer des Anschlags in München schicken, schreibt Özyiğit – an vielen Orten der Welt gebe es schwierige Zeiten. „Ohne irgendeine politische Ansicht zu vertreten verurteilen wir die Gruppe von Soldaten, die ein so schreckliches Ereignis über ihr eigenes Volk gebracht haben“, erklärt er zum Putschversuch.

Fortschritt durch Demokratie und Pharmazie

Nicht nur Regierungsanhänger seien entsetzt, sondern auch Oppositionelle. „Jeder wusste, dass nichts anderes als die Demokratie die richtige Antwort ist“, erklärt Özyiğit. „Als türkische Jugend werden wir hieraus lernen und noch stärker daran arbeiten, derartiges in der Zukunft zu verhindern – und die Türkei als die moderne, säkulare Republik zu erhalten, die sie heute ist“, schreibt der Pharmaziestudent.

Um die Disziplin voranzubringen, müssten alle Studenten überall auf der Welt zusammenarbeiten. „Kooperationen mit Pharmaziestudenten überall in Europa sind für uns sehr wichtig, um dieses Ziel zu erreichen, betont Özyiğit. „Kommunikation und die Motivation, die sie mit sich bringt, öffnet die Tür für Verbesserung.“ 



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Erdogans Demokratieverständnis

von Heiko Barz am 27.07.2016 um 11:43 Uhr

Diese zynische Degradierung der Türkischen "Intelligenz" erinnert doch fatal an die 30er bis Anfang der 40er Jahre und auch an "Erichs" Glanztaten. Die Parallelen sind mehr als deutlich.
Da, wo heute fanatisierte "Erdogantruppen" vandalisierend durch deutsche Straßen marodieren und auch massiv militant gegen Oppositionelle in der Türkei vorgehen, gab es vor über 70 Jahren Judenverfolgung und "Kristallnacht" und zu besten Honneckerzeiten Ausreiseverbote hauptsächlich
für die Intelligenz, gegen das individuelle Ausbluten des Staates.
Alles im Rahmen der blütenreinen Demokratie.
Und Angela, die sicherlich gern anders reagieren würde, ist gefangen in ihrem "Deal" mit Erdogan und der Flüchtlingsproblematik, die nun offensichtlich täglich neue "Exzesse" hervorbringt.
Angela hätte im "Faust" lesen und erkennen müssen, dass man sich nicht verkaufen darf, um eigene Ziele zu erreichen.

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