Beratungs-Quickie

Ein junger Mann mit Potenzproblemen

Stuttgart - 21.07.2016, 12:00 Uhr

Nashornpulver als Potenzmittel ist vor allem in Asien begehrt. Die große Nachfrage hat den Bestand der Tiere extrem dezimiert. Dabei beruht die Wirksamkeit wohl  allein auf dem Placeboeffekt.  (hecke71 / Fotolia)

Nashornpulver als Potenzmittel ist vor allem in Asien begehrt. Die große Nachfrage hat den Bestand der Tiere extrem dezimiert. Dabei beruht die Wirksamkeit wohl  allein auf dem Placeboeffekt.  (hecke71 / Fotolia)


Darf´s ein bisschen mehr sein?

  • Erektionsstörungen können organische und psychische Ursachen haben oder auch durch Arzneimittel, wie Betablocker oder Antidepressiva, verursacht sein.
  • Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Hypertonie und Rauchen gelten als Risikofaktoren für erektile Dysfunktion. Eine Reduktion des Körpergewichts, regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung sowie der Verzicht auf das Rauchen können sich positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken.
  • Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion kommen hauptsächlich PDE-5-Hemmer zum Einsatz. Die SKAT (Schwellkörperautoinjektionstherapie) beispielsweise mit dem Prostaglandin-Analogon Alprostadil (zum Beispiel Caverject®) wird eingesetzt, wenn die für eine Erektion verantwortlichen Nervenbahnen nicht mehr intakt sind. Seit einiger Zeit steht Alprostadil auch als Creme zur Verfügung (Vitaros® Hexal). Yohimbin (Yocon Glenwood®) und Apomorphin werden kaum mehr verordnet. 
  • Außerdem kommen mechanische Hilfsmittel, wie Vakuumpumpen, oder in schweren Fällen chirurgische Eingriffe (Schwellkörper-Implantate) zum Einsatz.
  • In bestimmten Fällen kann Beckenboden-Training die Erektionsfähigkeit verbessern.
  • Neben Tadalafil sind die PDE-5-Hemmer Sildenafil (Viagra® und Generika), Avanafil (Spedra®) und Vardenafil (Levitra®) auf dem Markt. Sie unterscheiden sich von Cialis® vor allem in ihrer kürzeren Wirkdauer und der Tatsache, dass (fettreiche) Nahrung den Wirkeintritt verzögern und ihre Wirkung abschwächen kann.
  • Mehr Infos gibt es in der S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion".

Der Kunde nimmt sein Arzneimittel in Empfang und seufzt. Er habe nicht damit gerechnet, dass er mal selbst betroffen sei. Früher habe er zu dem Thema Viagra und Co immer freche Sprüche parat gehabt. Aber plötzlich erschienen ihm diese überhaupt nicht mehr lustig.



Manuela Kühn, Apothekerin
redaktion@daz.online


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